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Tablet- und Smartphone-Neuheiten : Mobiltelefone der nächsten Dimension

  • -Aktualisiert am

Hochbetrieb bei LG: Das koreanische Unternehmen präsentierte ein 3D-fähiges Handy Bild: dpa

LG und Sony Ericsson präsentieren auf der Mobilfunkmesse in Barcelona neue Geräte: Die Modelle zeigen Videos in dreidimensionaler Optik und überraschen mit integrierten Spielekonsolen. Nokia enttäuscht dagegen.

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          Die dritte Dimension kommt nun auch auf das Mobiltelefon. Am Messestand von LG in Barcelona herrschte am Montag Hochbetrieb. Alle wollten einen Blick auf das neue Optimus-Smartphone erhaschen, das das koreanische Unternehmen hier zum ersten Mal zeigte. Ein Handy mit Googles Betriebssystem Android, einem 4,3 Zoll großen Bildschirm und der üblichen Smartphone-Optik - deswegen ein Menschen-Auflauf? Nein, LG lockte mit dem Begriff „Weltpremiere“: Das Modell zeigt Videos in dreidimensionaler Optik. Diese Technologie kannte man bislang nur vom Fernsehen.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gegenüber TV-Geräten hat das Mobiltelefon einen großen Vorteil: 3D stellt sich hier auch ohne Brille dar. Ein erster Blick zeigt: Das Display liefert beeindruckende Effekte in 3D und erlaubt sich dabei kein Flimmern und keine Unschärfen. Mit dem Handy kann man nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren: eine Doppel-Linsen-Kamera (zweimal 5 Megapixel) erzeugt entsprechende Aufnahmen. Gesteuert wird das Ganze von einem OMAP4 Dual-Core-Prozessor, der dem leistungshungrigen Gerät gewachsen ist. Ausreichend viel Inhalt will LG mit einem speziellen 3D-Kanal auf der Video-Plattform Youtube liefern.

          „Das erste Smartphone mit Playstation-Technologie“

          Freilich stellt sich die Frage, ob die Kundschaft wirklich 3D fürs Handy will, geschweige denn braucht. Das Optimus ist kein Gerät für die Masse - das schwant auch dem Hersteller. „Business-User, Technik-Freaks und Gaming-Fans“ hat LG als Käufer ausgemacht. Auch der Preis von voraussichtlich 599 Euro für das von Anfang des zweiten Quartals an in Deutschland erhältliche Mobiltelefon dürfte auf manchen potentiellen Konsumenten abschreckend wirken. Obwohl, diese Summe liegt durchaus im Rahmen, betrachtet man den Smartphone-Highend-Bereich.

          „Das erste Smartphone mit Playstation-Technologie”: Sony-Ericssons Xperia-Play

          Die Konkurrenz betrachtet den Schritt mit viel Interesse. Die Vertreter des Wettbewerbers HTC wollen sich dazu nicht genauer äußern; freilich wird aufmerksam registriert, wie gut das Geschäft mit dem Optimus läuft. Nach Angaben von LG-Marketingmanager Michael Wilmes hat das koreanische Unternehmen einen für die Branche beachtlichen Vorsprung: Mit der Technologie sei man der Konkurrenz zwei bis drei Monate voraus, sagte er.

          Ein ebenfalls viel beachtetes neues Smartphone präsentierte daneben Sony-Ericsson. Der Handyhersteller stellte ein Gerät vor, mit dem sich eine Spielkonsole bedienen lässt. Das Xperia-Play verfügt über die typischen Tasten der Sony-Playstation. „Das ist das erste Smartphone mit Playstation-Technologie“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Rikko Sakaguchi. Es sei eine lange Planungsphase nötig gewesen, da verschiedene Technologien zusammengeführt werden mussten, sagte er. Der Handyhersteller habe sowohl mit dem Playstation-Hersteller und Mutterkonzern Sony als auch mit Google eine Partnerschaft eingehen müssen, um das neue Spielehandy herauszubringen. Das Spielkonsolen-Telefon soll Anfang April auf den Markt kommen und ohne Handyvertrag unter 600 Euro kosten. Dazu werde es spezielle Spiele geben, die mit Android laufen - zum Preis von fünf bis zehn Euro.

          Nokia zeigt Bilder, keine Handys

          Auch andere Hersteller präsentierten Tablet- und Smartphone-Neuheiten. Der Blackberry-Anbieter RIM will mit Tempo punkten: Der Tablet-Computer Playbook wird in der zweiten Jahreshälfte mit einer Unterstützung für die nächste Mobilfunkgeneration LTE auf den Markt kommen, wie das Unternehmen ankündigte. RIM zielt mit dem Playbook vor allem auf Geschäftskunden. Allerdings sind LTE-Netze erst im Aufbau und damit sehr lückenhaft.

          Wer gehofft hatte, erste Windows-Phone-7-Geräte von Nokia zu sehen, wurde in Barcelona enttäuscht. Zwar ist der weltgrößte Handyhersteller gerade eine Kooperation mit Microsoft eingegangen und wird künftig vor allem dessen mobiles Betriebssystem einsetzen. Auf der Messe konnte Nokia aber nur auf Bildern zeigen, wie die Handys mit Windows Phone aussehen könnten.

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