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Skype : Ist das Festnetztelefon schon überflüssig?

  • -Aktualisiert am

Was sind schon tausend Kilometer, wenn man sich sehen will? Durch richtige Software nicht mehr als ein Mausklick Bild: Getty Images

Die Kommunikation via Internet boomt, und Skype, einer der erfolgreichsten Anbieter für Internet-Telefonie, geht demnächst an die Börse. Grund genug, das aktuelle Skype- Angebot genauer zu betrachten.

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          Gerade bei längeren Fernreisen oder Auslandsaufenthalten möchte man mit der Familie, Freunden und Geschäftspartnern in Kontakt bleiben. Praktisch ist, wenn diese zu Hause oder im Büro einen Rechner mit Lautsprecher und Mikrofon besitzen und der Reisende einen Multimedia-Laptop im Gepäck hat. Dann kann man im Handumdrehen via Skype plaudern. Die Software ermöglicht Gratis-Telefonate von PC zu PC. Dazu wird keine klassische Telefonverbindung aufgebaut, sondern eine Datenverbindung via Internet genutzt. Anstatt der Telefongebühren fallen nur die Kosten der Datenleitung an.

          Ist das Endgerät mit dem Internet verbunden und Skype installiert, tauschen die Beteiligten ihre Nutzernamen aus, die Software aktualisiert die Liste mit den Kontakten, und Fans von Facebook können per Mausklick zudem ihre dortigen Freunde integrieren. Jetzt reicht der Druck der grünen Telefontaste, und bei dem angerufenen Skype-Teilnehmer klingelt es – vorausgesetzt er ist eingeloggt und online. Nimmt er den Anruf entgegen, lässt sich bei guter Verbindungsqualität darüber hinaus ein Live-Video des Gesprächspartners einblenden, die Webcam macht’s möglich. Die Akustik eines solchen Gesprächs ist durchaus mit der eines Festnetztelefonats zu vergleichen und kann diese sogar auf Grund des breiteren Frequenzspektrums übertreffen. Ist die Verbindung schlecht, lassen sich zumindest Sofortnachrichten austauschen.

          Nicht jeder hat oder nutzt Skype

          Auch pfiffige Smartphones, auf denen ein Kommunikationsprogramm installiert ist, können zum Austausch kostenfreier Sofortnachrichten übers Internet oder zum Telefonieren über eine Datenleitung dienen. Skype läuft mittlerweile auf zahlreichen Geräten und Plattformen, darunter auch Apples iOS, Android und Symbian. Allerdings lässt die Sprachqualität beim mobilen Telefonieren öfters zu wünschen übrig. Der Grund: Auch das Smartphone baut wie der PC eine Datenverbindung auf. Ist die Signalstärke des Netzes gering, gibt es Probleme. Und Vorsicht: ohne Datenflatrate können diese mobilen Telefonate schnell teuer werden.

          Mehr als die Hälfte der Skype-zu-Skype-Kommunikation ist grenzüberschreitend

          Eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Telegeography zeigt, dass bereits viele Menschen international über Skype kommunizieren. Schon 2008 waren es 33 Milliarden Telefonminuten. In den vergangenen zwei Jahren verdreifachte sich das Volumen auf 102 Milliarden Minuten. Skype gibt für 2010 weltweit 190 Milliarden Verbindungsminuten von Skype zu Skype an. Somit erfolgen mehr als die Hälfte der Skype-zu-Skype-Kommunikationen grenzüberschreitend. Insgesamt sollen 40 Prozent Videotelefonie beinhalten. Derweil ist das Wachstum für „klassische“ Auslandsgespräche gedämpft. Skype erobert also den Markt für internationale „Ferngespräche“.

          Doch nicht jeder hat oder nutzt Skype. Wer seine Eltern (ohne PC) von Skype aus erreichen will, kommt ebenfalls zum Zuge. Man ruft von Skype aus die gewohnte Festnetznummer an, diese Brücke ins alte Telefonnetz ist allerdings kostenpflichtig. Kunden können zwischen unterschiedlichen Länder-, Europa- oder Weltpaketen für Fest- und Mobilfunknetz wählen, eine Abrechnung im Minutentakt ist möglich. Um die Bezahldienste zu nutzen, muss der Anwender erst mit elektronischem Lastschriftverfahren, Kreditkarte oder per Online-Zahlungssystem ein Skype-Guthaben, Gesprächminuten oder eine Flatrate erwerben. Die Tarife hängen nicht davon ab, von welchem Land aus der Reisende anruft, sondern davon, welche Ländervorwahl das Empfangsgerät hat. Ansonsten gestalten sich die Anrufe wie alle anderen Skype-Telefonate: Nach der Eingabe der gewünschten Nummer baut das Programm die Verbindung auf.

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