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Wordpress & Co. : So baut man schnell eine Homepage

Im Unterschied zu Web to Date benötigt man keine Software auf seinem PC, sondern nur einen Internetzugang und einen Web-Browser. Man ruft seine Seite auf und meldet sich als Nutzer an. Das ist alles. WordPress installiert zu Beginn ein Standard-Thema, eine Art Musterdesign. Diese Themen lassen sich wie bei Tumblr nachträglich wechseln und über den vorhandenen Inhalt ziehen. Die Tagesarbeit erledigt man mit dem „Dashboard“, abermals im Browser. Hier sieht man Artikel, Medien, Links, Themen und Plug-ins. Für neue Einträge gibt es einen Editor, und natürlich kann man Texte auch aus Word sowie Bilder, Audiodateien und andere Medien einfügen. Artikel werden im Browser erstellt, man kann also jederzeit und überall arbeiten. Die Bildverwaltung erlaubt das Skalieren und Ändern der Größe, die Objekte lassen sich in mannigfacher Weise in den Text einfügen. Es bleiben kaum Fragen offen, WordPress ist nahezu selbsterklärend. Im Unternehmenseinsatz lassen sich Benutzerkonten mit unterschiedlichen Zugriffsrechten anlegen. Beispielsweise „Autoren“, die nur Texte bearbeiten und veröffentlichen dürfen, aber keine administrativen Tätigkeiten ausüben sollen.

Mit Systemerweiterungen und Mini-Programmen (Plug-ins) lässt sich WordPress nahezu beliebig erweitern, verschönern und ausbauen. Man sollte allerdings wissen, was man tut. Manche Plug-ins enthalten Schadcodes. Auch ein im Prinzip sinnvolles Tool wie der mitgelieferte und automatisch installierte Filterdienst Akismet gegen Kommentar-Spam darf nicht unbedacht eingesetzt werden. Er erfordert, wie WordPress Deutschland sagt, eine Datenschutzerklärung und die ausdrückliche Zustimmung des Besuchers, dass seine Kommentare und persönlichen Daten erhoben und auf ausländischen Servern gespeichert werden.

Weitere juristische Fußnoten betreffen das Impressum. Die Idee des Gesetzgebers war, dass der Besucher einer Seite erfährt, mit wem er es zu tun hat. Weiterhin muss eine ladungsfähige Anschrift vorhanden sein, um rechtliche Ansprüche notfalls gerichtlich durchzusetzen. Leider will der Gesetzgeber die Anforderungen für ein rechtssicheres Impressum nicht darlegen. Deshalb blüht in Deutschland eine Abmahn-Industrie, die von tatsächlichen oder vermeintlichen Verstößen gegen die Impressumspflicht lebt. Nach Paragraph 5 des Telemediengesetzes benötigt jeder „geschäftsmäßige“ Online-Dienst, der Inhalte, Waren oder Leistungen auf seiner Website gegen Entgelt anbietet, ein Impressum. Geschäftsmäßiges Handeln ist sehr weit auszulegen. Selbst wenn man auf seiner Seite nur ein einziges Werbebanner plaziert oder mit Verlinkungen an einem Partnerprogramm teilnimmt, ist ein Impressum anzulegen. Nach Paragraph 55 des Rundfunkstaatsvertrages benötigt auch derjenige ein Impressum, der journalistisch-redaktionell gestaltete Inhalte anbietet, die zur Meinungsbildung beitragen können. Das Impressum muss im Übrigen „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ sein.

Juristische Fallstricke können ferner durch die Einbindung von Social-Media-Buttons und -Plug-ins entstehen. Mit den Schaltflächen für Facebook, Google Plus oder Twitter wird eine Datenübertragung an den jeweiligen Social-Media-Anbieter ausgelöst, ohne dass der Besucher der Seite die Möglichkeit hat, über diese Datenübertragung informiert zu werden oder diese zu unterbinden. Weitere Vorsichtsmaßnahmen ergeben sich spätestens dann, wenn die eigene Homepage nicht nur weithin bewundert und angesteuert wird, sondern auch in das Blickfeld der dunklen Mächte gerät. Kommentar-Spam und Hackerangriffe rund um die Uhr sind ärgerlich, unvermeidlich - und ein Zeichen des Erfolgs. Damit das eigene digitale Heim geschützt bleibt, muss man fortwährend am Ball bleiben und alle paar Tage in jeder Ecke nach dem Rechten sehen.

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