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Online-Netzwerk : StudiVZ nutzt Mitglieder-Daten für gezielte Werbung

  • Aktualisiert am

Netzwerk für Studenten: StudiVZ Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der Weg in den Profit will die Studenten-Plattform StudiVZ mit der Einführung personalisierter Werbung finden. Nach den Protesten seiner Nutzer hat StudiVZ seine Pläne aber schnell angepasst.

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          Das Online-Netzwerk StudiVZ will aus seinem großen Nutzerstamm Profit schlagen: Die rund vier Millionen Mitglieder sollen künftig mit personalisierter Werbung angesprochen werden, die auf Alter, Geschlecht, Wohn- und Studienort sowie Studienfach zugeschnitten ist. Dafür verändere man zum 9. Januar die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), teilte das Unternehmen am Freitag in Berlin mit. Wer den neuen Konditionen nicht zustimmt, wird zu seinem Profil und seinen Nachrichten keinen Zugang mehr haben. Die Daten würden jedoch nicht an andere Unternehmen verkauft, betonte Sprecher Dirk Hensen und widersprach damit anderslautenden Medienberichten.

          Nach heftigen Protesten seiner Nutzer hat StudiVZ seinen neuen Geschäftsbedingungen noch am Freitag geändert. Ursprünglich wollte sich das Unternehmen zusichern lassen, Werbung auch auf anderen Wegen als über die Plattform selbst zu den Studenten bringen zu können. So wurde explizit auch die Nutzung der bei StudiVZ hinterlegten Handy-Nummer und Instant-Messenger-Adressen zum Werbeversand freigegeben. Auf Druck der Nutzer hat StudiVZ diese Passage inzwischen aus den Geschäftsbedingungen gestrichen.

          Wer weiterhin StudiVZ nutzen will, muss zunächst den neuen Geschäftsbedingungen zustimmen - um sie im Nachhinein den eigenen Wünschen anpassen zu können. Wer die neuen AGB über den 9. Januar hinaus ignoriert, wird im Online-Netzwerk gesperrt.

          Auf dem Weg zum Geld verdienen

          In mehreren Internet-Foren ereifern sich nun schon brüskierte StudiVZ-Nutzer über die Preisgabe ihrer Werbedaten und tauschen sich über Möglichkeiten aus, einer vermeintlich auf sie zurollenden Werbeflut entgehen zu können. Da ist vom Überschreiben gespeicherter Daten mit falschen Angaben die Rede oder vom Wechsel zu anderen Online-Netzwerken.

          Weitere Änderungen der AGB sollen es StudiVZ zufolge ermöglichen, rechtswidrige Inhalte leichter zu löschen und einen Newsletter an seine Nutzer zu verschicken. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hatte StudiVZ im Januar dieses Jahres für einen Betrag zwischen 50 und 100 Millionen Euro gekauft. Der frühere Ebay-Manager Marcus Riecke hatte die Leitung der Studenten-Plattform im August mit dem Ziel übernommen, sie profitabel zu machen. Am Jahresende will das Ende 2005 gegründete Portal erstmals schwarze Zahlen schreiben.

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