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Phablet als Notebook-Ersatz : So wird das Smartphone zur Schreibmaschine

Alles stets dabei: Ein Smartphone mit Textverarbeitung und die Bluetooth-Tastatur K480 von Logitech am Flughafen in Zeiten von Verspätungen und Pilotenstreiks. Bild: Eilmes, Wolfgang

Hat das Notebook ausgedient? Riesensmartphones dienen sich an mit üppigem Display und pfiffigen Apps. Ein Blick auf das Angebot für Office-Nomaden.

          5 Min.

          Verspätung am Flughafen. Die Zeit kann man nutzen, auch dann, wenn das Notebook nicht zum Reisegepäck gehört. Denn mit den neuen „Phablets“ geht mehr, als man denkt. Phablets sind übergroße Handys. Das Kunstwort entstand aus den beiden Gattungsbezeichnungen Smartphone und Tablet. Es deutet schon an, dass ein Phablet die Vorteile des Tablet PC im Format eines kompakten Smartphones bieten soll. Vier überzeugende Produkte hatten wir unlängst vorgestellt, und nun wollten wir wissen, wie gut man mit ihnen arbeiten kann. Geht es um E-Mail, arbeiten alle Kleingeräte mittlerweile wie ein Weltmeister. Aber wie gut sind sie im Office-Einsatz, vor allem beim Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten, also dem zweitwichtigsten Job des Geschäftsreisenden?

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Eine erste verblüffende Erkenntnis ergibt sich aus dem Betriebssystem: Es geht nicht an erster Stelle um Apps und ihre Leistungsfähigkeit, sondern um die Offenheit oder Geschlossenheit des Ökosystems. Wer zum Beispiel als Journalist unterwegs ist und Texte mitsamt Fotos von dem während der Pressekonferenz ausgehändigten USB-Stick holen muss, kommt mit einem iPhone oder Windows Phone nicht weit, weil ein Weg nach außen fehlt. Für das Apple-Gerät gibt es ein paar Kniffe, etwa Speichermedien mit einem USB-Anschluss auf der einen und Lightning auf der anderen Seite. Aber damit ist der USB-Stick, der einem in die Hand gedrückt wird, noch nicht eingebunden.

          Diese Prozedur gelingt hingegen an einem neueren Androiden oder Blackberry mit einfachsten Mitteln. Das Stichwort lautet: USB On the Go (OTG) und meint eine Kommunikation zwischen zwei USB-Geräten, bei der eines die Kontrolle übernimmt. Im konkreten Fall ist die Sache einfach: Ein USB-OTG-Kabel, Kostenpunkt 5 Euro, sorgt für die Verbindung von Smartphone und externen Speichermedien mitsamt Lese- und Schreibzugriff. Der Androide erkennt in der Regel das angeschlossene Medium sofort. Nur erlauben nicht alle Apps den Zugriff auf den externen Speicher. Unser Tipp: Mit einem Dateimanager die Daten vom USB-Medium an die gewünschte App übergeben. Schlimmstenfalls muss man später beim Sichern den internen Speicher oder die Speicherkarte wählen. Auch hier wurde allerdings von Google seit Android 4.4 der Zugang aufs übelste beschnitten.

          Der Blackberry (wir nahmen den neuesten Passport) erweist sich im Umgang mit Medien und Dateien geradezu als Musterknabe: Nach dem Anstecken des OTG-Kabels ist der externe Speicher ohne Schwierigkeiten ins hauseigene Dateisystem eingebunden und lässt sich von allen Anwendungen aus ansprechen. Man ist geradezu verblüfft, wie einfach das funktioniert.

          Wer auf die Cloud setzt und alle Texte und Tabellen in der Wolke vorhält, benötigt als mobiler Büro-Arbeiter ein Betriebssystem, das mit Dropbox, One Drive und anderen Diensten zurechtkommt. Abermals ist Blackberry der Sieger: Sämtliche Cloud-Services sind übersichtlich in den Dateimanager eingebunden, der Zugriff von Apps aus vollzieht sich reibungslos. Windows Phone von Microsoft bietet willkommene Synergieeffekte, wenn das eingebaute Office mitsamt Textverarbeitung auf die hauseigene One-Drive-Cloud zugreift. Bei fremden Diensten sieht es hingegen mau aus.

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