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Rucksäcke mit Solarpaneelen : Wanderer unter Strom

Fest eingebaut: Der Iconic von Sunnybag mit Solarzellen auf der Rückseite ... Bild: Wolfgang Eilmes

Unterwegs das Handy und die Kamera mit Strom versorgen: Solarrucksäcke empfehlen sich für die längere Sommer-Tour. Zwei Modelle mit Solarpaneelen zeigen im Vergleich ihre jeweiligen Vorzüge.

          2 Min.

          Wer im Sommer auf langen Wander-, Rad- oder Paddeltouren unterwegs ist und fernab einer Steckdose übernachtet, fragt sich, wie Smartphone oder Actioncam an ihren Strom kommen. Die Powerbank ist für kurze Ausflüge der Stromspeicher der Wahl. Geht auch ihr auf längeren Touren die Energie aus, sollen Solarpaneele einspringen. Es gibt sie in verschiedenen Bauformen und Größen. Etwa als kleine Klappzellen mit wenigen Watt bis hin zu großen Modulen mit mehr als 20 Watt, die am Boot oder Fahrrad befestigt werden. Man achte auf die Ausgänge. Etliche sind für Wohnmobile gedacht und bringen einen 12-Volt-Ausgang mit.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Bei den Solarzellen unterscheidet man zwischen Dünnschichtmodulen, die auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen noch Strom abgeben, aber nur einen geringen Wirkungsgrad zwischen 6 und 10 Prozent haben. Ferner gibt es amorphe Zellen, die wegen ihrer Biegsamkeit gern für Rucksäcke verwendet werden. Sie haben einen Wirkungsgrad zwischen 13 und 15 Prozent und reichen also nicht an die monokristallinen Zellen heran, die bei 20 Prozent und mehr liegen.

          Die Leistung des Paneels in Watt ist stets nur die Spitzenleistung, sie gilt für eine Sonnenbestrahlung von 1000 Watt pro Quadratmeter. Die nominelle Leistung liegt meist darunter. Selbst bei hellstem Sonnenschein schaffen die meisten Module für den mobilen Einsatz nur 50 bis 80 Prozent des angegebenen Werts, und sie müssen dazu auch perfekt auf die Sonne ausgerichtet sein. Trägt man einen Rucksack mit Paneels auf dessen Rückseite, ist die Ausrichtung nicht optimal.

          ...  und Fach für das Notebook.

          Mit diesen Einschränkungen gehe man davon aus, dass im Sommer ein gut in der Sonne plaziertes Solarmodul mit 7 Watt einen Smartphone-Akku in drei bis vier Stunden laden kann. Wir haben zwei Rucksäcke ausprobiert, die auf unterschiedliche Weise die Idee umsetzen.

          Der Iconic vom Hersteller Sunnybag kostet 100 Euro, ist in zwei verschiedenen Farben erhältlich und bietet ein Volumen von 20 Litern. Das Paneel ist fest in die Rückseite eingearbeitet und hat nach Angaben des Herstellers einen Wirkungsgrad von 22 Prozent sowie eine Leistung von 7 Watt. Der Rucksack ist aus einem schweren und wetterfesten Polyester gefertigt, das Gewicht beträgt 1200 Gramm. Mit Ausnahme zweier Trinkflaschenhalterungen an der Außenseite befinden sich alle Verstaumöglichkeiten und Fächer im Innern. Mit Reißverschlüssen und Klettband lassen sie sich verschließen. Das Solarmodul gibt seine gesammelte Energie mit einem USB-Anschluss im Innern an Smartphone oder Powerbank weiter.

          Abnehmbar: Das Solarmodul des SP607GR von Xtpower bietet viel Flexibilität.

          Der Rucksack SP607GR des Herstellers Xtpower kostet 80 Euro und besteht aus deutlich leichterem Nylon. Das Paneel hat ebenfalls einen Wirkungsgrad von 22 Prozent und eine maximale Leistung von 6,6 Watt. Die Besonderheit hier: Das Paneel ist abnehmbar, so dass man bei einem längeren Aufenthalt nicht den ganzen Rucksack in die Sonne legt, sondern nur das Solarmodul mitsamt zu ladender Geräte.

          Der Rucksack hat mehr Fächer, die zum Teil auch von außen zugänglich sind, wirkt aber schon wegen des Materials etwas billiger als der Iconic. Er wiegt 1100 Gramm und hat einen Brust- sowie einen Hüftgurt. Beide erreichen nicht das Volumen eines Wanderrucksacks, sondern haben eher das Format eines Stadtrucksacks.

          Seitens der Sonnenausbeute haben wir keine großen Unterschiede zwischen beiden Modulen festgestellt. Man kann sich also bei der Kaufentscheidung getrost am Rucksack orientieren. Wer alle paar Tage an eine Steckdose kommt, ist angesichts der vielen Unsicherheiten der Solarversorgung und der langen Ladezeiten mit einer Powerbank besser bedient. Und man kann ja noch eine zweite und dritte kaufen. Als weitere Alternative empfehlen sich faltbare Solarmodule, die teils auch mit eingebauter Powerbank erhältlich sind.

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