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Sony Move : Im Sport eine Leuchte

Controller mit Lampe für Sony Move Bild: Hersteller

Sony orientiert sich eng an der Wii und hat sein Move genanntes System für die Playstation 3 auf den Markt gebracht. Für 60 Euro bekommt man das Starterpaket, das aus Controller und Kamera besteht. In einer Hinsicht ist Move der Wii haushoch überlegen.

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          Sport und Action im Wohnzimmer? Die Rede ist von den neuen Spielekonsolen im Zeitalter der Bewegungserkennung. Mit einem Controller in der Hand steuert man seinen Avatar auf dem Fernsehgerät, die Konsole mitsamt angeschlossenen Sensoren wertet das Geschehen aus und setzt die Aktionen des Spielers um. Mit diesem Prinzip ist die Wii von Nintendo seit 2006 erfolgreich, nun stehen die Nachahmer in den Startlöchern.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Microsoft bringt noch vor Weihnachten für seine Xbox 360 das Kinect-System. Es verzichtet auf den Controller und analysiert Bewegungen des Spielers mit einer Kamera. Sony orientiert sich eng an der Wii und hat in diesen Tagen sein Move genanntes System für die Playstation 3 auf den Markt gebracht. Für 60 Euro bekommt man das Starterpaket, das aus Controller und Kamera besteht. Ersterer sieht mit seiner leuchtenden Kugel aus wie eine Lampe für Flugzeugeinweiser. Für die Bewegungserkennung im Raum erfasst die Kamera den leuchtenden Ball mitsamt dem Abstand zur Optik. Für eine bestmögliche Erkennung testet das System beim Start verschiedene Leuchtfarben und wählt eine mit gutem Kontrast zur Raumbeleuchtung.

          In der Fernbedienung messen ein Beschleunigungssensor und ein Gyroskop die Bewegungen, ein Magnetsensor orientiert sich am Erdmagnetfeld. Zur Bedienung gibt es die vier kleinen Playstation-Tasten rund um einen großen Move-Knopf für den Daumen, auf der Rückseite liegt ferner ein Abzug (Trigger). Im Unterschied zur Wii verzichtet der Sony-Controller auf Batterien und bringt einen fest eingebauten internen Akku mit, der nach Angaben des Herstellers neun Stunden durchhält. Er wird mit einem USB-Kabel an der Playstation geladen.

          Sechs Sportarten für ein bis vier Spieler aus

          Move ist schnell eingerichtet, gewöhnungsbedürftig ist nur das Manövrieren mit dem Controller durch das Hauptmenü der Konsole. Lässt sich die Wii-Sensorleiste problemlos auf dem TV-Gerät befestigen, findet die weitaus größere Sony-Kamera auf manchem Flachbildschirm nur schwer einen sicheren Stand, zumal auch das Kabel sehr steif ist.

          Wir probierten „Sport Champions“ (40 Euro) mit sechs Sportarten für ein bis vier Spieler aus. Solche Abenteuer am Bildschirm sehen auf einem HD-Fernsehgerät natürlich viel schicker und feiner gezeichnet aus als auf der Wii, die nur eine SD-Auflösung kennt und mit einem schlichten Scart-Kabel am Fernsehgerät angeschlossen wird. Aber nicht nur die realistischere Darstellung ist ein Gewinn, auch höhere Genauigkeit und Tempo treten sofort als Pluspunkte hervor. Beim Tischtennis wird erkannt, ob man mit der Vor- oder Rückhand schlägt, die Bälle lassen sich zudem stärker anschneiden. Selbst feine Drehungen des Handgelenks werden berücksichtigt.

          Latenzzeit von nur 22 Millisekunden

          In diesem Sinne ist Move der Wii haushoch überlegen. Sony spricht davon, dass die Move-Steuerung eine Latenzzeit von nur 22 Millisekunden habe, ein beachtlicher Wert. Trotzdem sind bisweilen Verzögerungen zwischen den eigenen Aktionen und dem Geschehen auf dem Bildschirm zu spüren, etwa beim Gladiatorenkampf mit dem Schwert.

          Insgesamt ist Sonys Move sinnvoll für denjenigen, der schon eine Playstation 3 sein Eigen nennt. Technisch interessanter und spielerisch anspruchsvoller scheint Microsofts Kinect zu sein. Und das Nintendo-System hat mehr Charme. Damit meinen wir die putzig gezeichneten Spielfigürchen, die liebevollen Animationen und den individuell zu gestaltenden Avatar, den „Mii“, der einen durch alle Abenteuer begleitet. Die große Herausforderung für Sony besteht also darin, mit weiteren Move-Spielen die Möglichkeiten der Hardware besser zu nutzen.

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