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Top Ten der teuersten .de-Domains : Die Deutschen wollen nur spielen

Beim Versuch eine Internetadresse zu registrieren, stellen die meisten schnell fest: die sind alle schon weg. Es sei denn, man kauft sie jemanden ab. Das kann teuer werden. Selbst für eine .de-Domain geben Unternehmen schon mal knapp eine Million aus.

          Die Welt des Internet lockt mit Sex, Diamanten und Wodka. Die deutschen Surfer wollen eher Kredite, Pokerspiele und Städtereisen. Diesen Eindruck könnte man bekommen, wenn man sich die teuersten Internet-Adressen anschaut. Für die Domain sex.com gab die Firma Escom vor zwei Jahren schon mal zwölf Millionen Dollar aus. vodka.com haben die Russen geschluckt: Einer Alkohol-Export-Firma war die Domain drei Millionen Dollar wert. Und Chris Clark verkaufte im April dieses Jahres seine Adresse pizza.com für 2,6 Millionen Dollar - der Mann aus Maryland hatte sie 1994 für ganze 20 Dollar registriert.

          Hierzulande ist den Unternehmen eine .de-Endung nicht so viel wert: In dieser Woche wurden 892.500 Euro ausgegeben, bislang das meiste für eine deutsche Länderdomain. „In Amerika protzt man gerne damit, wieviel man für eine Adresse gezahlt hat, in Deutschland behandelt man Domainverkäufe eher vertraulich“, sagt Semra Yilmaz von Sedo, der führenden Handelsplattform für Internet-Domains. Was von privat an privat verkauft wird, erfährt die Öffentlichkeit meist gar nicht.

          Die Top Ten der teuersten .de-Domain

          FAZ.NET hat dennoch versucht, die Top Ten der teuersten .de-Domain festzustellen. Die Hälfte der Adressen wurde in diesem Jahr ver- und gekauft - es scheint also Bewegung auf dem Markt zu geben. Wer selbst zugreifen möchte, sollte sich beeilen: 12.355.970 .de-Adressen (Stand: 11.11.2008) sind schon vergeben. Täglich kommende Tausende dazu.

          Top Ten der teuersten .de-Domains

          kredit.de:
          892.500 Euro hat die Unister GmbH aus Leipzig in dieser Woche für diese Adresse ausgegeben. Verkäufer der Domain ist das Internet-Unternehmen Abacho AG, das mit MyHammer den größten Online-Marktplatz zur Vergabe von Handwerks- und Dienstleistungsaufträgen in Deutschland, Großbritannien und Österreich betreibt. Das Unternehmen Unister will Verbrauchern einen unabhängigen Marktüberblick über Finanzierungen bieten. Die objektiv beste Domain hat die Firma schon mal.

          poker.de:
          Keine AGB, kein Impressum und kein Kontakt. Hier wird gepokert, und sonst lässt man sich nicht in die Karten schauen. Mit dem Einsatz von 695.000 Euro gewann ein Unternehmen im Juli 2007 das Spiel um die Adresse. Früher gehörte die Domain der Spielbank Wiesbaden.

          casino.de:
          Die wollen auch nur spielen! Von privat an privat ging die Adresse im März für 400.000 Euro über den Tisch. Mit Baccarat, Keno, Poker oder Roulette kommt das Geld vermutlich schnell wieder rein. Der Käufer kommt aus Dänemark.

          chat.de:
          320.000 für eine Weiterleitung: Eine Marketing GmbH aus dem österreichischen Tillmitsch kaufte die Adresse offiziell 2005. Wer sie in den Browser eintippt, landet bei amigotalk.de. Dort können Surfer Freunde suchen - wie in vielen sozialen Netzwerken auch. Wieviel würde wohl wer-kennt-wen.de kosten?

          blackjack.de:
          Schon wieder eine teure Investition für eine Weiterleitung. Der Einsatz von 300.000 Euro im Juni 2006 sorgte dafür, dass der Blackjack-Spieler auf de.888.com landet. Dort gibt's außer Casino und Poker eine Aufforderung zum Download eines kostenlosen Programms. Am besten gleich wieder raus aus dem Spiel.

          arbeitsmarkt.de:
          Ein schönes Beispiel für Domainparking. Ein Reiseveranstalter bezahlte im September 200.000 Euro für die Adresse. Um was damit zu tun? Die URL zum Wiederverkauf anzubieten. Nämlich dort, wo das Leipziger Unternehmen gekauft hatte: beim Domainhändler Sedo.

          suchmaschinenoptimierung.de:
          SEO ist zurzeit das Thema bei Online-Portalen. Das Kürzel steht für Suchmaschinenoptimierung. Die Artaxo AG aus Hamburg, selbst ein SEO-Unternehmen, ist seit September Domaininhaber. Trotz der Investition von 84.000 Euro lässt man sich Zeit: „Hier finden Sie demnächst die Internet-Präsenz der Domain . . .“

          städtereisen.de:
          Klingt nicht nur wegen des Umlauts nach einer klassischen deutschen .de-Domain. Doch die Inhaber, die im September 2007 für 73.500 Euro zugeschlagen haben, sitzen in Dubai Media City. Vielleicht aber auch nicht? Was will man in Dubai mit Städtereisen?

          deals.de:
          Ein Deal für 65.640 Euro im Juni, um den Nutzern mit der eigenen Adresse zu zeigen, was „die besten Deals im Internet“ sind. Der Verkauf ging von privat an privat. Internetadressen können Surfer auf der Seite allerdings nicht finden.

          car.de:
          Das Unternehmen c.a.r. aus Salzweg geht seit September 2005 auf Nummer sicher. 58.000 Euro für die Domain, die so heißt wie die Firma. Was kann der Surfer dort finden? Autos natürlich. Kauf und Verkauf.

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