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Streaming mit Spotify & Co. : Im Netz ist Musik drin

Das Portfolio der diversen Anbieter ist stets ähnlich strukturiert und in drei Preisstufen gegliedert: Gratis kann man, etwa bei Last.fm, eine Art personalisiertes Radio nutzen. Man gibt Interpret, Genre oder Titel an, Last.fm spielt dann passende Musik ab. Ähnlich Nokia Mix Radio, das ohne Registrierung gratis und werbefrei auf jedem Lumia-Smartphone läuft: Man wählt einen vorgegebenen Mix, eine Zusammenstellung von Stücken oder kreiert einen eigenen durch die Eingabe von drei Künstlernamen. Sechsmal je Stunde darf man einzelne Titel überspringen, und während der Wiedergabe kann man den Mix mit eigenen Plus- und Minus-Bewertungen beeinflussen. Bis zu vier Mixe lassen sich aufs Smartphone laden, um unterwegs Datenkosten im Mobilfunk zu vermeiden. Jenseits des Nokia-Telefons darf man das Angebot auch im Browser ausprobieren.

Auch das Gratisangebot von Spotify besteht darin, dass man Musik einzelner Künstler in zufälliger Reihenfolge hören kann, mehr Möglichkeiten hat man am PC oder mit dem iPad. Für fünf Euro im Monat bekommt man die „Unlimited“ genannte Option ohne Werbung, die jedoch derzeit auf der Internetseite nicht mehr angeboten wird. Wer bei Nokia das Plus-Angebot bucht, kann unbegrenzt Titel überspringen und eine beliebige Zahl von Mixen für den Offline-Einsatz speichern.

Zwischen 20 und 30 Millionen Titel

Auch Simfy, Rdio, Deezer und Rhapsody bieten günstige Tarife für den Einsteiger. Allen gemeinsam ist jedoch, dass der Blick vorrangig auf die Premium-Pakete gelenkt wird, die durchgängig zehn Euro im Monat kosten. In diesen Flatrate-Angeboten ist alles dabei, die Nutzung am PC und auf Mobilgeräten, das Speichern von Alben und Titeln auf Smartphones für den Offline-Einsatz und zumeist eine höhere Bitrate der MP3-Dateien. Die Unterschiede der einzelnen Anbieter sind nicht auf den ersten Blick zu sehen. Wichtig kann zum Beispiel sein, dass ein Multiroom-Lautsprechersystem wie etwa Sonos unterstützt wird. Nach Eingabe der Zugangsdaten geht die Musik nicht mehr den Umweg über Rechner, Smartphone oder Tablet PC, sondern wandert direkt aus dem Netz zur Musikanlage. Auch ist nicht jeder Dienst für die weniger verbreiteten Smartphone-Betriebssysteme Windows Phone und Blackberry gerüstet.

Alle großen Anbieter protzen mit ihrer Musikbibliothek: 20 Millionen Titel bei Spotify oder gar 30 Millionen bei Deezer. Das hört sich nach einem überwältigenden Angebot an. Nähert man sich dem Repertoire mit einem Mainstream-Musikgeschmack, ist die Fülle geradezu erschlagend. Es ist eben alles auf Mausklick verfügbar, zumindest aus den Bereichen Rock und Pop, Rap, Dance, Soul und Alternative. Wer sich mit Jugendlichen oder Junggebliebenen auf die Suche nach ihren Lieblingstiteln macht, sieht schnell ein Leuchten in den Augen. Doch viele Musikgruppen haben ihre Rechte nicht oder nur stark eingeschränkt für das Streaming freigegeben. Dazu gehören etwa Die Ärzte und Die Toten Hosen. Auch manche Compilation fehlt bei unklarer Rechtelage, gegebenenfalls findet man aber die einzelnen Titel. Klassik und Jazz sind meist ordentlich aufgestellt, aber der HiFi-Liebhaber älterer Schule wird mühelos Dutzende von CDs aus seinem Regal ziehen, die man im Streaming-Portfolio nicht findet - alte Einspielungen beispielsweise oder kleine Auflagen exotischer Labels. In diesem Sinne sind 20 Millionen Titel gewiss viel, aber mit viel weniger sollte man sich nicht zufriedengeben.

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