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Olympus OM-D E-M5 Mk. III : Die Gerneklein

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Mit dem großen Zoom wirkt die OM-D E-M5 Mk. III gewaltiger, als sie sich anfühlt. Bild: Pardey

Olympus ist hundert Jahre alt. Eines der Geschenke, das sich die Fotosparte zum Geburtstag macht, ist die OM-D E-M5 Mk. III.

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          Als zu Beginn dieses Jahres der Kamerahersteller Olympus seine OM-D E-M1X als Spitzenmodell der OM-D-Baureihe vorstellte, war das Geschrei der Besserwisser groß: die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat; viel zu teuer; warum kein Vollformatsensor wie bei der Konkurrenz; nur etwas für Profis und Zahnärzte. Vor allem aber: viel zu groß und viel zu schwer. Das nur äußerlich einer Spiegelreflexkamera entsprechende gedichtete Gehäuse der spiegellosen Systemkamera mit dem 4/3-Zoll-Sensor war mit angebautem Batterie-/Hochformat-Griff in der Tat auf die Bedürfnisse von Berufsfotografen zugeschnitten. Vollgestopft mit feinster Technik, bietet es mit exzellenter Bildqualität Kameras mit größerem Sensor Paroli, die dann aber zwangsläufig noch größer sind sowie größere und schwerer wiegende Objektive erfordern. Als deutliches Bekenntnis zum 4/3-Sensor wirkte das Flaggschiff auf viele Beobachter wie eine Trotzreaktion von Olympus.

          Geschäftlich gesehen ist der allgemein bekannteste Teil des Unternehmens eher ein Wurmfortsatz: Im fiskalischen Jubiläumsjahr machte die Medizintechnik von Olympus einen Umsatz von etwa 5,26 Milliarden Euro. Das im Oktober 1919 gegründete und ursprünglich nach der in der japanischen Mythologie als Göttersitz bekannten Region Takachiho benannte Unternehmen ist Weltmarktführer auf dem Gebiet der gastrointestinalen Endoskopie mit einem Anteil von etwa 70 Prozent. Am Umsatz gemessen, verhält sich die Medizintechnik zum ungleich bekannteren Geschäftsbereich Fototechnik etwa wie 9:1. Erst 30 Jahre nach der Gründung wurde 1949 in international verständlicher Form der Wohnsitz des griechischen Göttervaters Unternehmensname.

          Ein Jahr zuvor war als erste Kleinbildkamera des Herstellers die Olympus 35 I, auf den Markt gekommen, nachdem man 1936 begonnen hatte, neben Mikroskopen auch Fotoapparate anzubieten. Beim allerersten Modell stammte nur die Zuiko-Optik von Olympus. In der Folge haben Entwicklungen der verschiedenen Geschäftsbereiche immer wieder auch den übrigen genützt: So basiert etwa in den Digitalkameras die 5-Achsen-Bildstabilisierung, mit der Olympus als erster Hersteller 2012 in der ersten Auflage der OM-D E-M5 auf den Markt kam, auf Patenten für Endoskopiegeräte. Heute ist Olympus mit rund 35 000 Mitarbeitern weltweit unter anderem auch führend als Anbieter von digitalen Diktiergeräten.

          Die neue Olympus markiert über der E-M10 und unter der E-M1 preislich und der Ausstattung nach die Mitte der Baureihe.

          Die OM-D E-M5 Mk. III, wie das neuste Modell nach dem Micro-Four-Thirds-Standard mit vollem Namen heißt, markiert über der E-M10 und unter der E-M1 preislich und der Ausstattung nach die Mitte der Baureihe. Mit den OM-D-Modellen zielt Olympus im Gegensatz zu der nah verwandten, aber völlig anders gestalteten Pen-Baureihe eher auf männliche, mehr technisch orientierte Kundschaft. Während eine Pen einschließlich der etwas aus dem Rahmen fallenden Pen-F nicht zuletzt als Accessoire zu gefallen sucht, signalisieren die OM-D-Modelle sozusagen ein ernsteres Interesse am Fotografieren als Beruf und Kunstform.

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