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Sportuhren Fitbit und Polar : Zwei Wege aus einer langen Krise

Sense von Fitbit und Vantage V2 von Polar Bild: Hersteller

Wie Fitbit und Polar wieder attraktiv werden wollen: Zwei neue Sportuhren mit innovativen Funktionen.

          4 Min.

          Alle Hersteller profitieren derzeit vom stark wachsenden Markt der smarten Armbanduhren und Sportuhren. Apple ist der unbestrittene Marktführer und hat nach Schätzungen von Analysten bislang insgesamt 100 Millionen Einheiten seiner Apple Watch verkauft. Huawei, Samsung und Garmin folgen. Doch es gibt auch Verlierer mit schrumpfendem Marktanteil, und das ist an erster Stelle das zu Google gehörende Unternehmen Fitbit. Der frühere Pionier muss sich neu im Markt positionieren, und das gilt auch für den finnischen Hersteller Polar, der in vergangenen Zeiten mit seinen Sportuhren geradezu Maßstäbe setzte und dann eine lange Phase der Stagnation durchlief.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Letztlich bleibt solchen Herstellern in diesem Segment nur eins: mit Innovation und frischen Ideen einen Weg aus der Krise finden. Wir haben zwei Neuerscheinungen von Fitbit und Polar ausprobiert, mit denen die beiden Unternehmen die Gunst der sportinteressierten Kunden abermals gewinnen wollen.

          Die Sense von Fitbit ist nicht auf den ersten Blick als Sportuhr zu erkennen, weil sie mit einer Diagonale von nur 40,5 Millimeter und einer Höhe von 12,3 Millimeter ausgesprochen kompakt wirkt. Mit Aluminiumgehäuse kommt sie auf ein Gewicht von 45 Gramm, sie ist wasserdicht bis 50 Meter und wird mit dem Touchscreen sowie einer am linken Rand ins Gehäuse integrierten Taste bedient, die man einfach tippen kann oder doppelt.

          Die Sense von Fitbit ist nicht auf den ersten Blick als Sportuhr zu erkennen. Bilderstrecke
          Im Test : Sportuhren von Fitbit und Polar

          Die Sense hat ein vorzügliches Display, zum Einsatz kommt die kontraststarke Amoled-Technik mit satten Farben. Die Anzeige ist auf Wunsch „always on“, immer eingeschaltet, wenngleich in reduzierter Darstellung. Das Display löst mit üppigen 336 x 336 Pixel auf und überzeugt. Das mitgelieferte Kunststoffarmband lehnt sich optisch an die ähnlich aussehenden Sportarmbänder der Apple Watch an, lässt sich indes nur sehr schlecht anlegen. Fitbit verwendet keineswegs das Wear OS genannte Uhrenbetriebssystem der Konzernmutter, sondern sein eigenes, proprietäres, das ein wenig schwachbrüstig wirkt. Auf Wischbewegungen mit dem Finger reagiert die Uhr nicht immer prompt.

          Fitbit hat die Sense als Gesundheitsuhr konzipiert, sie richtet sich nicht an den professionellen Sportler, sondern an denjenigen, der zwar seine Aktivitäten aufzeichnen will, aber in erster Linie an Fitness- und Gesundheitsdaten interessiert ist. 20 Trainings sind an Bord, viele werden automatisch mit dem Start erkannt, GPS und Höhenmesser sind ebenfalls eingebaut.

          Zu hohe oder zu niedrige Herzfrequenz

          Die Besonderheit ist jedoch die EKG-Messung, die wie bei der Apple Watch ein Einkanal-EKG erstellt, das sich zur Diagnose des gefährlichen Vorhofflimmerns eignet. Die Kurve ist allerdings erst dann sichtbar, wenn man sie als PDF exportiert. Wie die Apple Watch schlägt auch die Sense bei zu hoher oder zu niedriger Herzfrequenz Alarm, sie misst den Ruhepuls und die Herzfrequenz fortlaufend. Auch der Fitnessindikator VO2max sowie die Sauerstoffsättigung lassen sich bestimmen.

          Nachts wird sodann während des Schlafs die Hauttemperatur gemessen, und neu ist die Erfassung einer „elektrodermalen Aktivität“, welche die Hautleitfähigkeit misst. Diese Funktionen lassen einen ein wenig ratlos zurück, weil man mit den Ergebnissen nicht viel anfangen kann. Zwar ist die Sense mit einem Preis von 330 Euro eher günstig aufgestellt, aber viele Fitness- und Gesundheitsfunktionen lassen sich nur mit einem Abonnement für 9 Euro im Monat nutzen. Ob diese Geschäftsidee aufgeht, wagen wir zu bezweifeln. Immerhin kann man ein halbes Jahr lang kostenlos ausprobieren, ob die bei anderen Uhren mit dem Kaufpreis abgegoltene Analytik diesen Preis wert ist.

          Nun kommt ihr Nachfolger

          Wer schon in den 1980er oder 1990er Jahren mit ersten Sportuhren seine Trainings erfasste, hatte höchstwahrscheinlich eine Polar am Arm. Das Unternehmen setzte 2018 auf einen Neustart und brachte seine Sportuhr Vantage, die mit ihrem frischen Design die bis dahin etwas angestaubt wirkende Produktpalette des Hauses modernisierte. Nun kommt ihr Nachfolger, die Vantage V2, die wir einige Zeit getragen haben.

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