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T-Mobile G1 und HTC Magic : Die junge Kraft der Androiden

Erstling: Das G1 von T-Mobile ist seit Februar im Handel Bild: Hersteller

Das zweite Android-Handy geht an den Start, und wir haben das HTC Magic mit dem G1 von T-Mobile verglichen. Beide kopieren in vielerlei Hinsicht das iPhone. Auch wenn sie gewiss keine Business-Handys sind: Sie stecken voller spannender Ideen.

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          Jung, ledig, ständig unterwegs, auch und vor allem im Internet: So darf man sich das typische Zielpublikum der neuen Google-Handys vorstellen. Seit Februar ist das G1 bei T-Mobile erhältlich, nun zieht Vodafone mit dem HTC Magic nach. Was macht die Faszination aus? Beide kopieren in vielerlei Hinsicht das iPhone. Sie bieten einen großen Bildschirm mit hoher Auflösung (320 × 480 Pixel), sie werden mit sanften Berührungen bedient (das G1 hat zusätzlich eine aufklappbare Tastatur), und das Betriebssystem ist schick, schnell, modern. Im Unterschied zum iPhone lassen sie sich in allen Netzen einsetzen, nötigenfalls auch mit einer Prepaid-Karte.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Für mehr Offenheit steht zudem das Linux-Betriebssystem Android, das von Google zusammen mit den Netzbetreibern sowie Motorola, Samsung, Sony Ericsson, HTC und anderen in einer „Open Handset Alliance“ entwickelt wird. Android soll demnächst sogar auf kleinen PCs zum Einsatz kommen. Sein Programmcode basiert auf der Open-Source-Idee und ist in großen Teilen frei einsehbar. In Sachen Bluetooth und GPS-Anwendungen oder der Erweiterung des Speichers mit Micro-SD-Karten sind die Google-Maschinchen dem iPhone sogar überlegen.

          Etwas kleiner, kompakter und leichter

          Aber die lobenswerte Idee der Offenheit und Transparenz stößt schnell an Grenzen. Das Stichwort heißt Google: Beide Modelle sind ganz auf die Google-Dienste zugeschnitten. Nicht nur in Sachen E-Mail, sondern auch mit dem Chrome-Browser, mit Google Maps und der Kontaktverwaltung. Wer sich nicht mit den Angeboten der zunehmend unheimlichen Datenkrake anfreunden kann, ist hier schlecht beraten. Mit der ersten Android-Version konnte man das Handy ohne Gmail-Konto nicht einmal in Betrieb nehmen, das ist nun mit Version 1.5 anders, indes geht ohne dieses vieles nicht.

          Flinke Eingaben: Mit der neuen Software 1.5 gibt es zusätzlich eine virtuelle Tastatur

          Doch zunächst ein Blick auf die Hardware: Ob der fehlenden Tastatur ist das ganz neue HTC Magic etwas kleiner, kompakter und leichter als das G1. Eingaben nimmt man allein mit einer virtuellen Tastatur auf dem Bildschirm vor, eine Wortratefunktion tritt ergänzend hinzu. Die reale Tastatur des G1 ist zwar ordentlich und erlaubt eine schnellere Texterfassung, aber das ständige Auf- und Zuschieben stört gewaltig. So gesehen gefällt das Neue besser. Es hat zudem einen etwas stärkeren Akku und hält damit rund anderthalb Tage durch. Gemeinsam ist beiden eine nahezu vollständige Ausstattung mit UMTS und HSDPA (bis 7,2 MBit/s), Bluetooth, Wireless-Lan, sehr empfindlichem GPS-Empfänger und passabler Kamera. Eine Sprachwahl und -steuerung fehlt, die Verarbeitungsqualität ist mittelmäßig.

          Fummelige Eingaben sind hier nicht angesagt

          Beide Google-Handys machen erst dann etwas her, wenn man sie in Betrieb genommen hat. Der Starbildschirm wirkt frisch und aufgeräumt, und wie beim iPhone kommt ein hochwertiges kapazitives Display zum Einsatz, das allein auf sanfte Fingerberührungen reagiert. Fummelige Eingaben mit einem Stift (wie bei den Microsoft- und Nokia-Systemen mit resistiver Anzeige) sind hier also nicht angesagt. Alle Basisfunktionen lassen sich schnell erreichen, die Menüs sind klar gestaltet und nahezu selbsterklärend. Beide sind sehr flink und Multitasking-fähig. Und wenn man das erste Mal den Google-Browser „Chrome“ aufruft, stellt sich sofort Begeisterung ein: Internetseiten werden fast so gut wie auf dem iPhone dargestellt, mit kurzen Fingerbewegungen oder der Rollkugel bewegt man sich butterweich über die Seite.

          Auch komplizierte Internetauftritte werden prima umgesetzt. Kurzum: Neben Safari im iPhone ist dies der zweite brauchbare Browser fürs abendliche Sofa-Surfen. Was demgegenüber die großen Mitbewerber anbieten, darf fortan als drittklassiger Notbehelf gelten. Im Unterschied zum iPhone fehlt dem G1 und dem Magic allerdings Multitouch, also die Steuerung mit mehreren Fingern, etwa um den Bildschirminhalt zu vergrößern oder zu verkleinern. Diese Funktion ist angeblich im Gerät vorhanden und allein aus patentrechtlichen Gründen gesperrt.

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