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Galaxy Note ausprobiert : Samsung geht zum zehnten Mal stiften

Der Stift macht den Unterschied. Ansonsten ist das Note 10 dem S 10 sehr ähnlich. Bild: Dettweiler

Samsung gibt mal wieder alles, um sein neues Flaggschiff mit Stift an den Mann zu bringen. Wird das gelingen? Wir haben uns das Note 10 schon einmal näher angeschaut.

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          Was war das in den letzten Wochen eine Leak-Show! Täglich schaute jemand in die Glaskugel, um mit Hilfe von Informationsfetzen und Bildern aus dem Netz seine Spekulation über das neue Note von Samsung niederzuschreiben. Samsung hat es den Spekulanten auch leicht gemacht. Es gab genügend Löcher, durch die so viele Informationen durchsickerten, dass Journalisten der Präsentation des Note 10 an diesem Mittwoch Abend hätten fernbleiben können. Aber hätte, hätte . . .

          Denn einige Funktionen waren doch neu, die DJ Koh, Chef der Mobilsparte von Samsung, in New York vorstellte. Doch erst einmal nickten während der Keynote die mit den Leaks vertrauten Zuschauer mit dem Kopf. Klar, es gibt jetzt zwei Note 10. Das zweite bekommt den in der Branche üblichen Namenszusatz +. Und es gibt sogar noch ein drittes Modell: das Note 10+ 5G, was – wie der Name schon sagt – sich von der Plus-Variante nur durch das 5G-Modul unterscheidet.

          Wie bei allen anderen Herstellern bedeutet das Plus auch bei Samsung, dass der Kunde mehr bekommt. So ist der Bildschirm der Plus-Variante mit einer Diagonalen von 6,8 Zoll größer als der des Note 10, das auf 6,3 Zoll kommt. Wie gewohnt überzeugt das Super-Amoled-Display auf den ersten Blick. Das große Note 10 hat mit knapp sieben Zoll Bildschirmgröße schon Maße eines Tablets. Allerdings nur, was die Größe des Displays betrifft. Hält man es in der Hand, wirkt es immer noch geschmeidig. Es sollte niemand aufgrund der bloßen Zahl 6,8 davor zurückschrecken, das Note 10+ mal auszuprobieren. Im Übrigen wirkt das Note 10, das immerhin eine Bildschirmgröße von 6,3 Zoll hat, im Vergleich zu seinem großen Bruder, geradezu klein.

          Das Note kommt das erste Mal in zwei Größen auf den Markt. Bilderstrecke

          Mit 4300 Milliamperestunden dürfte der Akku deutlich länger halten als beim Standardmodell, das mit 3500 Milliamperestunden auskommen muss. Zudem erlaubt das Note 10+ „Superfastcharging“, was bedeutet, dass die Batterie mit 45 Watt Leistungsaufnahme geladen werden kann, was eben bedeutet, dass sie sich verdammt schnell auflädt. Das gilt allerdings nur für das kabelgebundene Aufladen. „Wireless Charging“ schafft nur 20 Watt.

          Selbstverständlich spendiert Samsung seinem Premiumprodukt mit 12 Gigabyte auch mehr Arbeitsspeicher. Es ist mit 162,3 x 77,1 x 7,9 Millimeter größer und 198 Gramm schwerer, als das Note 10 mit seinen 168 Gramm. Und das Note 10+ hat einen Hybrid-Slot mit zwei Plätzen für Sim-Karten, von denen einer auch für eine Micro-SD-Karte genutzt werden kann, um den internen Speicher zu erweitern. Auf diese Funktion, die immer noch viele Freunde hat, müssen die Käufer des Note 10 verzichten. Und nur die Plus-Variante hat einen Time-of-Flight-Sensor. Den hat Samsung übrigens schon im S 10 5G integriert, das vor ein paar Wochen auf den Markt gekommen ist. Mit diesem Sensor kann das Smartphone Tiefeninformationen sammeln, um sie für 3D- oder Augmented-Reality-Anwendungen einzusetzen.

          Wer mehr bekommt, muss auch mehr ausgeben. Das Note 10+ kostet in der 256-Gigabyte-Variante 1099 Euro, das Standardmodell hat einen Preis von 950 Euro. 1200 Euro werden für die 5G-Variante fällig.

          Das sind die Gemeinsamkeiten

          Es gibt auch Gemeinsamkeiten bei beiden Modelle. In europäischen Ländern vertriebenen Geräten kommt die hauseigene Prozessoreinheit Exynos 9825 zum Einsatz, in allen anderen der Snapdragon 855 von Qualcomm. Die vertikal angeordnete Triple-Kamera – beim S 10 hatte sich Samsung noch für einen horizontale Anordnung entschieden – besteht aus drei Linsen. Mit dem Hauptobjektiv, das mit 12 Megapixel auflöst und am lichtempfindlichsten ist, werden Nutzer die meisten Fotos machen. Soll die Kamera Objekte näher heranholen, lässt sich das Teleobjektiv mit zweifach optischem Zoom auswählen. Und soll möglichst viel von der Landschaft oder eine Gruppe von Menschen eingefangen werden, übernimmt bei Bedarf das Superweitwinkel, das zudem in 16 Megapixel auflöst. Da die Triple-Kamera die gleiche wie im S 10 ist und die Firmware auf den gleichen Stand gebracht werden kann, müssten die Bilder des Note 10 eine ähnliche hohe Qualität haben wie beim S 10.

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