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Tipps und Mythenbereinigung : So hält Ihr Smartphone-Akku länger

Leer. Bild: Getty

Wenn man das Smartphone wirklich braucht, macht der Akku schlapp. Tipps, wie der Kraftspender deutlich länger hält, gibt es zuhauf. Aber nicht jeder Trick ist hilfreich.

          6 Min.

          Der Aufschrei am Abendbrottisch, man habe nur noch 14 Prozent, erschließt sich umso eher, je jünger man ist. Es geht natürlich um die verbleibende Akku-Laufzeit des Smartphones, abends nur noch ein Siebtel, wie kann das sein? Und vor allem: Was kann man tun, damit das unentbehrliche Gerät bis zum Schlafengehen sicher durchhält, auf dass sich noch im Bett die letzten Whatsapp-Nachrichten lesen und Instagram-Fotos bewundern lassen? Ist der Akku etwa schon am Ende seines Lebenszyklus angekommen, oder gibt es vielleicht hilfreiche Tricks, seine Laufzeit ohne teuren Tausch zu verlängern?

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Apple ist unlängst ins Gerede gekommen: Um der nachlassenden Akku-Laufzeit der Modelle 6 und 7 zu begegnen und unerwartetes Abschalten bei Leistungsspitzen zu verhindern, kam man auf die Idee, die Prozessorleistung ein wenig zu drosseln. Ohne es mitzuteilen, wurde diese Leistungsbremse heimlich in den iOS-Updates ab 10.2.1 eingebaut. Akkus leiden unter Kälte, Alterung und geringer Ladung. Die Nachbesserung per Software funktionierte, aber die heimlich vorgenommene Tempo-Operation führte zu heftiger Kritik. Apple räumte den Sachverhalt schließlich ein, als Wiedergutmachung kostet der Akku-Tausch nun nur noch 29 statt 89 Euro. Noch im Februar wird zudem ein weiteres Update dafür sorgen, dass man die Tempobremse manuell abschalten kann.

          In einigen Ländern wurden Sammelklagen gegen Apple auf den Weg gebracht. Jenseits einer juristischen Beurteilung sollte man nicht vergessen, dass jedes mit Mehrkernprozessoren arbeitende Gerät fortwährend Arbeitsgeschwindigkeit und Stromverbrauch abwägt. Dazu wird schon von der Hardware her zwischen rechenstarken und energiehungrigen Kernen sowie schwachen energiesparenden Kernen balanciert, beschleunigt und gebremst. Das alles ist ein dynamischer Vorgang und kein statischer.

          Moderne Zellen halten länger

          Alle Akkus altern, keiner lebt ewig. Je länger er in Betrieb ist, desto weniger Energie kann er aufnehmen, speichern und wieder an das Gerät abgeben. Die in modernen Smartphones eingebauten Zellen sind meist Lithium-Ionen-Akkus, die mindestens 500 bis 800 vollständige Ladezyklen vertragen. Nach zweijährigem Betrieb haben sie typischerweise die Hälfte ihrer Kapazität verloren. Moderne Zellen halten länger. In den vergangenen 20 Jahren wurde die Energiedichte der Lithium-Ionen-Akkus verdreifacht. Apple garantiert für das iPhone, dass die Akku-Kapazität bei 500 vollständigen Ladezyklen nicht unter 80 Prozent fällt. Noch robuster sind die früher eingesetzten und bisweilen in Schnurlostelefonen noch immer verwendeten Nickel-Cadmium-Zellen, sie schaffen bis zu 1500 Ladezyklen. Nickel-Eisen-Akkus, die von Thomas Alva Edison entwickelt wurden, erreichen sogar 3000 Ladezyklen, kommen aber nur noch in Grubenlampen zum Einsatz.

          So ist klar, dass jeder Smartphone-Akku nach zwei oder drei Jahren ersetzt werden muss. Doch die tägliche Akku-Laufzeit lässt sich bis dahin mit einigen Kniffen mühelos verlängern, und zwar für alle Smartphones und Tablets, unabhängig von Hersteller und Software-Stand. So kommt der Schrei nach der Steckdose deutlich später.

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