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LG G5 im Test : Das modulare Smartphone von LG

Bild: F.A.Z., Marco Dettweiler

Gut gemacht, LG! Weil das Unternehmen mit seinem neuen Oberklasse-Smartphone etwas wagt, fällt es auf dem MWC in Barcelona sofort auf. Das G5 lässt sich nämlich zerlegen und bestücken.

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          Es ist gar nicht mehr so einfach, als Hersteller von Smartphones aufzufallen und Kunden sowie Medien zu überraschen. Zu häufig muss bei den neuen Modellen nach Veränderungen gesucht werden. Da wird mal eine Kante runder, der Prozessor schneller, die Kamera hochauflösender oder der Akku kräftiger. Einen Aha-Effekt lösen die Unternehmen damit nicht aus. Das bedeutet noch nicht einmal, dass diese Entwicklung schlecht ist. Denn noch nie war das Niveau bei Smartphones so hoch wie im Moment, wie auf dem Mobile World Congress (MWC) zu sehen ist.

          Dennoch freut man sich über solche Smartphones wie das G5 wie LG. Zunächst sieht es ganz anders aus als der Vorgänger G4. Es hat seine kantige Form verloren, um nun mit mehr Rundungen und einem Metallrücken zu glänzen. Die Farben „gold“ und „pink“ folgen dem Trend, „titan“ und „silber“ sind die Klassiker, die uns besser gefallen. LG hat seine Wipp-Taste auf dem Rücken abgeschafft, dort gibt es jetzt nur noch einen Fingerabdrucksensor, wie etwa bei Huawei. Ebenfalls neu ist das doppelte Kamera-Auge. Auch andere Hersteller nutzen diese Technik: Eine Linse hat eine 78-Grad-Blende und die andere eine Weitwinkelblende mit 135 Grad. Der Prozessor wurde auf einen Qualcomm Snapdragon 820 aufgerüstet, was momentan höchster Standard ist.

          Der Bildschirm hat wie schon beim G4 eine QHD-Auflösung. Die Diagonale ist auf 5,3 Zoll geschrumpft. Bei 2560 x 1440 Pixeln ergibt das eine Dichte von 554 ppi. Am Bildschirm gibt es also wenig auszusetzen, was auch ein erstes Hands-on gezeigt hat. Nett ist die Funktion des „Always-on“, die auch Samsung im neuen S7 einsetzt. Durch eine energiearme Anzeigedarstellung können jederzeit Uhrzeit oder Mitteilungen abgelesen werden, ohne dass man das Display berührt.

          Der modulare Aufbau

          Jetzt wollen wir die Überraschung, die im Video zu sehen ist, nicht mehr weiter hinauszögern: Am G5 lässt sich der untere Rand abziehen, sodass gleich der ganze Akku mit herauskommt. Den zieht man wiederum ab, steckt ihn auf eines von zwei Modulen und schiebt dieses samt Akku wieder hinein.

          In diesem Fall wächst an dem G5 ein Knubbel, der als Kamerahaltegriff dient. Mit einem Rädchen lässt sich etwa der digitale Zoom bedienen, mit einen Knöpfchen die Kamera anschalten und auslösen. Zudem erhöht sich die Akkukapazität um 1200 Milliampèrestunden auf 4000. Damit dürfte das G5 auch am zweiten Tag nicht in die Knie gezwungen werden.

          Auch als externer Wandler einsetzbar

          Das andere Modul hat Bang&Olufson mitentwickelt. Gleiches Prinzip: Rand abziehen, Akku auf das B&O-Modul stecken und wieder rein damit. Das G5 wächst nur um wenige Millimeter in die Länge. Dafür hat es einen eigenen Wandlerchip mit Verstärker für den Audioausgang. Signale werden also in gewisser Weise extern gewandelt und verstärkt. Diese Digital-Analog-Wandler liegen momentan schwer im Trend bei HiFi-Herstellern. Auch deshalb, weil im Zuge dessen hochauflösende Audio-Dateien sehr beliebt sind und erst einmal abgespielt werden müssen. Dank des Moduls schafft das G5 eine Auflösung von 32 Bit bei 384 Kilohertz. Da diese Dateien sehr speicherintensiv sind, muss sich der Nutzer allerdings auf seine Lieblingsalben beschränken.

          Normalerweise muss man die Geräte – die meist mindestens genauso groß sind wie das Smartphone selbst – per USB-Kabel und mit einem Gummiring ans Hauptgerät klemmen. Das B&O-Modul wirkt da etwas eleganter. Nun hätte LG gleich den Chip ins Gerät bauen können, oder? Dann würde aber etwas Funktionalität wegfallen. Das Modul kann als externer Dac auch an anderen Smartphone eingesetzt werden. Wie der klangliche Unterschied ist, konnten wir auf dem MWC leider nicht testen.

          Fazit

          Das Wechseln der Module funktionierte im Hands-on ganz ordentlich. Ab und zu musste an der Batterie etwas gezuppelt werden, damit sie sich löste. Wegen des neuen Designs fasst es sich besser an, hat sogar fast einen Handschmeichlercharakter. Im Vergleich zum Übergang von G3 auf G4 hat man als Testredakteur nun richtig Lust, das Gerät mal länger auszuprobieren. Dann muss sich im Alltag zeigen, ob die modulare Technik sinnvoll ist und funktioniert.

          Technische Daten des LG G5

          Prozessor: Qualcomm Snapdragon 820 Prozessor
          Bildschirm: 5,3 Zoll Quad HD (2560 x 1440, 554ppi)
          Speicher: 4 GB RAM, 32 GB intern, microSD (bis zu 2 TB)
          Kamera: Rückseite 16 MP, Weitwinkel 8MP; Front 8 MP
          Batterie: 2.800 mAh (austauschbar)
          Betriebssystem: Android 6.0 Marshmallow
          Abmessungen: 149,4 x 73,9 x 7,7 Millimeter
          Gewicht: 159 Gramm
          Netzwerk: LTE, 3G, 2G
          Schnittstellen: Wi-Fi 802.11 a, b, g, n, ac; USB Type-C 2.0 (kompatibel mit 3.0); NFC; Bluetooth 4.2
          Farben: Silber, Titan, Gold, Pink

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