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Samsung-Tablets S4 und Tab A : Tablet sein ist nicht genug

Volle Montur: das S4 mit S Pen und Cover Keyboard Bild: Dettweiler

Samsung fährt weiterhin zweigleisig: Mit dem S4 bringen die Koreaner ein Oberklassegerät auf den Markt, das A 10.5 ist ein Einstiegsgerät. Welches taugt nun für wen?

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          Samsung bleibt dran. Auf dem schwierigen Tablet-Markt wollen die Koreaner mit zwei neuen Modellen den Konkurrenten Apple, Huawei und Microsoft weiterhin harte Konkurrenz bieten. Der Markt ist unübersichtlich und nicht wie im Smartphonebereich zwischen Googles Android und Apples iOS aufgeteilt. Microsoft Windows mischt sich dazwischen, selbst wenn ein Hersteller attraktive Hardware baut, muss er den Kunden auch vom Betriebssystem überzeugen.

          Die meisten Hersteller bieten Tablets in verschiedenen Geräteklassen an. So fährt auch Samsung weiterhin zweigleisig. In der Oberklasse bringen die Koreaner nun das Galaxy Tab S4. Der Vorgänger S3 war das erste Premium-Tablet von Samsung. Dass es sich um ein solches handelt, lässt sich schon am Preis erkennen. Das S4 kostet 700 Euro mit W-Lan-Modul, für 760 Euro arbeitet es mit Mobilfunk. Damit liegt Samsung preislich etwas unter dem Niveau des iPad Pro von Apple.

          Für Tablet-Freunde, die möglichst wenig ausgeben wollen, bietet Samsung das Tab A 10.5 an. Es kostet 329 Euro mit W-Lan und 389 Euro mit Mobilfunk. Um beim Vergleich zu bleiben: Das günstigste iPad gibt es ab 349 Euro. Das Tab A unterscheidet sich vom S4 im Wesentlichen durch das Material (Kunststoff statt Glas), die Maße des Gehäuses, den langsameren Prozessor (Snapdragon 450) sowie die schwächere Kamera (8 und 5 Megapixel). Das Einsteigermodell ist für typische Tablet-Anwendungen gedacht: Surfen, Mails checken, Fotos und Filme gucken sowie Social-Media-Kanäle bedienen. Dafür reicht es aus, soweit wir das nach dem ersten Ausprobieren feststellen konnten.

          Das Tab A 10.5 (links) und das S4 (rechts) Bilderstrecke

          Nimmt man das teure S4 in die Hand, spürt man schon haptisch den Unterschied. Der Rücken aus Glas wirkt wertiger, es ist leichter und dünner, der Super-Amoled-Bildschirm (2560 x 1600 Pixel) hat knackigere Farben. Das Display hat ebenfalls eine Diagonale von 10,5 Zoll (26,67 Zentimeter), nimmt aber 79 Prozent der Vorderseite ein, sodass im Vergleich zum Vorgänger S3 und dem iPad der Rand sehr schmal erscheint. Wie das Tab A hat das S4 vier Lautsprecher und einen Akku mit einer Kapazität von 7300 Milliamperestunden, die für 15 Stunden Videowiedergabe reichen sollen.

          Sollte man das teurere Gerät kaufen? Das schickere Gehäuse und bessere Display überzeugen nicht ganz. Samsung hat mit dem S4 jene im Blick, die ihr Tablet auch beruflich einsetzen. So gehört hier ein schnellerer Prozessor dazu, zum Einsatz kommt der Snapdragon 835. Dann braucht es eine Tastatur. Das Cover Keyboard kostet 149 Euro und macht aus dem Tablet ein notebookartiges Gerät. Damit lässt sich nicht so bequem wie auf einer Notebooktastatur tippen. Aber für Mails und kurze Texte reicht es. Und dann mögen manche Nutzer einen Stift zur Bedienung oder für handschriftliche Notizen. Dafür liegt der S Pen dem S4 bei.

          Samsung lockt zudem mit einer weiteren Funktionalität: Dex. Was die Koreaner beim Smartphone S8 begonnen hatten, wurde nun auf das Tablet mit weiterentwickelter Technik übertragen: Schließt man das S4 mit Hilfe eines HDMI-Adapters an einen Monitor, wird aus dem Android-Auftritt eine an Windows erinnernde Oberfläche. Der Clou an Dex ist, dass mehrere Programme geöffnet werden können. So kann man auf dem Bildschirm des S4 einen Film in Youtube schauen und auf dem Monitor mit Word schreiben.

          Die ersten Eindrücke sind positiv, wenn man an einer solchen Tablet-Metamorphose interessiert ist. Das S4 mitsamt Cover Keyboard ist ebensowenig ein Notebook-Ersatz wie die Tablets von Apple oder Huawei mit ihren jeweiligen Tastaturen. Preislich bewegt sich das Samsung-Paket in Vollausstattung nur knapp unter der 1000-Euro-Grenze. Hier locken bereits sehr gute Windows-Notebooks, auch und gerade kleine Geräte wie das Galaxy Book 10.6, abermals von Samsung. Der Markt für mobiles Arbeiten bliebt also unübersichtlich.

          Technische Daten und Preis

          Galaxy S4

          Bildschirm: 2.560 x 1.600 Pixel, Super AMOLED

          Betriebssystem: Android 8.1

          Prozessor: Snapdragon 835

          Arbeitsspeicher: 4 GB

          Interner Speicher: 64 GB

          Maße: 249,3 x 164,3 x 7,1 Millimeter

          Gewicht: 482 Gramm (Wi-Fi) / 483 Gramm (Mobilfunk)

          Akku: 7300 mAh

          Kamera: Hauptkamera 13 Megapixel, Selfiekamera 8 Megapixel

          Preis: 699 Euro (Wi-Fi), 759 Euro (Mobilfunk)

          Tab A 10.5

          Bildschirm: 1.920 x 1.200

          Betriebssystem: Android 8.1

          Prozessor: Snapdragon 450

          Arbeitsspeicher: 3 GB

          Interner Speicher: 32 GB

          Maße: 260 x 161,1 x 8.0 Millimeter

          Gewicht: 529 Gramm (Wi-Fi) / 534 Gramm (Mobilfunk)

          Akku: 7300 mAh

          Kamera: Hauptkamera 8 Megapixel, Selfiekamera 5 Megapixel

          Preis: 329 Euro (Wi-Fi), 389 Euro (Mobilfunk)

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