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Samsung Galaxy S7 Edge im Test : Das kann das neue Flaggschiff von Samsung

Das neue Samsung Galaxy S7 Edge Bild: Frank Röth

Das Galaxy S7 Edge setzt Maßstäbe. Samsung hat ein Smartphone geschaffen, das keine Schwächen kennt. Bis vielleicht auf eine. Das Android-Gerät im Praxistest.

          5 Min.

          Es deutete sich an, dass das Galaxy S7 Edge von Samsung das derzeit beste Smartphone auf dem Markt werden könnte. Schon während eines ersten Hands-on auf dem Mobil World Congress in Barcelona bewies das Android-Gerät, dass es ein Top-Produkt ist. Zudem gefiel uns nicht nur der Vorgänger ausgezeichnet, also das S6 Edge, aufgrund seines Designs und seiner Performance, sodass das Smartphone häufig ganz oben auf den Bestenlisten stand.

          Nun dürfte das aktuelle S7 Edge schnell den Thron erobern. Das gilt leider auch für den Preis. 800 Euro für ein Smartphone mit 32 Gigabyte internem Speicher werden fällig, was in Preis und Anspruch etwa zu vergleichen ist mit dem - ebenfalls recht teuren - iPhone 6s. Potentielle Käufer sollte sich sehr genau überlegen, ob sie die Summe für solche Oberklasse-Smartphones ausgeben wollen, denn es gibt mittlerweile sehr gute Geräte für die Hälfte des Preises.

          Wasser- und staubdicht nach IP 68

          Wir haben uns eine Woche lang das S7 Edge sehr genau vorgenommen. Es war unser Alltagsgerät mit dem wir telefoniert und fotografiert, Mails gecheckt, Artikel gelesen, Termine vereinbart, Musik gehört und Filme geschaut haben. Auch musste es für eine Weile in der Badewanne abtauchen, weil Samsung ihm das Zertifikat IP 68 verpasst hat. Es wehrt sich also erfolgreich gegen das Eindringen von Staub und Wasser. Nach einer Woche haben wir folgende Schwächen festgestellt: keine. Und als Tester findet man gerne Schwächen.

          Früher konnte man noch bei Samsung gleich nach dem Erstbetrieb genüsslich meckern, weil das Unternehmen jahrelang den Nutzer nervte mit eigenen Apps, die sich installierten, denen man zustimmen musste und die man kaum vom Gerät wieder herunter bekam. Die Zeiten sind vorbei. Lediglich die App „Upday“ präsentiert sich links vom Startbildschirm als News-Stream, der nach Kategorien wie Unterhaltung, Sport, Reise oder Wirtschaft Artikel aus verschiedenen Nachrichtenportalen zieht. Auch wenn die App vom Springer-Verlag programmiert und vermarktet wird, gibt sie auch Hinweise auf Artikel der Konkurrenz. Sie lässt sich leicht deaktivieren.

          Zweiter Bildschirm am Rand

          Ansonsten erwartet den Nutzer ein aufgeräumtes, leicht modifiziertes Android-Betriebssystem auf aktuellem Stand: Version 6.0 Marshmallow. Der auffälligste Unterschied zu anderen Smartphones ist die Funktion „Edge UX“. Wie schon beim Vorgängermodell S6 Edge und Note Edge lässt sich mit einem Wisch vom Rand zur Display-Mitte hin eine schmale zweite Bildschirmoberfläche öffnen. In der aktuellen Version ist der Rand breiter und die Auswahl der Funktionen vielfältiger. Wir haben uns für zwei Mini-Bildschirme entschieden. Die Aufgabenanzeige besteht aus Shortcuts: Nachricht verfassen, Kontakt erstellen, Ereignis einrichten und Telefon-Wählfeld verwenden. In der App-Anzeige warten WhatsApp, Galerie, Play Store und ein paar andere Apps darauf, gedrückt zu werden.

          Im Alltag kommt im Wesentlichen die App-Anzeige zum Einsatz. Der Zugriff ist nicht immer schneller, weil man diese Apps in gleicher Anordnung auf einen Home-Bildschirm legen und Wischen nach rechts oder links ebenso einblenden könnte. Allerdings erreicht man die „Edge UX“ von jeder Stelle aus mit einem Wischer. Man gewöhnt sich allerdings rasch an die beiden unterschiedlichen Ebenen, die sich in Optik und Haptik unterscheiden, sodass sich Aufgaben und Apps thematisch besser trennen lassen. Somit greift man nach paar Tagen Gewöhnungszeit automatischer auf die Apps zu. Ob die Funktionalität des Randes ein echter Mehrgewinn ist, hängt also stark davon ab, wie viele Anwendungsfelder man einrichtet.

          Ansprechende Formgebung

          Ansonsten kann der Rand des Bildschirms, der sich an beiden Seiten ein paar Millimeter zum Rahmen hinunter zieht, zwei recht subjektive Auswirkungen auf den Umgang mit dem S7 Edge haben. Zum einen hat das Gerät einen Handschmeichler-Charakter. Wer den Rand mag, wird immer wieder gerne mit dem Daumen seine Form erfühlen. Und zum anderen kann man bei der Lektüre von Texten den Eindruck bekommen, als habe der Bildschirm keine Tiefe, sondern klebe wie eine feine Folie auf dem Gehäuse, was das Lesen angenehmer macht. Das ist eine Erfahrung, die man von anderen Smartphones nicht kennt.

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