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Speichermedien : Der Siegeszug des Flash-Speichers

So klein und doch so groß: handliche 64 Gigabyte Bild: Hersteller

Vom USB-Stick über das Handy bis hin zur SSD-Festplatte: Der Flash-Speicher erobert die Welt der Computer und Elektronik und schreibt eine Erfolgsgeschichte. Schon bald könnte Ihr PC in eine Hosentasche passen.

          7 Min.

          Vor zwei Jahren jubelten die Festplattenhersteller in höchsten Tönen. Die gut 50 Jahre alte Speichertechnik sei dabei, neues Terrain zu erobern, nämlich die Welt der mobilen Musikspieler, der Digitalkameras und Handys. „Wie viele Festplatten sehen Sie auf diesem Bild?“, fragte ein Hersteller in seiner Werbung und zeigte das Wohnzimmer von morgen mit viel Heimelektronik. Natürlich nutzten alle dort sichtbaren Komponenten die Festplatte als Speichermedium. Diese schönen Träume sind vorbei. Vielmehr hat sich der Flash-Speicher durchgesetzt. Er hat keine beweglichen Teile, läuft geräuschlos und behält seine Daten ohne Stromzufuhr länger als zehn Jahre. Die Chips werden immer günstiger, und die Speicherkapazität wächst von Jahr zu Jahr.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Es gibt ein Wirrwarr unterschiedlicher Bauformen und Formate. Als Secure-Digital-Karte kommen in diesen Wochen die ersten zwei Gramm leichten Medien mit einem Fassungsvermögen von 8 Gigabyte in den Handel (für rund 80 Euro). Secure-Digital hat sich weitgehend durchgesetzt, in Digitalkameras ebenso wie beim Handy in der noch kleineren Micro-SD-Variante. Die ältere Compact-Flash-Karte ist nach wie vor in Spiegelreflexkameras der Oberklasse im Einsatz, alle anderen Formate sind Auslaufmodelle. Mit dem Handy K850i verabschiedet sich Sony Ericsson von seinem teuren Memorystick und setzt auf Micro-SD, und in der Fotowelt ist Fuji ebenfalls dabei, den Sonderweg der xD-Karte zu verlassen.

          Festplatte soll völlig ersetzt werden

          Jenseits der 2-Gigabyte-Grenze tragen die neuen Medien das SDHC-Logo mit dem Dateiformat FAT 32. 8 Gigabyte auf einer SD-Karte: Das ist Platz für Tausende von MP3-Stücken oder Digitalfotos. Um sich die Dynamik des Marktes vor Augen zu führen, sei daran erinnert, dass die erste 1-Gigabyte-Karte im Jahr 2001 rund 1.000 Euro kostete. In nur zwölf Monaten sank der Preis auf 400 Euro, und heute sind keine 10 Euro dafür zu bezahlen. Der Flash-Speicher kommt aber nicht nur im Kartenformat zum Einsatz. Als USB-Stick ist er das Speichermedium der Computerwelt schlechthin. Schon sind die ersten Geräte mit 16 Gigabyte erhältlich und mit 64 Gigabyte angekündigt.

          Schmuckstück: Dieser Kugelschreiber ist ein Massenspeicher

          Und nun soll der Flash-Speicher sogar die Computer-Festplatte vollständig ersetzen. Vor uns steht ein besonderes Notebook. Ein schicker, flacher Dell XPS M1330, der nicht nur mit seiner faszinierenden Optik und dem geringen Gewicht von 1,9 Kilogramm überzeugt. Der Dell XPS ist beispiellos leise und erwärmt sich selbst im Dauerbetrieb kaum. Beim Hinhören zu Hause in absolut ruhiger Umgebung wird es besonders deutlich: Das sirrende Laufgeräusch der Festplatte fehlt: ein geradezu ungewohntes Arbeiten mit Windows, selbst wenn man leise PCs gewöhnt ist. Das muss man einfach erlebt haben. Der M1330 ist jedoch nicht im Stromsparmodus, sondern arbeitet fleißig mit Tabellenkalkulation und Textverarbeitung. Das Flash-Medium heißt hier Solid State Disk (SSD) und fasst immerhin 32 Gigabyte.

          Die Tücken liegen im Detail

          Damit wird das empfindlichste und neben dem Lüfter lauteste Bauteil des Notebooks durch ein geräuschloses und gegen Stöße unempfindliches ersetzt, das eine geringere Leistungsaufnahme hat, weniger Abwärme produziert und damit thermische Probleme im Notebook mindert. Das sind zumindest die Versprechungen aus der schönen neuen Welt der SSD-Festplatten: weg mit der störanfälligen, stromhungrigen und lauten Mechanik und freie Bahn für verschleißfreie Elektronik. Doch die Tücken liegen im Detail.

          Die derzeit lieferbaren SSD-Medien sind rar. Nur Dell wollte und konnte uns ein Testgerät zur Verfügung stellen. SSD sind zudem verflixt teuer: 450 bis 650 Euro für die bescheidene Kapazität von 32 Gigabyte. Zum Vergleich: Eine typische Notebook-Festplatte mit 250 Gigabyte kostet um die 150 Euro. SSD bieten zudem bislang deutlich weniger Speicherplatz, das Maximum liegt derzeit bei 128 Gigabyte in den Ankündigungen einiger Hersteller. Und sie sind zwar beim Lesen ebenso flink wie eine Festplatte, aber nicht beim Schreiben.

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