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Smartphones aus China : In Deutschland Freunde gefunden

Vivo X60 Pro und Xiaomi Mi 11 Ultra Bild: Hersteller

China erobert den Markt für Smartphones. Marken wie Xiaomi und Vivo werden beliebter. Zu Recht – wie der Test ihrer Geräte Mi 11 Ultra und X 60 Pro zeigt.

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          Smartphones aus China lockten vor wenigen Jahren mit günstigen Preisen und innovativer Technik. Sie konnten aber ein Wagnis sein. Im besten Fall bestellte man das Gerät bei einem seriösen Onlinehändler. Wenn das Gerät kaputtging, war ein Reparaturservice oder Austausch in weiter Ferne. Dafür waren die Handys aus China im Vergleich zu den in Europa bekannten Marken eben günstig. Dann kam irgendwann Huawei, machte chinesische Smartphones hoffähig und etablierte sich mit seinen Geräten bei den Serviceprovidern ebenso wie im stationären Handel. In der Androidwelt musste man sich zwischen Samsung aus Korea und Huawei aus China entscheiden, wenn man mit seinem Gerät technisch vorne dabei sein wollte.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der ehemalige amerikanische Präsident Donald Trump sorgt weiterhin mit seinem Bann dafür, dass Huawei ohne Google-Dienste auskommen muss, sodass das Unternehmen kontinuierlich Kunden in Europa verliert. Dafür machen sich zusehends andere Marken aus China immer stärker in Europa breit: OnePlus, Xiaomi, Vivo, Oppo oder Realme. Die wohl bekannteste Marke in Deutschland ist Xiaomi, was unter anderem daran liegt, dass die Chinesen viel in Werbung investieren und in Düsseldorf ihre Europazentrale aufgebaut haben. Vivo sitzt in Deutschland in der gleichen Stadt, hat den Markt hierzulande erst vor sieben Monaten betreten und verkauft in China schon mal mehr Smartphones als die Konkurrenz. Beide haben kürzlich ihr neues Flaggschiff in Deutschland auf den Markt gebracht.

          Xiaomi geht dabei namentlich, preislich und mit der technischen Ausstattung in direkte Konkurrenz mit Samsung. Wer sich als Android-Nutzer für das Samsung Galaxy S 21 Ultra interessiert, könnte ebenso an dem Xiaomi Mi 11 Ultra Gefallen finden. Beide haben riesige Bildschirme, stecken voller hochwertiger Technik, kosten circa 1200 Euro und haben ein riesiges Kameramodul auf dem Rücken. Vivos Topmodell X 60 Pro kostet nur 800 Euro. Es spielt aus technischer Sicht dennoch in der Oberklasse. Mit dem feineren Design und den kompakten Maßen ist es eher nichts für Technik-Nerds. Trotz des geringeren Preises soll das X 60 Pro Fotos machen, die mit den teureren Topmodellen der Konkurrenz mithalten können. Dafür hat sich Vivo das deutsche Unternehmen Zeiss als Partner für die Kamera an Bord geholt und ein „Imaging Lab“ gegründet. Dort sollen in den nächsten Jahren die deutschen und chinesischen Ingenieure weiter an der Kamera feilen.

          Vivo hat eine Partnerschaft mit Zeiss.
          Vivo hat eine Partnerschaft mit Zeiss. : Bild: Hersteller

          Im Vergleich zu anderen Topmodellen, die mit ihrer Kamera werben und ein entsprechend großes Modul auf die Rückseite gepackt haben, fällt der Aufsatz von Vivo geradezu klein aus. Auffällig ist nur der blau-weiße Zeiss-Schriftzug. Es sieht zunächst nach klassischer Triple-Kamera aus: Hauptkamera, Weitwinkel und zweifacher Zoom. Das Besondere an der Kamera wird nur über die Einsicht der technischen Daten sichtbar. Vivo benutzt, wie schon beim Vorgängermodell, ein Gimbal, das unruhige Hände beim Fotografieren bändigen und damit für scharfe Bilder sorgen soll. Neu ist die größere Blende der Hauptkamera. Sie fängt mit f/1.5 ziemlich viel Licht ein. Die Auflösung mit 48 Megapixel gehört in dieser Klasse zum Standard. Ebenso die 13 Megapixel des Weitwinkels und des optischen Zweifach-Zooms. Die Selfie-Kamera gewinnt in diesen Zeiten immer mehr Bedeutung. So spendiert ihr Vivo 32 Megapixel mit einem zweifachen digitalen Zoom.

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