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Trend fürs Kinderzimmer : Spielzeug geht App

  • -Aktualisiert am

Play Shifu aus Indien stellen auf Apps basierende Lernspiele vor. Bild: Peter Thomas

Wird in Zukunft das Spielzeug nur noch per Smartphone und Tablet gesteuert? Und programmieren die Kleinen von nun an im Kinderzimmer? Auf der Spielwarenmesse sah es danach aus.

          Ist die klassische Funkfernsteuerung auf dem Rückzug? Den Gedanken legte vergangene Woche die Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg nahe. Denn dort zeigten so verschiedene Traditionshersteller wie Siku und Lego, dass sie künftig auf App-Steuerungen setzen, die auf Smartphone und Tablet laufen. Die Signalübertragung geschieht dabei mit Bluetooth oder W-Lan.

          Und wie sieht das in der Praxis aus? Siku präsentierte mit dem Claas Xerion einen Großschlepper in Trac-Bauweise als ebenso wuchtiges wie detailliertes Funktionsmodell im Maßstab 1:32. Es gehört zur Reihe Sikucontrol. Der 29,5 Zentimeter lange Ackerbolide hat permanenten Allradantrieb und drei verschiedene Lenkarten: Standardlenkung, Allradlenkung für kleine Radien und den Hundegang für das bodenschonende Fahren mit zueinander versetzten Spuren (der Traktor steht dabei also schräg zur Fahrtrichtung). Dazu kommen für die Erleuchtung des Umfelds und Signale an andere Verkehrsteilnehmer – Blinker und Rundumkennleuchten – 22 LED. Ein Highlight für alle Fans des Originals ist die drehbare Kabine. Damit kann sich der Xerion von einem typischen Trac-Schlepper mit mittlerem Führerhaus in einen Frontlenker verwandeln.

          Langfristig die vielleicht wichtigste Innovation für das Siku-Programm ferngesteuerter Maschinen dürfte aber der Verzicht auf Funk als Mittel der Datenübertragung sein. „Künftig setzen wir auf Bluetooth“, sagte dazu Siku-Produktmanager Thomas Kalkuhl. Damit kommt die neue Siku-App ins Spiel. Sie erlaubt statt der nach wie vor erhältlichen Fernsteuerung mit Hebeln und Schaltern die intuitive Bedienung über Tippen, Wischen, Ziehen und Neigen. Neben dem neuen, 200 Euro kostenden Xerion startet Siku mit zwei Traktoren aus dem laufenden Programm, die entsprechend ertüchtigt wurden. Die Produkte kommen im ersten Halbjahr 2019 auf den Markt.

          Siku setzt auf Bluetooth. Bilderstrecke

          Ein noch größeres Vorbild aus der Maschinenwelt hat sich Lego für das Debüt seiner neuen App-Steuerung ausgesucht: In der Reihe Lego Technic bringen die Dänen den Großbagger Liebherr R 9800 als Funktionsmodell heraus. Der Baumaschinenhersteller ist neuer Lizenzgeber von Lego. Der Bagger soll im Sommer erhältlich sein und 450 Euro kosten. Zusammen mit dem Giganten debütiert die neue Steuerung „Lego Technic Control+“, die erstmals eine intuitive App-Steuerung von Technic-Modellen ermöglicht. Das Herzstück der Steuerung ist ein digitaler Hub mit Sender, Empfänger und Sensoren – er hat so ähnlich im Lego-Roboter „Boost“ Premiere gehabt. Als zweites Modell für die App-Steuerung kommt 2019 der „4x4 Crawler“ für 230 Euro heraus.

          Die Resonanz der erwachsenen Lego-Community ist schon groß. Denn es ist absehbar, dass der dänische Hersteller die Steuerungen, Antriebe und Sensoren künftig auch unabhängig von spezifischen Bausätzen zugänglich macht. Damit ergäben sich ganz neue Möglichkeiten. Denn Lego Technic ist zwar ein extrem vielseitiges Konstruktionsspielzeug. Bisher war aber nur die Programmierung frei gebauter Miniaturen und Anlagen mit den Robotik-Bausteinen von Lego Mindstorms möglich, oder die Bedienung mit den Funkfernsteuerungen der Power Functions.

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