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Garmin Fenix 5 Plus im Test : Drei Sportler sollt ihr sein

Kartenmaterial gehört grundsätzlich zur Serienausstattung

Wichtiger erscheint, dass die neuen Uhren nun allesamt ein Navigationssystem eingebaut haben. Das bot bislang nur die Fenix 5 X, also das große Modell. Jetzt gehört das Kartenmaterial grundsätzlich zur Serienausstattung. Auf den in Europa erworbenen Geräten sind die Regionen Europa, Mittlerer Osten, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Pazifik installiert. Die Karten sind routentauglich, auch und gerade fürs Laufen und Radfahren. Nach der Eingabe eines Ziels ist die Führung ein wenig umständlich, weil man oft auf die Uhr schauen muss, aber man bekommt Hinweise vor jedem Abbiegevorgang und sieht eine Mini-Karte. Führen lassen kann man sich nicht nur zu markierten Stellen, sondern auch zu Sonderzielen in der Umgebung.

Wir ließen uns mit dem Rad von Frankfurt-Nied in Richtung Innenstadt leiten, das funktionierte prima. Die Route führte über ein paar Schleichwege im Wald und entlang einer Eisenbahnstrecke, fürs Auto also nicht geeignet. Noch interessanter wird das Ganze mit der Option, sich beliebte Rad- und Laufstrecken vorschlagen zu lassen. Die Künstliche Intelligenz, mit der gleich mehrere Routen angezeigt werden, basiert auf den meistverwendeten Strecken anderer Garmin-Läufer und -Radfahrer. Man gibt die Streckenlänge ein, wählt, ob es ein Rundkurs werden soll oder ein offenes Ziel – und einige Zeit später erhält man die Vorschläge. Das ist oft überraschend, vor allem in fremder Umgebung. Dass man nun als Radler oder Läufer schnell den Weg zur nächsten Tankstelle findet, ist ein Gewinn, selbst wenn die Routenberechnung an sich sehr lange dauert.

An der Tankstelle wiederum genießt man den nächsten Vorteil der Plus-Modelle: kontaktloses Bezahlen mit Garmin Pay. Einmal eingerichtet, funktioniert es überall dort, wo NFC-Karten akzeptiert werden. Man benötigt eine virtuelle Mastercard von Vimpay, zahlt dort ein Guthaben ein und richtet eine zweite virtuelle Garmin-Mastercard ein. Vor einer Transaktion muss die Brieftasche der Uhr mit einem Code entsperrt werden. Das Verfahren ist schnell, eingängig und sicher, und man sieht in der App von Vimpay sofort alle Transaktionen und Umsätze. Eine zweite Option, die wir nicht ausprobiert haben, ist Boon, ebenfalls eine virtuelle Prepaid-Mastercard des Anbieters Wirecard.

Schließlich das Pulsoximeter, es misst einige Sekunden lang und zeigt dann die Sauerstoffsättigung, die bei uns ohne Bergtour erwartungsgemäß zwischen 98 und 100 Prozent lag. Musik kann nun direkt von der Uhr aus wiedergegeben werden, entweder kopiert man eigene Titel – oder nutzt einen Streaming-Anbieter. Allerdings werden Spotify und Apple Music nicht unterstützt. Die größten Vorzüge der neuen Uhr führen auch direkt zu ihren Nachteilen: Je länger man trainiert, Musik hört und sich navigieren lässt, um so schneller ist der Akku leer. Mit der großen 5 X Plus kamen wir auf einige Tage Laufzeit, die kleinste S macht gegebenenfalls schon nach anderthalb Tagen schlapp. Telefonieren kann man mit den neuen Garmins nicht, sie haben keine Sim-Karte eingebaut. Der Preis der neuen reicht von 700 bis 1150 Euro, er ist hoch, aber für das Gebotene angemessen.

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