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Smartwatches im Test : Die Zeit läuft

  • -Aktualisiert am

Drei smarte Uhren im Test: Apple Watch, Garmin Forerunner 225 und Pebble Time Bild: Hersteller

Sie messen sportliche Aktivitäten und dienen als Zweitdisplay fürs Smartphone. Drei kluge Uhren von Garmin, Pebble und Apple im Vergleich.

          4 Min.

          Drei Geräte haben wir uns einige Zeit angelegt. Wer nach ihrer Gemeinsamkeit fragt, landet über kurz oder lang beim englischen Fachbegriff Wearables. Gemeint ist tragbare Technik fürs Handgelenk, die als neue Gerätekategorie debütiert. Zumindest hoffen das die Hersteller. Nach den Beobachtungen der vergangenen Monate sind Wearables kein Selbstläufer. Sie ersetzen kein Smartphone, und nur ein kleiner Teil der Digital-Vernetzten entscheidet sich für ein solches Zusatzgerät. Vor dem Kauf sollte man wissen, was man von Wearables erwartet, sonst ist man schnell enttäuscht.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die jüngsten Produkte fürs Handgelenk lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Smartwatches sind das Zweitdisplay zum Handy. Wer aktuelle Neuheiten abrufen will, muss nicht mehr in die Hosen- oder Handtasche greifen, sondern blickt auf die Uhr. Es ist ein kleiner Komfortgewinn, weil die Smartwatch nicht mehr kann als das Smartphone. Fitnessbänder und -uhren stellen Bewegung und Motivation in den Vordergrund. Sie erfassen die zurückgelegten Schritte und andere sportliche Aktivitäten, zeigen Entwicklungslinien und Trends oder erlauben ein virtuelles Kräftemessen mit anderen Sportlern.

          Apple Watch: Mischung aus Sportuhr und Smartwatch

          Die Apple Watch (von 400 Euro an) ist das derzeit meistverkaufte Gadget fürs Handgelenk, obwohl sie nur mit jüngeren iPhone-Modellen zusammenarbeitet. Wie erfolgreich sie seit Ende April auf dem Markt ist? Darüber kann bislang nur spekuliert werden. Die Apple Watch ist eine Mischung aus Sportuhr und Smartwatch, sie ist gut in der Überwachung der Fitness-Aktivitäten ihres Trägers, und sie zeigt Push-Nachrichten des iPhones. In diesem Sinne ist sie ein Zwitter, kein Spezialist für eine Einzeldisziplin, sondern ein Universalist.

          Sie spricht weniger den Profisportler, sondern eher den Amateur an, wenngleich viele Details überzeugend sind: Die Herzfrequenzmessung beispielsweise ist verblüffend genau, auch und gerade im Vergleich mit dem Brustgurt, wie ihn Profis verwenden. Apple hat ein Sportsystem entwickelt, das drei Aspekte in den Vordergrund stellt: Bewegung, aktives Training und Stehen statt Sitzen. Die Uhr will dazu beitragen, dass weniger sportliche Menschen ihr Verhalten ändern. Dazu misst sie, und sie motiviert mit virtuellen Auszeichnungen. Wenn man sich darauf einlassen will, macht sie das gut.

          Im Unterschied zu anderen Sportuhren und Smartwatches bringt die Apple Watch ein differenziertes und skalierbares Betriebssystem mit. Es ist eine Option auf die Zukunft, noch fehlen die schönen Apps. Push-Nachrichten erfolgen wie auf dem iPhone, also zum Beispiel lautlos oder mit Signalton. Watch-kompatible Apps kann man selbst konfigurieren, also eine feine Steuerung zum Beispiel für die E-Mail vornehmen. Alle Push-Meldungen landen nur auf dem jeweils aktiven Gerät, was clever ist: Es meldet sich entweder die Uhr oder das Smartphone, aber nicht beide gleichzeitig.

          Mit den passenden Einstellungen ist die Apple Watch ein dezenter persönlicher Begleiter, der einen auf Wichtiges hinweist, und im Zusammenspiel mit der Spracherkennung Siri ergeben sich weitere Möglichkeiten. Die Apple Watch ist hochwertig verarbeitet, passt zum Anzug und dank wechselbarer Armbänder auch ins Gym. Das Produkt an sich überzeugt.

          Pebble: Bleibt im Kern eine klassische Smartwatch

          Aber nicht jeder will ein Apple-Gadget am Handgelenk tragen. Jahrelang war Pebble das Synonym für eine „richtige“ Smartwatch. Die erste Generation der Uhren im knallbunten Kunststoffgehäuse wurde im vergangenen Jahr ergänzt um eine zweite Serie aus Edelstahl, und nun ist die dritte Generation namens Pebble Time im Handel. Eine Modellvariante Steel, abermals mit Edelstahlgehäuse, kommt bald. Als Fitness-Tracker ist die Pebble Time nicht gedacht, wenngleich sie einen Schrittzähler eingebaut hat und damit kokettiert, dass Dritthersteller solche Funktionen mit speziellen Armbändern nachrüsten können.

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