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Oneplus 7 Pro im Test : Nur eines kann es nicht

Guckst du: Die Selfie-Kamera fährt raus, wenn sie gebraucht wird. Bild: Hersteller

Oneplus drängt mit dem 7 Pro in die Oberklasse. Nur nicht mit dem Preis. Das Smartphone kostet zirka 700 Euro. Kann es mit den Flaggschiffen der Konkurrenz mithalten?

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          An diesem Smartphone dürfte Amerikas Präsident Donald Trump keine Freude haben. Das neue Oneplus kommt direkt aus dem technologischen Herzen Chinas. Mitten in Shenzhen sitzt das Unternehmen, das so heißt wie seine Produktreihe. Dort im Süden werden nahezu alle Smartphones dieser Welt produziert. Auch Apple lässt in Shenzhen fertigen, ebenso das bei Trump in Ungnade gefallene Unternehmen Huawei. Oneplus hat 2013 als Start-up begonnen und will jedes Jahr höher hinaus. Das hat mit der bisherigen Strategie, halbjährlich ein einziges Modell mit anspruchsvoller Ausstattung zu einem Preis von rund 500 Euro anzubieten, gut geklappt.

          Von dieser Strategie rückt das Unternehmen jetzt ab. Nun will man mit den Flaggschiffen von Apple, Huawei, Samsung und Sony in direkte Konkurrenz treten. Deshalb wollen die Chinesen mit zwei neuen Produkte punkten. Mit dem Oneplus 7 für 560 Euro bedienen sie die Fangemeinde. Die Pro-Version für 710 Euro soll die Freunde von Oberklassegeräten locken. Die sparen immerhin etwa 300 Euro, denn bei den Flaggschiffen der Konkurrenz geht es erst um 1000 Euro los. Doch ist das 7 Pro wirklich der Oberklasse würdig?

          Die Güte von Smartphones wird zurzeit über die Kamera bemessen. Mit ihr werben die Hersteller, und nach ihr fragen die Kunden. Ohne Triple-Kamera geht momentan nichts. Also tauchen auch auf dem Rücken des Oneplus drei Objektive auf. Die meisten Fotos übernimmt ein lichtstarker Sony-Sensor mit 48 Megapixel. Sollen die Objekte näher rücken, kommt das Teleobjektiv ins Spiel, das einen dreifachen optischen Zoom schafft und mit acht Megapixel auflöst. Möglichst viel in der Breite nimmt die Superweitwinkellinse mit ihren 16 Megapixel auf. Damit ist die Kamera des Oneplus 7 Pro technisch besser als die des iPhone von Apple, etwa genauso gut ausgestattet wie Samsungs S 10 und etwas schwächer als das P 30 Pro von Huawei, das einen optischen Fünffach-Zoom schafft.

          Das Oneplus hat eine Triple-Kamera. Bilderstrecke

          Die Bilder der Kamera halten, was die technische Ausstattung verspricht. Ihre Qualität ist sehr gut. Der Autofokus arbeitet zuverlässig, die Farben haben eine angenehme Sättigung mit einem leicht kühlen Ausdruck, sehr dunkle und helle Stellen sind im Bild mit großem Abstand verteilt, auch in dunklen Räumen mit wenig Tageslicht fängt die Kamera des Oneplus noch genügend Licht ein. Erst wenn man die Fotos mit denen des P 30 Pro von Huawei vergleicht, wird deutlich, dass es noch ein bisschen besser geht. Huaweis fünffacher Zoom bildet präziser ab. In hellen Bereichen, wie zum Beispiel eine von der Sonne angestrahlte Hauswand oder weiße Wäsche bei Tageslicht, wie auch in dunklen, schattigen Bereichen zeigt das P30 Pro noch mehr Struktur und Textur.

          Ein Alleinstellungsmerkmal des Oneplus 7 Pro ist seine Selfie-Kamera. Sobald die Selbstdarsteller in der App auf den Knopf drücken, fährt ein kleines Kameramodul oben heraus und danach wieder ein. Das funktioniert schnell. Und wenn Gefahr in Verzug ist, weil das Handy aus der Hand gleitet, zieht das Oneplus das Modul flott wieder ein wie eine Schildkröte ihren Kopf. Alle Nicht-Selbstdarsteller werden diese Funktion lieben, weil die selten genutzte Frontkamera grundsätzlich da ist, aber nicht ständig einen Teil des Bildschirms blockiert, auch wenn die Aussparung an vielen anderen Smartphones mittlerweile klein ist.

          Auch der Bildschirm des Oneplus 7 Pro erfüllt Ansprüche der Oberklasse. Auflösung, Helligkeit und Farbdarstellung sind wie bei Apple, Samsung und Huawei überzeugend. Und das Display ist groß: Mit seiner Diagonale von 6,67 Zoll ist der Bildschirm einer der größten auf dem Markt. In einem Punkt setzen sich die Chinesen sogar ab von der Konkurrenz: Der Bildschirm hat eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz. Dadurch wirken Spiele flüssiger, beim Scrollen von Websites flimmern die Buchstaben weniger.

          Gute Kamera, überzeugender Bildschirm, tadellose Verarbeitung, schickes Design . . . Wo könnte eine Schwäche liegen, damit potentielle Käufer doch zu einem mindestens 300 Euro teureren Flaggschiff von Apple, Samsung oder Huawei greifen? Arbeitsspeicher? Nein, der ist mit 6 Gigabyte üppig belegt. Chipsatz? Auch nicht, denn der Snapdragon 855 ist momentan einer der schnellsten Prozessoren. Akku? Ebenso Fehlanzeige, die 4000 Milliamperestunden reichen auf jeden Fall für einen Tag. Betriebssystem? Könnte mit Android Version 9 nicht aktueller sein.

          Wirklich keine Schwächen? Doch! Es gibt keine Möglichkeit, das Oneplus kabellos aufzuladen. Endlich haben wir einen Grund gefunden, warum die anderen Smartphones aus der Oberklasse mehr kosten. Doch ist „Wireless Charging“ das wirklich wert?

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