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Soundbar von Technisat im Test : Der eierlegende Wollmilchriegel

  • -Aktualisiert am

Sonata 1 von Technisat Bild: Hersteller

Sonata 1 von Technisat ist Soundbar, TV-Receiver und Recorder in einem Gehäuse. DAB-Plus-Radio spielt auch mit. Elac steuerte sein Knowhow im Lautsprecherbau bei.

          Hier hat jeder eingebracht, was er am besten kann: Technisat steuerte seine bewährte Empfangstechnik bei, Elac sein Knowhow im Lautsprecherbau. Das Resultat heißt Sonata 1, eine Kombination aus einer Soundbar, Fernsehempfängern für alle Übertragungswege, DAB-Digitalradio, Surround-Decoder, Festplattenrecorder, Streaming-Server, Bluetooth-Empfänger und Smarthome-Zentrale. All dies steckt in einem 100 Zentimeter breiten und 18 Zentimeter tiefen, mattschwarzen Aluminiumgehäuse, das sich zwischen Sideboard und Bildschirm verstauen, an einen speziellen Standfuß montieren oder an die Wand schrauben lässt. Wir haben den Multifunktionsriegel, Kostenpunkt 999 Euro, ausprobiert.

          Besonders beeindruckt hat uns die Elektronikabteilung. Die Tuner für Satelliten-, Kabel- und Antennenempfang hat Technisat jeweils doppelt ausgelegt, damit man zum Beispiel ein Programm live anschauen und ein anderes gleichzeitig aufzeichnen kann. Programme in Ultra-HD-Auflösung verarbeitet die Videoelektronik mühelos, zur Entschlüsselung von Abo-Kanälen halten sich zwei CI-Plus-Schächte bereit.

          Eine 2,5-Zoll-Festplatte ergänzt das Ensemble zum Videorecorder. Ihre Installation erfordert nur einen Handgriff: Ein Schubfach auf der Rückseite des Gehäuses nimmt den Datenspeicher auf und verbindet ihn beim Einschieben mit der passenden SATA-Steckerleiste im Innern der Soundbar. Als Alternativen kommen auch SD-Karten, vernetzte NAS-Laufwerke und USB-Speicher in Frage; zwei USB-3-Anschlüsse sorgen für flotten Datentransfer. Über ein Ethernet-Kabel oder über das eingebaute W-Lan verbindet sich das Gerät mit dem Heimnetz und dem Internet. So kommen auch die üblichen Smart-TV-Funktionen auf den Bildschirm, etwa die Mediatheken der Sender, ein Browser und vieles mehr. Eine Serverfunktion nach dem Standard UpnP stellt Bild und Ton im ganzen Heimnetz zur Verfügung, so dass man Live-TV und Festplattenaufnahmen auch auf Computern oder Tablets anschauen kann – oder auch auf einem vernetzten Zweitfernseher.

          All dies erfordert gewisse Konfigurations- und Installationsarbeiten; sind sie erledigt, ist alles Weitere denkbar einfach. Technisat baut übersichtliche Nutzeroberflächen mit klaren Navigationsleisten, die sich zudem auf Basisfunktionen reduzieren lassen. Dass obendrein digitales Radio mitspielt und das Smartphone über Bluetooth für weitere Programmvielfalt sorgen kann, sind weitere Pluspunkte. Kommt obendrein noch ein Z-Wave-Stick ins Spiel, kann die Soundbar über diesen Funkstandard das smarte Zuhause steuern, etwa die Heizung hochfahren, die Terrassentür verriegeln oder die Bilder von der Webcam im Garten abrufen; der Fernsehbildschirm dient dann als Kontrollmonitor.

          Kurzum: Die Elektronik der Soundbar lässt keine Wünsche offen. Aber wie steht es mit ihren akustischen Fähigkeiten? Vier Breitbandchassis spielen in ihrem Inneren auf, ein Prozessor erzeugt, wenn er soll, virtuelle Surround-Klänge. So entsteht ein angenehmes Klangbild mit sehr breiter Stereobasis, die weit über die physischen Grenzen des Gehäuses hinausreicht. Zusätzliche Basskraft kann ein angeschlossener Subwoofer liefern; wir fanden aber schon die Tiefenwirkung der Sonata 1 überzeugend. Allerdings haben wir ein wenig von den Tuning-Optionen der Elektronik Gebrauch gemacht. Denn der Sonata-Lautsprecher neigt dazu, den Schall vertikal zu bündeln, der Klang hängt also von der Sitzhöhe ab.

          So haben wir mit dem eingebauten Equalizer die Höhen etwas angehoben und mittlere Frequenzen leicht abgesenkt, um eine wirklich ausgewogene Klangbalance zu erzielen. So ist die Sonata 1 eine seriöse akustische Bereicherung für Flachfernseher mit allzu dünnen Stimmchen. Von ihren umfassenden Empfangs- und Aufzeichnungsmöglichkeiten ganz abgesehen.

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