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Tablet Surface Go im Test : Wie klein ist das denn?

Klein und fein: Mit Blick auf die Maus sieht man, wie kompakt der Go ist. Bild: Hersteller

Versuche, Windows 10 auf das Tablet zu bringen, hat es schon des Öfteren gegeben, meist jedoch ohne Erfolg. Mit dem neuen Surface Go von Microsoft könnte alles besser werden.

          Es könnte auf den ersten Blick als iPad Pro durchgehen, ist es aber nicht: Das neue Surface Go von Microsoft bringt Windows 10 auf das Tablet, so dass man unterwegs alle Vorzüge und Apps des großen Betriebssystems nutzen kann und gleichzeitig ein kompaktes Gerät fürs Sofa-Surfen oder Lesen erhält. Solche Versuche hat es schon des Öfteren gegeben, die meisten scheiterten. Dass zudem Microsoft mit seinen bisherigen Surface-Modellen ein Qualitätsproblem hat, davor warnen nicht nur die amerikanischen Verbraucherschützer, denen detaillierte Statistiken vorliegen, sondern haben auch deutsche Kunden erfahren. Nichtsdestotrotz: Mit dem neuen Surface Go könnte alles besser werden, es schreit geradezu nach Erfolg, denn es hat genau die richtige Größe, und sein Gewicht von genau 520 Gramm liegt nur unwesentlich über dem eines iPad Pro 10.5 mit seinen 470 Gramm. Nur ist das Surface Go dicker (0,83 versus 0,61 Zentimeter), schon deshalb, weil an der Rückseite der Surface-typische Klappmechanismus untergebracht ist, mit dessen Hilfe das Tablet auch ohne angedockte Tastatur im Querformat auf dem Tisch stehen kann, etwa um Videos zu sehen. Mit dem iPad funktioniert dergleichen nicht.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Um die Geräte von Apple und Microsoft noch ein wenig zu vergleichen: Beide haben einen mittlerweile als unzeitgemäß geltenden schwarzen Rand um die Anzeige, der beim Surface Go sehr groß ist. Chance vertan, denn das Display löst mit nur 1800 × 1200 Pixel auf, während der Apple-Rivale 2224 × 1668 Pixel erreicht. Beide Anzeigen spiegeln, aber beim Surface Go ist dieser für produktives Arbeiten sehr nachteilige Effekt deutlich stärker zu sehen. Kurzum: Fürs Auge ist Apple besser. Aber Microsoft bietet mehr Konnektivität. Die zusätzlich zu erwerbende Tastatur wird mit magnetischen Pogo-Pins angedockt, eine Maus und ein Stift kommen bei Bedarf hinzu. Der riesige Pluspunkt ist der USB-Typ-C-Anschluss, der einen uneingeschränkten Zugriff auf sämtliche Windows-Peripherie erlaubt, nötigenfalls mit einem Adapter. Und es gibt einen Schacht für Micro-SD-Karten, ebenfalls ein Gewinn. Geladen wird der Surface Go wahlweise via USB Typ C, aber mitgeliefert ist ein Netzteil, das einen proprietären Anschluss nutzt, schade.

          Die Tastatur braucht man. Auf Maus und Stift kann man gut verzichten, wenn man ein paar Euro sparen will.

          Von Hause aus ist der Surface Go in einer kleinen Variante mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte Emmc-Speicher für günstige 450 Euro zu haben. Der Platz ist knapp, und Emmc ist beim Schreiben so langsam, dass wir davon abraten. Wir hatten die zweite Modellvariante mit acht Gigabyte RAM und einer 128-Gigabyte-SSD für 600 Euro im Einsatz. Der Prozessor ist ein Intel 4415Y, der auf der Kaby-Lake-Architektur basiert und dessen Leistung noch unter einem Core-M3 liegt. Aber wir wurden positiv überrascht: Wir installierten Office 365 und einiges mehr. Anlass zur Kritik gab das Arbeitstempo nur selten, sofern man typische Büro- und Internetanforderungen mit dem Surface Go bewältigen will. Die viele Ressourcen fordernde Spracherkennung Dragon 15 von Nuance ließ sich problemlos installieren, lief dann ordentlich und ließ nur bei Bearbeitung und Korrektur an Tempo zu wünschen übrig. Angst vor zu wenig Leistung braucht man eher nicht zu haben. Klar ist indes: Der Surface Go ist kein Spielerechner und taugt auch nicht zur Videobearbeitung.

          Ab Werk kommt Windows 10 im S-Modus zum Einsatz, damit lassen sich nur Anwendungen aus dem Microsoft Store laden. Doch man kann unentgeltlich das Betriebssystem auf ein „richtiges“ Windows 10 aktualisieren, einen Weg zurück gibt es jedoch nicht. Auf unserem Gerät lief Windows 10 Pro, für Privatkunden gibt es jedoch nur ein Windows 10 Home. Das bedeutet dann: Alles Gewohnte läuft, auch die vielen kleinen Dinge, die mit einem iPad nicht funktionieren, sind nun zu erledigen, ohne dass man den großen Rechner im Arbeitszimmer anwirft. Das ist der Charme des Surface Go.

          Mit der Zusatztastatur, sie heißt Surface Go Type Cover, für Preise von 100 bis 130 Euro, lässt sich gut tippen, und selbst ein hinreichend großes Touchpad ist unterhalb der Leertaste eingebaut. Die Tastatur kann sich zudem ihren Hintergrund beleuchten. Als kleines mobiles Schreibgerät macht das Surface Go eine gute Figur. Neben dem fetten Bildschirmrand und der stark spiegelnden Anzeige stört allerdings die kurze Akkulaufzeit, die bei produktiver Arbeit kaum mehr als fünf Stunden beträgt.

          Kostet das iPad Pro 10.5 mitsamt Keyboard mindestens 900 Euro, ist man hier bereits mit 700 Euro dabei. Allerdings ist das Tablet-Erlebnis mit dem iPad deutlich besser. Wer auf den Euro achten muss, werfe einen Blick auf das einfache iPad der sechsten Generation, erhältlich seit März, es kostet 350 Euro, und eine dazu passende Tastatur gibt es für weniger als 100 Euro.

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