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Renault Laguna mit Carminat Tom Tom 2.0 : Die Stau-Infos machen den Unterschied

Für Sonderziele und Sehenswürdigkeiten: Das Carminat Tom Tom mit Online-Google-Suche Bild: Michael Spehr

Keiner bietet derzeit präzisere Verkehrsinformationen: Renault Laguna und Carminat Tom Tom 2.0 sind zwar als Komponenten nicht immer vereinbar, aber im Vergleich mit der vor zwei Jahren erprobten Anlage gibt es etliche Pluspunkte.

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          Schon faszinierend: Wir fahren nachmittags auf der B456 in Richtung Bad Homburg, und der zu erwartende kleine Stau von etwa anderthalb Kilometer Länge wird auf dem Display des Navi-Systems geradezu punktgenau angezeigt. Am nächsten Morgen weist der elektronische Kopilot eine Verzögerungszeit von 21 Minuten für den Weg zur Arbeit aus. Das halten wir mit unserem Erfahrungswissen und unter Berücksichtigung der Uhrzeit für grob übertrieben und nehmen trotzdem die gewohnte Strecke.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Doch die Verkehrsinfos waren abermals richtig. Der morgendliche Andrang auf der Saalburgchaussee hatte sich um 9.30 Uhr noch nicht aufgelöst, und auf der Autobahn A5 kamen wir nur langsam voran. So präzise Verkehrsdaten haben wir lange nicht gesehen, und wir waren nicht in einer Oberklasse-Limousine unterwegs, sondern im Renault Laguna mit Carminat Tom Tom 2.0 und seinen Live-Diensten.

          Diese Anlage gehört in den Ausstattungen Dynamique und GT zur Serie, für die Einstiegsvariante Expression und die Top-Serie Initiale ist sie nicht lieferbar. Das Tom-Tom-System gibt es seit gut zwei Jahren bei Renault, und wir waren anfangs sehr unzufrieden. Denn die Mutation einer Nachrüstanlage für die Windschutzscheibe zum Festeinbau lässt doch etliche Probleme ungelöst. Zwar bringt Tom Tom sein 15-Zentimeter-Farbdisplay mit, und die Steuerung erfolgt mit einem Joystick-ähnlichen Controller in der Mittelkonsole. Aber die Tücke liegt im Detail: Musikabteilung und Telefon nutzen zwar die Anzeige auf dem Farbbildschirm, werden aber allein mit den Tasten des Radiosystems sowie einem gut hinter der rechten Lenkradspeiche versteckten Steuerungselement bedient. Der Controller bleibt ganz außen vor, beide Systeme sind nicht kompatibel, und sie folgen nicht einer einheitlichen Logik.

          Zentrale: Die Steuerung erfolgt mit einem Joystick-ähnlichen Controller in der Mittelkonsole

          Zwei unterschiedliche Komponenten

          Zweitens zeigt die Navi-Abteilung zwar die bekannten großen Tom-Tom-Symbole auf dem Display. Aber hier kommt nicht, wie gewohnt, der Finger zum Einsatz, sondern allein der Joystick mitsamt den ihn umgebenden Tasten. Man muss stets nach unten gucken und wird abgelenkt. Wer bei Tom Tom an Touchscreen denkt, liegt jedenfalls daneben. Und mit diesen Punkten ist schon sehr genau beschrieben, was die Heirat von Tom Tom mit Renault bedeutet: Zwei unterschiedliche Komponenten teilen sich den Bildschirm, aber sonst geht jede ihre eigenen Wege. Zudem hat Tom Tom sein Navi auf eine Tastaturbedienung umgestellt, aber leider sind die beiden Partner nicht dichter zusammengerückt.

          So ärgert man sich zunächst tagelang über die Unstimmigkeiten, die mit dieser Zwangsehe einhergehen. Etwa über die widersinnige Steuerung des Tom Tom. Mal muss man den Joystick nach unten drücken, um eine Aktion zu bestätigen, mal übernehmen zwei Softkeys am oberen Rand des Tastenblocks diese Aufgabe. Oder darüber, dass Radio und Telefonabteilung zwar die laufende Navigation bis auf einen kleinen Seitenstreifen ausblenden, aber der üppig zur Verfügung stehende Platz auf dem Bildschirm nicht ansatzweise genutzt wird. Eine Telefonnummer mit dem Drehsteller am Radio auf dem eingeblendeten virtuellen Ziffern-Laufband einzugeben ist eine Tortur. Eine Sprachwahl, mit der alles einfacher geht, steht zudem nur für das Fahrzeug-Telefonbuch parat, und das Vorsprechen der Rufnummer funktioniert gar nicht.

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