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Thinkpad X300 : Klein und leicht wie der Air, aber von Lenovo

Deine Größe macht mich klein: Der neue X300 von Lenovo im Vergleich mit einem herkömmlichen Thinkpad Bild: Ursula Deleonibus

Er bringt keine drei Pfund auf die Waage: Lenovo setzt den Thinkpad X300 gegen die schicken MacBooks von Apple. Er ist zwar bei weitem nicht so sexy und cool wie der Air, kommt aber mit besserer Ausstattung. Ist der X300 also der bessere Air?

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          Nach Apples jüngstem Geniestreich, dem schicken, flachen MacBook Air, ziehen nun die großen Notebook-Hersteller nach. Lenovo nimmt den Fehdehandschuh auf und präsentiert den Thinkpad X300. Wie der Air wiegt er mit dem kleinsten Akku nur 1,4 Kilogramm, hat ein Display mit 34 Zentimeter Diagonale und ist kaum größer als ein DIN-A4-Blatt (32 × 23 Zentimeter). Er ist zwar bei weitem nicht so sexy und cool wie der Air, kommt aber mit besserer Ausstattung.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die gleiche Anzeigefläche bietet beim X300 mehr Auflösung (1440 × 900 Pixel gegenüber 1280 × 800), und es ist ein optisches Laufwerk mit DVD-Brenner eingebaut, das dem Air fehlt. Ferner ist der Akku wechselbar, es gibt drei USB-Anschlüsse und bis zu vier Gigabyte Hauptspeicher. Wie in der teureren Air-Modellvariante läuft eine Flash-Festplatte mit 64 Gigabyte, ein herkömmlicher Massenspeicher wird nicht angeboten. Dazu gibt es den Lenovo-typischen Fingerabdruck-Scanner als Zugangskontrolle, Bluetooth und einen Core-2-Duo-Prozessor mit 1,2 Gigahertz.

          Starke Konkurrenz

          Ist der X300 also der bessere Air? Der kleine Lenovo bietet zwar nicht das verführerische Design, hat aber durchaus seinen eigenen Charme: elegant, kompakt und sehr gut verarbeitet mit einem Sicherheitsrahmen aus Kohle- und Glasfaser. Zudem hat er hinreichend Tempo für Büroaufgaben (Vista-Leistungsindex: 3,4), aber nicht für aufwendige Spiele.

          In Bildschärfe und Farbbrillanz ist das Macbook Air nicht zu schlagen
          In Bildschärfe und Farbbrillanz ist das Macbook Air nicht zu schlagen : Bild: REUTERS

          Die Tastatur ist sehr gut, und als Mausersatz bieten sich sowohl der Trackpoint-Knubbel im Buchstabenfeld wie auch ein Touchpad unterhalb der Tastatur an. Mit dem X300 lässt sich jedenfalls vortrefflich arbeiten, und in der Bahn oder im Flugzeug bedauert man fortan jene Menschen, die ein großes und deutlich schwereres Notebook mit sich herumschleppen müssen.

          Nicht nur positive Überraschungen

          Aber es gibt auch Schattenseiten: Die Anzeige ist nicht ansatzweise so brillant wie beim MacBook Air und wirkt selbst in der hellsten Einstellung, als ob ein Grauschleier auf ihr liegt. Die Flash-Festplatte bietet zwar den Vorzug, ohne bewegliche Teile auszukommen, ist aber für den intensiven Einsatz unter Windows zu klein. Bei uns blieben unter Vista nach der Installation von Open Office gerade mal 35 Gigabyte übrig. Es fehlen ein digitaler Monitorausgang (ein analoger ist vorhanden), ein Speicherkartenleser und ein Express-Card-Schacht. Letzteren soll ein eingebautes UMTS-Modem ersetzen, die Sim-Karte wird im Akku-Schacht eingesteckt.

          Die dazu passende Software ist auf Vodafone ausgerichtet, und der dort angegebene Zugangspunkt lässt sich nicht ändern. Mit einer Vodafone-Karte gelang der drahtlose Weg ins Netz nach einigen Mühen. Nach Auskunft der Pressestelle hat das UMTS-Modul keinen Sim- oder Net-Lock und funktioniert auch in anderen Netzen - aber nicht mit dem Lenovo-Programm. Wir haben das Ganze mit E-Plus und der aktuellen „Online Connect“-Software ausprobiert: Fehlanzeige, die Sierra-Karte mit HSDPA wurde gar nicht erkannt. Weitere Nachteile: Unter Vista springt der Lüfter schnell an und läuft zwar leise, aber deutlich hörbar. Der Air ist in dieser Hinsicht besser.

          Fazit: Beide stehen sich in nichts nach

          Mit dem Standard-Akku absolviert der Thinkpad etwa drei Stunden. Ein zweiter Akku lässt sich anstelle des optischen Laufwerks einsetzen, dann sollen Betriebszeiten bis zu zehn Stunden erreichbar sein. Der X300 kostet rund 2500 Euro, also mehr als der Air mit herkömmlicher Festplatte (1700 Euro) und weniger als die Variante mit Flash-Laufwerk (2900 Euro). An die Vorzüge dieses besonders flachen Notebooks gewöhnt man sich schnell. Der X300 belastet das Reisegepäck nicht über Gebühr, eignet sich auch hervorragend als Surf-Station auf dem Sofa und hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man die hohe Verarbeitungsqualität berücksichtigt.

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