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Technikmesse CES : Schirme, Töne, Sensationen

  • -Aktualisiert am

Wir haben uns ein Bild gemacht. Bild: Hersteller

Die amerikanische Technikmesse CES geht in die virtuelle Welt. Welche Botschaften schickt sie? Wir haben den Signalen gelauscht.

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          Noch bunter, noch heller, noch kontrastreicher sollen sie sein, die neuen Fernseher des Jahrgangs 2021. Nur: Wie kann eine virtuelle Messe ihre Online-Besucher davon überzeugen? Sie fehlt eben schmerzlich, die sinnliche Komponente, wenn eine Großveranstaltung wie die CES von Las Vegas in den digitalen Raum umzieht. So bleiben wir vorerst darauf angewiesen, uns aus dem, was wir schon kennen, und aus allem, was uns die digitale Technik-Schau in den vergangenen Tagen an neuen Informationen vermittelt hat, ein Bild zu machen.

          Bei den TV-Geräten folgen die Hersteller ihren eingeschlagenen Pfaden: Die neuen Oled-Modelle, von Haus aus Weltmeister in den Disziplinen Farbtreue und Kontrast, aber nur Vize-Champions in der Helligkeit, holen mit höherer Strahlkraft auf. Das trifft zum Beispiel auf das neue Flaggschiff „JZW2004“ von Panasonic zu. Das Modell kann noch mehr: Algorithmen sollen Farben automatisch für die Wiedergabe unterschiedlicher Inhalte optimieren. Und allen Videospielern kommen, sagt der Hersteller, extrem geringe Latenzzeiten und die Fähigkeit zu hohen, variablen Bildfrequenzen entgegen.

          Sonys neue TV-Spitzenkräfte haben ähnliche Fähigkeiten: Ultra-HD-Auflösung mit bis zu 120 Einzelbildern je Sekunde, variable Bildfrequenzen und die jüngste, 2.1 genannte Version der HDMI-Schnittstelle, die all diese Eigenschaften unterstützt, sollen auch hier die Video-Zocker vor den Bildschirm locken. Bildprozessoren, die nach den Vorgaben selbstlernender Algorithmen ticken, sollen den Fußballrasen besonders schön grün erscheinen lassen. Mit solchen Fähigkeiten, gern Künstliche Intelligenz genannt, ist Sony in diesem Jahr in bester Gesellschaft. Topgeräte der Gattung LCD werben mit Hinterleuchtungen aus besonders winzigen LED-Zellen, die, zu Mini-Clustern kombiniert, sehr feine Helligkeitsabstufungen erlauben und somit gleißend helle Bilddetails vor finsterem Hintergrund scharf abgrenzen – ganz ohne Überstrahlungen an den Rändern. LG präsentierte auf seinem virtuellen Messestand eine QNED genannte Geräteserie, die ihre Hinterleuchtungen aus je 30.000 LED-Zellen zusammensetzt und in 2500 Dimmzonen organisiert.

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          Samsung setzt kristalline LED-Zellen sogar direkt als farbige Pixel auf futuristischen Bildschirmen ein, die ganz ohne die Lichtsteuerung von LCD-Schichten auskommen. Prototypen dieses Konstruktionsprinzips hat der Hersteller immer wieder gezeigt. Enorme Helligkeit und beinahe ewiges Leben sind nur zwei der Vorzüge, mit denen Samsung für diese Technik wirbt. Jetzt hat der Hersteller serienreife Micro-LED-Bildschirme, wie er sie nennt, fürs Wohnzimmer angekündigt – zunächst in den Maxi-Formaten 110 und 99 Zoll, mit Diagonalmaßen also von 2,80 und 2,51 Meter. Rund 24 Millionen LED-Zellen erzeugen hier die Bilder in Ultra-HD-Auflösung. Kleinere Geschwister dieser TV-Riesen sollen bis zum Ende des Jahres folgen.

          Eine andere Richtung der Bildschirm-Evolution zielt auf Flexibilität ab. LG hat das Messepublikum schon vor zwei Jahren mit einem Fernseher überrascht, der sich aus einer kompakten Behausung entrollt und in die Höhe reckt. Der chinesische Hersteller TCL versteht sich ebenfalls auf die Bildschirm-Wicklung und experimentiert mit möglichen Anwendungen. In einem Demo-Video etwa durchquert ein einsamer Wanderer einen dichten Dschungel und holt einen Doppelstab aus seinem Rucksack, zieht die beiden Elemente auseinander und entrollt so ein großes Display, das ihm Standort, Umgebung und allerlei Detailinformationen anzeigt. In einer anderen Szene nutzt ein junger Mann diese Gerätschaft als Videotelefon auf einem kuscheligen Sofa.

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