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Surface 2 im Test : Microsofts doppelte Tablet-Strategie

Bild: F.A.Z.

Microsoft kann gelassen bleiben, wenn Apple morgen seine neuen iPads vorstellt. Die neuen Surface-Tablets können mithalten. Die Pro-Variante will sogar mehr sein als ein Tablet.

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          Es mag Zufall sein, dass Microsoft gerade jetzt Deutschlands Technikredaktionen mit Testgeräten der Surface-Tablets versorgt und die Sperrfrist auf diesen Montag angesetzt hat, wo doch einen Tag später Apple seine neuen iPads vorstellen wird. Nun ist das schon einmal schief gegangen, als Steve Ballmer auf der CES 2010 kurz vor Start des ersten iPads etwas unbeholfen HP-Tablets mit Windows 7 als Betriebssystem vorgestellt hat, um Apple die Show zu stehlen. Seither ist viel Entwicklungszeit vergangen, und Steve Ballmer bald nicht mehr Chef von Microsoft.

          Apple wird an diesem Dienstag seine fünfte Version des erfolgreichen iPad vorstellen und Microsoft hat sein Surface rundum erneuert. Das gilt auch für die Namen. Das schmale, etwas schwächere Surface mit Windows RT 8.1 als Betriebssystem heißt jetzt schlicht Surface 2. Es ist ein klassisches Tablet zum Mailen und Surfen. Sein größerer Bruder mit Windows 8.1 Pro und besserer technischer Ausstattung heißt jetzt Surface Pro 2. Es ist eigentlich ein Ultrabook, das sich auch als Tablet einsetzen lässt. So weit die Theorie von Microsoft.

          Das kleine Flache

          Die Runderneuerung hat dem kleinen Surface gut getan. Es ist nicht nur etwas schmaler geworden, sondern hat auch einen schnelleren Prozessor bekommen. Der Nvidia Tegra 4 hat genügend Rechenleistung, damit man auf dem Tablet flüssig arbeiten kann. Es ruckelt nichts, die Wechsel zwischen den Apps gehen flott und die RT-Versionen von Word oder Excel laufen, ohne dass man bei bestimmten Aktionen auf die Ausführung warten müsste. Man wischt und tippt nun auf einem Bildschirm mit einer Full-HD-Auflösung. Der sRGB-Farbraum wird zwar nicht wie beim großen Bruder vollständig dargestellt, aber die Brillianz der Farbdarstellung ist besser als bei manchen Konkurrenten. Und die Auflösung ist so gut, dass man selbst bei sehr vergrößerter Darstellung von Buchstaben keinerlei Pixel an den Kanten sieht. Ebenfalls verbessert wurden die Kameras. Die hintere hat 5 Megapixel, um Fotos zu machen. Die vordere 3,5 Megapixel für den Videochat. In beiden Fällen haben uns die Bilder überzeugt.

          Auf dem Surface 2 läuft immer noch als Betriebssystem Windows RT, nun in der Version 8.1. Es ist vergleichbar mit den Tablet-Betriebssystemen der Konkurrenz. Auf dem geschlossenen System können Programme nur per App-Store installiert werden. Es ist zwar möglich, in die Desktop-Ansicht zu wechseln, sodass es den Anschein hat, als hätte man ein klassisches Windows vor sich. Doch die einzigen Programme, die dort zu finden sind, stammen von Microsoft selbst und sind auf RT zugeschnittene Spezialversionen von Word, Excel und so weiter. Das heißt, das Surface 2 ist ein gewöhnliches Tablet, das mit Apps, in diesem Fall in Kachelform, bedient wird. Da die Performance und der Bildschirm mittlerweile bei den wenigsten Flach-Computern ein Problem ist, sollte man einen Blick auf die zur Verfügung stehenden Apps werfen. Wichtig bei diesem Vergleich ist nicht die von der Herstellern angegebenene Gesamtzahl der Apps, sondern die Verfügbarkeit von einschlägigen Apps. Und da muss Microsoft in seinem Store immer noch aufholen. Das ist ein Nachteil.

          Das große Dicke

          Als wir den Vorgänger des Surface Pro 2 in den Händen hielten und testeten, fragten wir uns, ob es sich nun noch um ein Tablet handelt oder das Gerät schon ein Notebook ist. Dementsprechend kritisch fiel derzeit auch unser Urteil aus. Möglicherweise haben wir die falsche Perspektive eingenommen. Geht man davon aus, dass das Surface Pro 2 ein Notebook mit Touchdisplay ist, das auch mal als Tablet benutzt werden kann, fällt das Urteil nun vielleicht anders aus. Auch bei diesem Gerät stimmt die Performance. Der neue Intel-Prozessor mit Haswell-Architektur, in diesem Fall ein i5, spendet zusammen mit dem mindestens 4 Gigabyte großen Arbeitsspeicher genug Kraft für die meisten Programme. Grafiker oder Spieler können den Arbeitsspeicher gegen Aufpreis auf 8 Gigabyte erhöhen. Das dürfte auch diesen Nutzern genügen. Unser Testgerät war selbst mit 4 Gigabyte auf jeden Fall hinreichend ausgestattet. Microsoft hat nach eigenen Angaben geschafft, den sRGB-Farbraum vollständig abzubilden - und das bei beständiger Farbtemperatur. Deswegen können auch Grafiker das Gerät für ihre Zwecke professionell einsetzen.

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