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Spracherkennung Flex T9 : Neue Kraft für Android

Sprich mit mir: Flex T9 von Nuance Bild: Spehr

Nuance-Spracherkennung für Android: Der amerikanische Marktführer hat ein neues Programm auf den Markt gebracht. Flex T9 fügt sich geschmeidig in Android ein. Es ersetzt nämlich die gewohnte Tastatur. Man kann überall und in jeder App diktieren.

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          Jedes aktuelle Android-Smartphone bringt eine Spracherkennung mit. Am spektakulärsten ist die Sprachsuche von Google. Man tippt auf die entsprechende Menüschaltfläche, sagt „Restaurant in der Nähe“, und schon startet eine Google-Suche im Browser mit dem erkannten Text. Das funktioniert beeindruckend gut. Wer jedoch mit Android eine SMS oder E-Mail diktieren will, findet zwar auf der Tastatur ebenfalls ein Spracherkennungssymbol. Aber die Erkennungsleistung bleibt bescheiden, und - vor allem - Satzzeichen werden nicht umgesetzt.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Deshalb schielten bislang manche Android-Nutzer eifersüchtig auf das iPhone und die Nuance-App „Dragon Dictation“, deren Erkennung einzigartig ist. Doch nun hat der amerikanische Marktführer ein Programm auf den Markt gebracht, das weit über die iPhone-Software hinausgeht. Während man bei Dragon Dictation wegen der zahllosen Einschränkungen von Apples Betriebssystem stets diktiert und dann in andere Anwendungen (SMS, E-Mail, Twitter) exportiert, fügt sich das neue Flex T9 geschmeidig in Android ein. Es ersetzt nämlich die gewohnte Tastatur. Also kann man überall und in jeder App diktieren, ein schöner Fortschritt.

          Zudem ist Flex T9 mehr als nur ein Spracherkenner, denn es bietet bei der Eingabe gleich mehrere Verfahren an: Bei der Schrifterkennung zeichnet man die Buchstaben einzeln auf eine Fläche, die ungefähr die Hälfte des Bildschirms einnimmt - wie früher bei den Taschencomputern von Palm. Nur dass jetzt zusätzlich ein Wörterbuch bereitsteht, also schon nach zwei, drei Buchstaben erste Vorschläge zur Wortergänzung kommen, die man dann mit einem Fingertipp bestätigt. Ferner steht die Swype-Eingabemethode zur Verfügung. Dabei gleitet man mit dem Finger über die virtuelle Tastatur, von einem Buchstaben zum nächsten, und zwar ohne abzusetzen. Diese Daumenmalerei funktioniert verblüffend gut.

          Ungefähr 60 Sekunden Zeit für sein Diktat

          Schließlich die Spracherkennung für Deutsch oder Englisch: Man tippt auf das Nuance-Symbol der Tastatur und hat ungefähr 60 Sekunden Zeit für sein Diktat, das aus mehreren Sätzen bestehen kann. Die Erkennung erfolgt nicht auf dem Smartphone, dafür sind Rechenleistung und Arbeitsspeicher zu knapp, sondern auf ausgelagerten Servern: Die Audio-Aufnahme wird über Mobilfunk oder W-Lan an Nuance übermittelt, in der Ferne transkribiert und das Resultat dem Absender zurückgeschickt. Die Erkennungsrate ist geradezu atemraubend, viel höher als bei Googles System. Geht es um einfache Dinge, wie man sie mit schlichtem Wortschatz üblicherweise in SMS formuliert („Komme etwas später, warte nicht mit dem Mittagessen!“), sind die Ergebnisse fast immer perfekt. Mit der Komplexität des Vokabulars steigt die Fehlerrate, aber davon einmal abgesehen ist man mit Diktat und Spracherkennung deutlich schneller als mit der sonst üblichen Fingerakrobatik.

          Die Korrektur von Erkennungsfehlern ist allerdings etwas komplizierter als auf dem iPhone. Im Gegensatz zum Google-System funktioniert nicht nur die Erkennung von Interpunktionszeichen, sondern man kann sogar etliche vertraute Kommandos aus Dragon Naturally Speaking einsetzen (“neue Zeile“, „neuer Absatz“). Alles in allem also ein sehr durchdachtes Programm, das im Unterschied zur PC-Software von Nuance kein vorheriges Training erfordert. Die Software kostet im Android Market 3,58 Euro. Beim Diktieren sollte man beachten, dass beim Hochladen von Audiodateien in den Mobilfunknetzen weitere Kosten anfallen. Ein Datenvertrag für den mobilen Einsatz ist also angesagt. Auch mag sich mancher daran stören, dass die eigenen Diktate, wie bei Google, auf fremden Servern landen.

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