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Software : Mit Office 2007 wird alles anders

  • -Aktualisiert am

Excel 2007: Tendenzen und Entwicklungslinien schon in der nackten Tabelle Bild: Hersteller

Jeder benutzt es, viele hassen es und nur wenige verstehen es: Microsoft Office. Kann es eine Bürosoftware geben, die einfach zu bedienen ist? Eines steht schon einmal fest: Beim neuen Office-Paket 2007 von Microsoft ist nichts, wie es mal war. Aber was bringt das Programm wirklich?

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          Wenn Ende Januar das neue Office 2007 von Microsoft in den Handel kommt und die Erneuerung von Word, Outlook, Excel und Konsorten ansteht, wird man zunächst wieder einmal an die Absurdität erinnert, dass der typische PC-Nutzer Tag für Tag seine Texte mit einem Gerät schreibt, das dafür grotesk überdimensioniert ist. Die Rechenleistung eines Handys ist für simple Textverarbeitung und E-Mail allemal ausreichend, und wer zu Hause einen uralten Computer aus den 90er Jahren stehen hat, kann damit unter DOS beide Aufgaben prima erledigen, selbst die dickste wissenschaftliche Abhandlung mit Fußnoten, Verweisen und Bibliographie verfassen. Und ebenfalls die E-Mail mit Bravour erledigen: Wer erinnert sich an Pegasus-Mail für DOS?

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wem aber der technische Fortschritt bei der klassischen Bürosoftware im Rückblick gering erscheint, dem sei vor Augen geführt, dass das erste Word gerade einmal rund hundert Befehle enthielt, Word 2003 als aktuelle Version aber schon anderthalbtausend Funktionen umfasste. Dass nicht jeder Befehl von allen genutzt wurde, versteht sich von selbst. Allerdings blieben selbst ambitionierten Anwendern gesuchte Funktionen in den Tiefen der Menüs und Befehlsleisten verborgen. Hierunter litten nicht nur wordsche Texterfasser, sondern auch exzellente Kalkulierer und Powerpoint-Präsentierer. Statt den Befehlshaushalt noch einmal eklatant zu erweitern, will Microsoft mit Office 2007 die vorhandenen Funktionen leichter verfügbar machen. Hierfür wurde eine komplette Neugestaltung der Oberfläche von Word, Excel, Powerpoint und Access in Kauf genommen. So hat sich bei Office 2007 gegenüber dem Vorgänger 2003 auf den ersten Blick viel getan. Allerdings bricht das neue Bedienkonzept radikal mit alten Gepflogenheiten.

          Es gibt keine Menüs mehr

          Menübänder oder Multifunktionsleisten („Ribbons“) weisen nun in Word, Excel und Powerpoint den Weg zu einzelnen Funktionen. Es gibt keine Menüs im gewohnten Sinne mehr, stattdessen Aufgabenbereiche wie „Seitenlayout“ oder „Ansicht“. Zu jedem Bereich gehören gruppierte Schaltflächen und Eingabefelder für konkrete Aktionen. Alles ist ganz anders, und ein Umschalten auf die alte Bedienoberfläche ist nicht vorgesehen. Wer umsteigt, wird sich damit am Anfang schwertun. Für Computer- Anfänger soll das neue Konzept hingegen einfacher sein. Nach unseren ersten Erfahrungen schafft es das neue Bedienkonzept tatsächlich, Funktionen in den Blick zu heben und ihre Anwendung nahezu- legen, die früher eher im Verborgenen ihr Dasein für Spezialisten fristeten. So ist beispielsweise in Word die Änderung der Textrichtung in der Layout-Multifunktionsleiste nur noch einen Mausklick entfernt, ebenso das Einfügen eines „Wasserzeichens“, das im Texthintergrund das Dokument als eilig oder vertraulich kennzeichnet. Und die Zahl der geschriebenen Wörter bleibt nun als Eintrag der Statusleiste stets vor Augen und lässt sich mit einem Klick zur kompletten Dokumentstatistik erweitern.

          Outlook 2007: Aus dem schnöden Terminkalender wird ein Fest der Farben

          Die Neugliederung kommt letztlich nicht nur Einsteigern, sondern auch erfahrenen Textverarbeitern zugute, nachdem sie sich an die neue Oberfläche gewöhnt haben. Hierbei können sich Word-, Excel- und Powerpoint-Anwender im Hilfeprogramm belehren lassen, an welche Positionen altbekannte Befehle im neuen Programm-Layout gewechselt sind. Trotz aller Umwälzungen fanden wir uns dann rascher zurecht, als wir befürchtet hatten.

          Dies mag auch an der neuen Vorschau-Funktion liegen, die nicht nur in den Auswahllisten zeigt, wie Änderungen in Text, Tabellen oder Diagrammen ausschauen, sondern dies direkt im Dokument vorführen, wenn der Mauszeiger über einer Gestaltungsoption ruht. So lassen sich verschiedene Layout-Varianten in der Voransicht testen, bevor der abschließende Mausklick die Gestaltung übernimmt.

          Outlook kann RSS-Nachrichten lesen

          Eine Vorschau-Funktion bietet auch Outlook, nämlich für E-Mail-Anhänge. Außerdem kann es nun RSS-Nachrichten lesen und hat mehr Sicherheitseinstellungen sowie eine flinkere Suchfunktion. Für Windows XP lässt sich ergänzend die „Windows Desktop Search 3.0“ von Microsofts Internetseite (www.microsoft.de) laden, wobei der Anwender allerdings zulassen muss, dass die Gültigkeit der Softwarelizenz online geprüft wird. Die Tabellenkalkulation Excel verarbeitet mehr Zeilen in einem Arbeitsblatt und bietet neue Formatierungsmöglichkeiten, darunter die grafische Darstellung von Zahlen unmittelbar im Arbeitsblatt, um Tendenzen auch ohne Diagramm schnell zu erkennen. Und die Präsentations-Software Powerpoint erlaubt den Einsatz von MPEG2-Filmchen.

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