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Spracherkennung : Jetzt wird in der Cloud diktiert

Wer die Finessen der Korrektur nutzen möchte, findet in der Mac-Welt leider nur einen Bruchteil der Möglichkeiten aus Windows vor. Bild: Michael Spehr

Spracherkennung funktioniert besser, als man denkt. Fast jedes Wort wird fehlerfrei erkannt. Hersteller Nuance geht nun einen Schritt weiter.

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          Unlängst kam ein in der IT-Technik tief verwurzelter Kollege unfreiwillig zum Einsatz der Spracherkennung, denn er hatte sich mehrere Finger gebrochen. Zwar wusste er, dass die Programme in den vergangenen Jahren deutlich leistungsfähiger geworden sind und weniger anfängliches Training erfordern. Aber als er dann gezwungenermaßen Dragon 5 für den Mac selbst testen musste, weil es mit der Hand nicht anders ging, fielen Staunen und Verblüffung zusammen: „Es ist für mich unfassbar, wie schnell ich damit Text verfassen kann. Das hätte ich schon viel früher ausprobieren müssen.“

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Spracherkennung funktioniert bei alltagssprachlichen Texten ohne Fachvokabular und komplizierte Eigennamen mittlerweile nahezu perfekt. Diktieren ist immer schneller als schreiben, selbst wenn man einen anschließenden Korrekturlauf dazurechnet. Nur muss man Diktieren können und wollen. In den Zeiten der Textverarbeitung hat man es verlernt, ganze zusammenhängende Sätze zu formulieren. Diktieren ist die Kunst, nicht die Spracherkennung.

          Wir haben in den vergangenen Wochen die verbesserte Produktpalette von Nuance ausprobiert, dem Marktführer und Quasi-Monopolisten. Alle vier neuen Apps wollen mit einer Idee glänzen: Erstmals gibt es eine Cloud-Anbindung bei Nuance. Der Datenspeicher in der Wolke soll den geräteübergreifenden Austausch des persönlichen Vokabulars erlauben. Das funktionierte bisher in der PC-Welt nur mit aufwendigem Export und Import - und in Richtung zum Smartphone oder Tablet PC gar nicht. Das neue Konzept heißt Dragon Anywhere und erfordert neben der passenden Software ein Abonnement für den Datenaustausch: Zwischen 20 Euro im Monat und 204 Euro im Jahr lässt sich Nuance für seinen Service bezahlen. Dazu kommt die Software, die sich am Windows-Rechner oder Mac zwar unabhängig von der Cloud einsetzen lässt, aber natürlich ebenfalls kostet.

          Für die Microsoft-Welt gibt es ein neues Dragon Professional Individual, das mit einem Preis von 400 Euro deutlich teurer ist als die sonst für alle privaten Zwecke ausreichende Premium-Variante (150 Euro), aber günstiger als die Professional, für die mehr als 800 Euro auszugeben sind. In der Tat liegt Individual vom Funktionsumfang her in der Mitte, es fehlen gegenüber der Profivariante unter anderem die Server- und Netzwerkfunktionalitäten. Hinsichtlich der Spracherkennung ist Individual mit der internen Versionskennziffer 14 einen kleinen Schritt weiter als die beiden 13er-Versionen von Premium und Professional. Von diesen zu aktualisieren lohnt sich nur dann, wenn man Anywhere nutzen will. Wer indes neu einsteigt oder eine noch ältere Dragon-Variante im Einsatz hat, hält sich mit der Individual alle Optionen offen. Die neue Mittelklasse ist das spannendste Windows-Produkt.

          Die gesamte Optik durchgreifend modernisiert

          Eine nahezu identische Erkennungsleistung, aber ein ganz anderes Nutzer-Interface bietet Dragon 5 für den Mac, es kostet 200 Euro. Die Apfel-Software hatte bislang manche Made, die einem den Spaß an der Sache verdarb. Nun wurde die gesamte Optik durchgreifend modernisiert, der neue Drache tanzt auf einem schlanken Fuß, das tut ihm gut. Das früher langwierige Sprechertraining entfällt zugunsten einer kurzen Mikrofonanpassung, die in Windeseile erledigt ist. Die Erkennungsgenauigkeit ist wie in der Windows-Welt geradezu phänomenal.

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