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Samsung Galaxy S4 im Test : Knallbunter Gemischtwarenladen

Nur der Deckel wirkt billig: Samsung Galaxy S4 Bild: Hersteller

Samsung setzt alles auf sein neues Galaxy S4. Meidet man die hauseigenen Beigaben, ist das Smartphone richtig gut. Die Akkulaufzeit ist der wunde Punkt.

          Wenn Samsung alles richtig gemacht hat, wird das neue Galaxy S4, das Flaggschiff der Koreaner, zweifellos ein Erfolg. Bei den Smartphones ist Samsung der Marktführer in aller Welt, im ersten Quartal konnten sie nach den Zahlen von IDC mehr als 70 Millionen Geräte absetzen, auf dem zweiten Platz folgte Apple mit 37 Millionen. Das mit Spannung erwartete S4 knüpft an den Siegeszug des ein Jahr alten Vorgängers S3 an, und das tut es unübersehbar. Alt und neu sind auf den ersten Blick nur schwer zu unterscheiden.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Mit Maßen von 13,6 × 6,9 × 0,9 Zentimeter ist das S4 einen Millimeter schmaler als das S3, die Displaydiagonale wuchs indes von 4,8 auf 5 Zoll (12,7 Zentimeter), der Trick ist die Verkleinerung des einfassenden Randes. Im Vergleich mit dem iPhone 5 wirkt der junge Koreaner wie ein Riese, aber beim Gewicht bleiben die Unterschiede marginal: 131 versus 112 Gramm des iPhone 5. Der wichtigste Zugewinn für die Liebhaber von Videos und schnellen Smartphone-Spielen ist die auf nunmehr 1920 × 1080 Pixel erhöhte Bildschirmauflösung, der Vorgänger musste sich mit 1280 × 720 Pixel bescheiden. Jenseits der Detailauflösung von Spielen sind die Vorteile dieser HD-Darstellung allerdings nicht so bedeutsam, wie es die Zahlen anzudeuten scheinen.

          Zugegeben: Mit 440 Pixel je Zoll sieht man keine Pünktchen mehr, und die Darstellung ist knackscharf. Aber wie bei den Rivalen mit HD-Auflösung (HTC One, Sony Xperia Z) spricht man eher von einer Evolution als von Revolution. Beibehalten wurde die OLED-Technik mit Pentile-Matrix, die für nahezu perfekte Schwarzwerte und hohe Kontraste steht, jedoch den Nachteil hat, bei hellem Sonnenlicht schlecht ablesbar zu sein. Das neue Display ist allerdings heller als das alte im S3. Die Farbdarstellung überzeugt, obwohl die Blautöne für unseren Geschmack zu kräftig ausfallen.

          Immer wieder kleine Ruckler gezeigt

          Das Galaxy S4 kommt mit zwei Prozessoren auf den Markt: In Amerika und Europa wird der Vierkerner Snapdragon 600 von Qualcomm eingesetzt, für den Rest der Welt gibt es acht Kerne mit dem hauseigenen Exynos 5 Octa. Beide seien gleichwertig, sagt Samsung, aber das ist nicht richtig. Der mit 1,9 Gigahertz getaktete Snapdragon ist zwar einer der schnellsten derzeit erhältlichen Prozessoren, aber Benchmarks zeigen, dass er vom Exynos abgehängt wird. Der normale Nutzer dürfte die Differenz jedoch kaum spüren. Allerdings sei festgehalten, dass unser Testgerät immer wieder kleine Ruckler zeigte, etwa beim Fingerwisch durch die Menüs oder beim Öffnen einzelner Programme. Diese winzigen Aussetzer sind nicht einer schwachen Recheneinheit, sondern der Software geschuldet.

          Dass nun LTE mit so gut wie allen in Europa verwendeten Frequenzbändern an Bord ist, zählt als weiterer Pluspunkt. Kommunikativ erweist sich das S4 zudem mit allen nur denkbaren Protokollen für den multimedialen Datenaustausch wie etwa Bluetooth 4.0, NFC, WiFi Direct und DLNA. Abzüge gibt es beim Speicher, den Samsung in der kleinsten Version mit 16 Gigabyte angibt, obwohl nur etwas mehr als 9 zur Verfügung stehen. Wie beim Vorgänger lässt er sich mit Micro-SD-Karten aufrüsten, man muss also nicht auf die angekündigten Modelle mit eingebauten 32 und 64 Gigabyte warten.

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