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Samsung Galaxy Fold 5G : Das erste faltbare Smartphone ist wieder da

Bild: Marco Dettweiler

Es war schon fast da. Dann wieder weg, weil Samsung Probleme mit der Qualität des Fold hatte. Nun kommt das erste faltbare Smartphone am 18. September auf den Markt. Wir haben die neue Version ausprobiert.

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          Die Amerikaner waren dran schuld. Schon Ende April hatte Samsung sein faltbares Smartphone Galaxy Fold Journalisten in aller Welt gezeigt. Nur wenige Wochen später sollte es auf den Markt kommen. Doch einige amerikanische Journalisten hatten nach ein paar Teststunden einen defekten Bildschirm in der Hand, was unter anderem auch daran lag, dass sie eine Folie abgezogen haben, die man nicht abziehen sollte. Wie auch immer. Samsung reagierte und zog das Fold erst einmal wieder zurück.

          Jetzt ist es wieder da. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin gab es abermals eine Möglichkeit für Journalisten, das Gerät auszuprobieren. Abermals wurde ein Marktstart bekannt gegeben. Am 18. September kommt das erste faltbare Smartphone in den Handel. Wir haben es abermals ausprobiert.

          Aufklappen, zuklappen, aufklappen, zuklappen. Und noch einmal: aufklappen und zuklappen. Wer das faltbare Smartphone Samsung Fold in die Hand bekommt, macht am Anfang immer dieselbe Handbewegung. Solche Geräte sollen die nächste Revolution unter den Smartphones sein. In aufgeklapptem Zustand breitet sich ein Bildschirm aus, den man in dieser Größe nur von Tablets kennt. Aber erst einmal wieder zuklappen.

          Schmaler, aber auch schwerer

          In der Hand liegt das Fold wie ein schweres Brillenetui. Es ist mit 62,8 Millimeter deutlich schmaler als ein normales Smartphone und mit 160,9 Millimeter um einiges länger. Auch ist es mit 17,1 Millimeter und 276 Gramm dicker und schwerer. Dadurch liegt es besser in der Hand, weil diese das Gehäuse komplett umgreifen kann. Das Fold schmiegt sich schmeichlerisch hinein. Steckt es in der Hosentasche, lugt es etwas aus den Jeans heraus.

          Wenn es erst einmal nicht klappen soll, genügt der kleine Bildschirm mit einer Diagonale von 4,6 Zoll zum Lesen von Mails und Whatsapp-Nachrichten. Besitzer eines iPhone SE oder ähnlich kleiner Smartphones kommen mit dieser Größe gut zurecht. Wer ein Smartphone benutzt, dessen Display jenseits von 6 Zoll ist, rümpft die Nase. Oder klappt das Fold einfach auf. Das dürfte für Nutzer die Frage schlechthin sein: Wann klappe ich mein Fold auf?

          Nur zwei Drittel der Vorderseite ausgenutzt

          Der kleine Bildschirm gefällt, weil er die gewohnten Qualitäten eines Super-Amoled-Displays von Samsung hat. Er ist kontrastreich und hat knackige Farben. Doch er irritiert auch. Denn das Display nimmt gerade mal zwei Drittel der Vorderseite des Fold ein. Warum hat Samsung ihn nicht größer gemacht, Platz ist doch oben und unten noch da? Weil es Google nicht erlaubt. Das Betriebssystem Android lässt kein längeres Format als 21:9 zu.

          Also aufklappen. Wie klappt man es eigentlich auf? Anfänger nehmen es in zwei Hände und schlagen es auf wie ein Buch. Fortgeschrittene schieben den Daumen zwischen die Seiten, werfen die Oberhälfte schwungvoll auf und ziehen es mit der Hand auf, damit der Bildschirm plan ist. Hier ist Training gefordert. Für 2100 Euro nimmt man das in Kauf.

          Der Knick ist nicht unsichtbar

          Auch wenn die Ingenieure einen Bildschirm entwickelt haben, der sich extrem biegen lässt, hinterlässt die Technik ihre Spuren. In der Mitte läuft vertikal eine ganz leichte Furche. Die gab es bei der ersten und jetzt auch zweiten Version. Die wird Samsung vermutlich nie ganz verhindern können, weil eben an dieser Stelle immer die größtmögliche Dehnung ist. Sobald sich eine App öffnet und der dunkle Hintergrund weicht, verschwindet allerdings die Furche aus der Wahrnehmung. Wir konnten sie weder bei der Mail-App noch im Browser oder Youtube erkennen.

          Weil zirka ein halbes Dutzend Schichten des Bildschirms elastisch sein müssen, besteht auch die obere Schicht aus Kunststoff. Und diese war wohl auch das Problem. Samsung hat sie jetzt unter den Rahmen gezogen, sodass sie sich nicht mehr - wie bei einigen amerikanischen Journalisten geschehen - vom Rand lösen kann. Auch hat man das Display oben und unten, wo die Falte verläuft, noch einmal zusätzlich fixiert.

          Fühlt sich nicht so schön glatt an

          Auf die optische Anmutung des Displays hat das Material keinen Einfluss, jedoch auf die haptische. Die Bildschirme solcher Flaggschiffe wie Samsung S10 und Note 10, Huaweis P30 Pro oder das iPhone Xs fühlen sich schön glatt und hochwertig an, weil sie aus Gorillaglas sind. Daran hat man sich gewöhnt. Die Oberfläche des großen Fold-Bildschirms wirkt dagegen weniger edel.

          Die Haptik ist schnell vergessen, wenn der 7,3 Zoll große Bildschirm in Aktion ist. Eben noch ein Smartphone, nun ein Tablet in der Hand. Genug Fläche, um Bilder zu genießen, Filme zu schauen und Spiele zu zocken. Auch wenn dieser Bildschirm nur knapp ein Zoll in der Diagonalen etwa vom Huawei P30 Pro entfernt ist, wirkt er dennoch viel größer wegen seines Formats von 4,2 : 3. Drei Anwendungen finden genug Platz, um sie sinnvoll nutzen zu können. Sie lassen sich einfach anordnen und ihre Fenster leicht verschieben.

          Samsung hat hinsichtlich der Hardware für sein Luxus-Handy natürlich alles gegeben. Die Kamera-Ausstattung stammt vom S10. Der Arbeitsspeicher hat 12 Gigabyte, bis zu 512 Gigabyte können an Daten gespeichert werden. Der Akku hat eine Kapazität von knapp 4235 Milliamperestunden.

          Auch das Zuklappen will im Übrigen gelernt sein. Ein Anfänger schlägt es zusammen wie ein Buch. Der Könner drückt mit dem Daumen in die Mitte des Bildschirms und schließt es mit etwas Schwung. Und so geht es von vorne los: Aufklappen, Zuklappen.

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