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Neue Smartphones von Huawei : Drei Chinesen ohne Kontrabass

Drei Smartphones von Huawei im Vergleich Bild: Hersteller

Huawei geht in die Offensive. Wir vergleichen drei neue Smartphones in verschiedenen Baugrößen. Ein gemeinsamer Pluspunkt ist das angepasste Android namens „Emui“.

          Die Chinesen drängen mit günstigen Android-Geräten in den europäischen Smartphone-Markt. Wir haben uns drei neue Produkte von Huawei angesehen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Zwei Modelle der Mutter und eines der Tochtermarke Honor, die eigenständig agiert und beim Vertrieb der Produkte ausschließlich aufs Internet setzt. Das Mediapad X2 von Huawei fällt sofort aus dem Rahmen, nämlich mit seiner schieren Größe. Angesichts der Displaydiagonale von 17,8 Zentimeter sind typische Smartphone-Maße klar überschritten, man hält eher ein Mini-Tablet in der Hand. Aber das Mediapad X2 ist deutlich kleiner als beispielsweise ein iPad Mini. Man kann es inklusive Telefonie wie ein Smartphone nutzen, und es passt mit Ach und Krach in die Sakkotasche.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die beiden Smartphones in Normalgröße sind das Honor 7, das seit August erhältlich ist, und das brandneue Mate S von Huawei. Honor 7 und Mediapad X2 kosten mit 16 Gigabyte Speicher rund 350 Euro. Das Mate S ist hingegen der erste Vorstoß der Chinesen in die Hochpreisliga: Hier sind 650 Euro für die Basisversion mit 32 Gigabyte Speicher aufgerufen. Das Honor 7 und das Mate S weisen mit einer Displaydiagonale von 13,2 und 14 Zentimeter typische Smartphone-Abmessungen auf. Die Anzeige aller drei Geräte löst mit jeweils 1920 × 1080 Pixel auf. Indes sind Unterschiede zwischen der Anzeige des Mediapad X2 und des Honor 7 auf der einen Seite und der des teuren Mate S auf der anderen sofort sichtbar: Die Amoled-Technik des Mate S hat einen verblüffend hohen Kontrast (2100:1). Hier können die beiden konventionellen Flüssigkristallanzeigen nicht mithalten. Alle drei Displays bieten eine Helligkeit von bis zu 500 Candela je Quadratmeter, so dass auch im Freien eine gute Ablesbarkeit gegeben ist.

          Huawei Mate S Bilderstrecke

          Vergleicht man die beiden kleinen Modelle, muss das Mate S seinen deutlich höheren Kaufpreis rechtfertigen. Das tut es nicht nur mit Amoled, sondern auch mit der schlanken Bauform, hochwertiger Verarbeitung, präzisem Schliff und exzellenter Materialanmutung. Der Luxus ist durchaus spürbar. Das Honor 7 wiederum wirkt mit einer Dicke von 8,5 Millimeter etwas moppelig. Allerdings fühlt sich auch dieses günstige Gerät solide an, der Aluminium-Rahmen trägt dazu bei.

          Statt eines Home-Buttons auf der Vorderseite haben beide Smartphones eine Sensorfläche mit biometrischem Fingerabdruckscanner auf der Rückseite. Die etwas ungewöhnliche Belegung hat den Vorteil, dass man das Gerät mit einem Griff in die Hand nimmt und entsperrt. Die Sensorik mitsamt Software funktioniert bestens. Ferner kann man mit Fingerbewegungen auf der Sensorfläche weitere Funktionen aufrufen, zum Beispiel erhaltene Push-Meldungen durch einen Fingerstreich nach unten einblenden.

          Alle drei Geräte ließen in ihrem Arbeitstempo nichts zu wünschen übrig, es ist jeweils ein Achtkernprozessor eingebaut, der bei den kleineren Geräten auf drei Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreift, das Mediapad X2 hat nur zwei. LTE sorgt für flottes Surftempo in den Mobilfunknetzen, aber für zu Hause im W-Lan beachte man, dass nicht alle W-Lan-Standards und -Frequenzen genutzt werden. Dafür sind zwei der Kandidaten fit für zwei Sim-Karten. Das Mediapad X2 hat einen Schacht für eine Micro-Sim und einen weiteren, der sich wahlweise zur Aufnahme einer Nano-Sim oder Micro-SD-Speicherkarte eignet. Beim Honor 7 ist mehr Fummelei angesagt: Hier bietet ein Schlitten zwei Halterungen, die sich wahlweise mit zwei Nano-Sim-Karten oder mit Mobilfunk- und Speicherkarte bestücken lassen.

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