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Symfonisk von Sonos und Ikea : Musik aus dem Möbelhaus

  • -Aktualisiert am

Symfoniskorchester: Ikeas Lautsprecher gibt es in zwei Farbvarianten. Bild: Hersteller

Mit dem Symfonisk bringen Ikea und Sonos ein gemeinsames Produkt auf den Markt. Es wäre mit Abstand das günstigste Modell im Sonos-System. Und wie steht es mit der Klangqualität?

          Der eine hat schon im vorigen Jahrhundert den Möbelmarkt aufgemischt, der andere ist eine große Nummer im Geschäft mit drahtlosen Lautsprechern. Jetzt erwarten Ikea und Sonos ein gemeinsames Baby. In der vergangenen Woche haben sie es am Rande der Mailänder Möbelmesse vorgestellt. Einen Taufnamen gibt es schon, ganz im Stil des blau-gelben Konzerns: Symfonisk soll der aus zwei Lautsprechermodellen bestehende Nachwuchs heißen, Anfang August soll er das Neonlicht der Ikea-Filialen erblicken. Bemerkenswert: Die Namen beider Elternteile stehen in gleicher Größe auf dem Typenschildchen; bisher pflegte Ikea eher Zulieferverhältnisse, die den Namen des Vaters anonym ließen. Die Ikea-Gene sind unverkennbar. Grobe Textilbespannungen verhüllen die Elektronik, passend zum modernen Retro-Stil, den die Schweden gern pflegen. Für Technik und akustische Abstimmung zeichnet, klarer Fall, Sonos verantwortlich. Wie stark prägt das amerikanische Genmaterial das neue Produkt? So ganz genau wissen wir es erst, wenn im Juni Testmuster zur Verfügung stehen. Etliche Details aber sind klar.

          Eines der beiden Lautsprechermodelle steckt in einem quaderförmigen, schmalen Gehäuse, das waagerecht liegend oder aufrecht stehend aufspielt. In jedem Fall passt der Musikant, eine komplette Neukonstruktion, genau ins Rastermaß der Kallax-Regale. Die andere Symfonisk-Variante hat die Form einer kompakten, leicht bauchigen Säule, an deren Spitze eine Leuchte sitzt. Das ganze Konstrukt also könnte auch einfach eine Tischlampe mit korpulentem Fuß sein, mit einem runden Schalter an der Seite. Der Grundriss dieses Modells legt nahe, was Sonos bestätigt. Im Lampenfuß steckt die Basistechnik des Lautsprechers One, des kleinsten Modells der Sonos-Familie. Und die Leuchte? Ist sie so smart wie die vernetzten Lautsprecher? Kommt darauf an, nämlich darauf, ob in der E14-Fassung ein via App steuerbares Leuchtmittel steckt. Über die Sonos-Funkverbindungen jedenfalls lassen sich keine Lichtspiele inszenieren.

          Interessant ist die Preisgestaltung. Der kleinere Lautsprecher soll 99,95 Euro kosten. Damit wäre er mit Abstand das günstigste Modell im Sonos-System. Auf dem Preisschild der Leuchten-Variante wird 179 Euro stehen, das entspricht dem Preis des One-Vorläufers Play:1. Aber sind die Symfonisk-Modelle auch gleichberechtigte Mitspieler in der Sonos-Welt? Sie lassen sich tatsächlich nahtlos ins Funknetz einbinden und über die passende System-App steuern. Allerdings haben sie, anders als alle neueren Modelle, keine eingebauten Mikrofone für die Sprachsteuerung. Wer diesen Komfort nutzen möchte, braucht im Haushalt zusätzlich zum Beispiel den kleinen One oder ein anderes Gerät für den Kommandoempfang, etwa Amazon Echo. Bemerkenswert immerhin: Die Symfonisk-Lautsprecher unterstützen Trueplay, mit dieser Funktion lassen sich die Schallwandler einmessen. Sie sollen also auch in einer Ecke musizieren dürfen, ohne übertriebene Bässe in den Raum zu schicken.

          Und wie steht es überhaupt mit der Klangqualität? Sonos erhebt ja den Anspruch, dass sich all seine Lautsprecher beliebig zu größeren Surrround-Anlagen kombinieren lassen, weil die Elektronik ihr harmonisches Zusammenspiel gewährleiste. Ebendies soll auch auf die Ikea-Fraktion zutreffen. In einer Vorführkabine am Ort der Präsentation klappte das ganz gut. Die schmale Soundbar Beam etwa übernahm in einer Demo-Installation den Part des Centerkanals, für die Stereo- und die Surroundkanäle spielte ein gemischtes Quartett aus One- und Symfonisk-Exemplaren auf, die tiefen Bässe steuerte der Subwoofer Sub bei. Das Ensemble wirkte ziemlich harmonisch, soweit sich das unter Vorführbedingungen beurteilen lässt. Wie gut es wirklich tönt, eruieren wir, sobald die ersten Seriengeräte greifbar sind.

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