https://www.faz.net/-gy9-9xrfd

Smartphone übernimmt Kontrolle : Ausgespäht im Auto mit der App

Wo bin ich, wohin geht die Reise und warum ist plötzlich die Sitzheizung eingeschaltet? Smartphone-Anwendungen von Tesla und Land Rover. Bild: Spehr

Neue Beifahrer im Datenverkehr: wenn das Smartphone die Kontrolle über das Auto übernimmt. Und was wir davon merken – oder auch nicht.

          4 Min.

          Der Kollege fährt im Tesla über die Autobahn, aber wir haben die Macht. Die Tesla-App auf dem Smartphone entpuppt sich als perfektes Kontrollinstrument: Aus der Ferne viele Funktionen des Autos überwachen, den Standort und die aktuelle Geschwindigkeit abfragen und den Füllstand des Akkus ablesen. Dazu müssen Auto und Smartphone einmalig verbunden werden, schon fließen die Daten vom Fahrzeug zum Unternehmen Tesla und von dort auf unser Handy. Und natürlich retour. Wir schalten dem Kollegen spaßeshalber die Sitzheizung ein. Schließlich sind es draußen nur 12 Grad. Zusätzlich drehen wir ihm die Heizung auf 25 Grad. Er soll ja nicht frieren. Da wir um ihn besorgt sind, aktivieren wir zusätzlich die Tempobegrenzung. 85 km/h müssen für die Rückreise von der A 648 bis in die Redaktion reichen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Viele Neufahrzeuge mit Infotainment und App bieten eine solche Fernsteuerung an, die sich im Zweitjob auch vortrefflich zu Kontrollzwecken eignet. Das Verfahren läuft stets nach demselben Schema: App aufs Smartphone laden, sich dort mit persönlichen Daten wie Name, E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer anmelden und anschließend das Auto mit der App verbinden. Das geschieht meist, indem man in der App die Fahrzeug-Identifizierungsnummer eingibt. Anschließend sendet der Hersteller einen Bestätigungscode auf den Bordmonitor oder in ein entsprechendes Menü des Infotainmentsystems.

          Was sich anschließend in der App bietet, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Meist sind es aber dieselben Bereiche: Statuskontrolle, Standort des Fahrzeugs, Protokoll vergangener Fahrten, Aktivierung bestimmter Funktionen. Zur Statuskontrolle gehört die Anzeige etlicher Parameter wie der Status der Fahrzeugverriegelung, des Kraftstoffvorrats oder Akkustands, teils auch Reifendruck, Füllstand des Wischwasserbehälters und Zeit bis zum nächsten Ölwechsel.

          Jede tägliche Bewegung ist abzulesen

          Fast alle Apps zeigen den Standort des Autos, meist jedoch nur den letzten. In der Hyundai-Bluelink-App sieht man, von wann bis wann das Auto gefahren wurde, wobei Entfernung, Durchschnittsgeschwindigkeit und Höchstgeschwindigkeit angegeben werden. Jede tägliche Bewegung ist in einer Kalenderdarstellung abzulesen. Noch ausführlicher war das Fahrprotokoll in einem Discovery Sport von Land Rover, den wir 2016 fuhren. Hier war zu jeder einzelnen Fahrt auch der Benzinverbrauch und die gewählte Strecke in einer Landkartendarstellung abzulesen. In der ausführlichen Darstellung waren längere Routen sogar in Segmente unterteilt. Auf diese Weise ließ sich nicht nur die Strecke exakt nachverfolgen, sondern man konnte auch sehen, wer auf welchem Abschnitt wie schnell gefahren war.

          Die Fernaktivierung verschiedener Funktionen beinhaltet meist die Möglichkeit, Türen zu öffnen oder zu schließen, Alarm einzuschalten, bisweilen auch die Option, die Hupe zu betätigen. Die Kontrolle über die Klimaanlage, wie im Tesla, findet man nur selten. Auch die Möglichkeit, eine gegebenenfalls vorhandene Standheizung bequem aus dem Wohnzimmer heraus zu aktivieren, ist eher selten, wenngleich ungemein praktisch.

          Weitere Themen

          Die Pläne für die Grundrente Video-Seite öffnen

          Hintergründe : Die Pläne für die Grundrente

          Nach monatelangem Ringen kommt der Gesetzentwurf zur Grundrente erstmals in den Bundestag. In trockenen Tüchern ist das Vorhaben längst nicht. Kritik gibt es nicht nur bei Arbeitgebern oder der Deutschen Rentenversicherung, sondern auch in der Union.

          Topmeldungen

          Ein österreichischer Polizist weist einem deutschen Reisenden im März am Brenner den Weg

          Streit am Brenner : Italien will deutsche Urlauber

          Italienische Oppositionsparteien fordern von Österreich die Öffnung der Grenze am Brenner. Für die Kurz-Regierung ist Italien immer noch ein Hotspot der Pandemie. In Rom mutmaßt die Regierung, Österreich wolle Italien deutsche Urlauber wegnehmen.
          Außenminister Heiko Maas

          Hongkong : Europas klare Worte an China

          Im Streit um Chinas Einfluss auf Hongkong will die EU nicht von Sanktionen sprechen. Die Außenminister setzen auf Diplomatie. Reinhard Bütikofer will Huaweis Beteiligung am 5G-Ausbau an Chinas Verhalten knüpfen.

          Tod von George Floyd : Im Kriegsgebiet von Minneapolis

          Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd eskaliert in Minneapolis die Lage. Der Bürgermeister ist um Deeskalation bemüht, der Gouverneur mobilisiert die Nationalgarde. Die Stadt gleicht einem Schlachtfeld.
          Was halten Kinder aus? In den Schulen müssen nun auch die Kleinsten Schutzmasken tragen, wie hier in einer Grundschule in Prag.

          Zur Lage der Schulen : Die Lehrer sind nicht an allem Schuld

          Erst langsam öffnen die Schulen wieder ihre Pforten. Von einem Regelbetrieb sind die meisten noch weit entfernt. Viele Eltern entdecken schon jetzt einen bewährten Sündenbock. Aber wie geht es den Kindern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.