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OLED-Fernseher von Philips : Entwicklungshilfe von den Inseln

  • -Aktualisiert am

Ambilight hinter dem OLED-Bildschirm Bild: Hersteller

Bowers & Wilkins veredelt den Sound der Philips-Fernseher OLED+ 903. Die Akustik-Abteilung leistet ganze Arbeit. Es gibt schöne Töne zum grandiosen Bild.

          Bisher machte der bunte Heiligenschein den Unterschied: Fernseher der Marke Philips schmücken sich seit Generationen mit Ambilight, einem Leuchtkranz hinter dem Bildschirm, der farbiges Licht an die Wand wirft und damit indirekte Beleuchtung zum Pantoffelkino beisteuert – stets passend zur Szenerie auf der Mattscheibe.

          Bald könnte eine andere Eigenschaft zur Markentreue der Philips-Fans beitragen: der gute Ton zum Bild. Denn der ist nicht selbstverständlich. Dass immer dünnere Fernseher zu immer flacheren Tönen neigen, muss man gar nicht theoretisch herleiten – es ist eine Alltagserfahrung. Philips hat jetzt bei Bowers & Wilkins um Hilfe gebeten. Die Briten beliefern immerhin die besten Studios der Welt mit Abhör-Lautsprechern, befeuerten den Streaming-Trend mit Geräte-Ikonen wie dem legendären Zeppelin und gelten folglich als besonders feine Adresse.

          So entstand eine Kooperation, deren Resultat jetzt vorliegt: Akustik-Entwickler von Bowers & Wilkins steuerten den Audio-Part zu den jüngsten OLED-Fernsehern von Philips bei, genauer: zu den Modellen der Baureihe OLED+ 903, die es in den Bildschirmgrößen 65 und 55 Zoll gibt, also mit den Diagonalmaßen 1,49 und 1,65 Meter. Wir haben uns mit beiden Geräten beschäftigt, die, so viel vorab, ganz ähnliche Qualitäten mitbringen. Wie alle größeren Fernseher des Hauses arbeiten die neuen OLED-Modelle – ihre Preise liegen bei 2500 und 3500 Euro – mit dem Betriebssystem Android.

          Das bringt einige Besonderheiten mit sich, vor allem ein mächtiges Angebot an Apps aus dem Google-Universum, aber auch eine Fülle an Funktionalitäten und Justage-Möglichkeiten. Technik-Freaks können sich hier nach Herzenslust austoben. Alle anderen müssen ein bisschen Geduld mitbringen – jedenfalls, wenn sie den Ehrgeiz haben, sämtliche Einstellungen zu optimieren und die Fähigkeiten der Geräte voll auszureizen. Allein sechs globale Voreinstellungen für die Bildeigenschaften stehen zum Abruf bereit; Experten-Modi differenzieren noch viel weiter.

          In allen Disziplinen wirklich gute Leistungen

          Unter sechs Menüpunkten etwa lässt sich die Farbe austarieren – bis hin zur manuellen Dosierung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Das Kontrast-Menü bietet sieben Einstellmöglichkeiten, darunter eine, die in etwas verunglückter Übersetzung „Perfekte Naturrealität“ heißt. Gemeint ist die Fähigkeit der Elektronik, bewegte Bilder von normalem Kontrastumfang an die HDR-Fähigkeiten des Bildschirms anzupassen, den Dynamikumfang zwischen hellsten und dunkelsten Bildpartien also deutlich auszuweiten. Weitere Eingriffe der Elektronik können Kompressions-Artefakte reduzieren, flaue Konturen schärfen, Rauschen unterdrücken oder Bildruckeln von Bluray-Filmen in flüssige Bewegungsabläufe verwandeln. Auch andere Fabrikate bringen solche Fähigkeiten mit, die neuen Philips-Flaggschiffe aber überzeugen in all diesen Disziplinen mit wirklich guten Leistungen.

          Sind am Ende alle Einstellungsarbeiten erledigt, könnte schon bald das gesprochene Wort die Bedienung übernehmen. Dazu lauscht eine spezielle stabförmige Fernbedienung ihrem Besitzer mit einem eingebauten Mikrofon. Bestimmte Dialoge zwischen Mensch und Maschine funktionieren schon jetzt auf der Basis der Google-Sprachsteuerung. Hält am Ende des Jahres die jüngste Anroid-Version 8 als Software-Update Einzug in die Geräte, kommt für detailliertere Anweisungen der Google Assistant ins Spiel. Und ein maßgeschneidertes Befehls-Repertoire aus dem Konkurrenz-Universum Amazon Alexa steht dann ebenfalls zur Verfügung. Wer mag, kann schon mal Standard-Sätze üben wie „Alexa, wechsle auf Kanal 1“, „Fernseher leiser“ oder „Deaktiviere Ambilight auf Wohnzimmer-Fernseher“.

          Die Bildqualität der beiden neuen Modelle zählt zum Feinsten, was die Technik der TV-Geräte derzeit hergibt. Daran haben die superflachen OLED-Schirme mit ihren tiefen Kontrasten und ihren leuchtenden Farben entscheidenden Anteil. Kann der Ton da überhaupt mithalten? Schließlich ist von allen Audio-Installationen nichts zu sehen außer einer fünf Zentimeter schmalen Textilabdeckung am unteren Bildschirmrand. Dahinter verstecken sich zwei schmale Gehäuse mit jeweils einem ovalen Tief-Mittelton-Chassis und einem Hochtöner. Das verlangt nach zusätzlicher Unterstützung für die tiefen Töne. Die kommt von einem etwa acht Zentimeter großen Bass-Chassis auf der Geräterückseite, dem links und rechts zwei Passivmembranen zur Seite stehen. Spezielle Versteifungsrippen im Inneren der Geräterückwand sollen verhindern, dass Gehäuseteile vernehmlich mitschwingen.

          Tatsächlich leistet die Akustik-Abteilung ganze Arbeit: Sprache tönt deutlich und gut verständlich, Musik spielt mit natürlichen, klaren Klangfarben auf – fast wie eine kleine HiFi-Anlage. Natürlich schaffen die eingebauten Lautsprecher keine abgrundtiefen, fetten Disco-Bässe, aber das ist auch nicht ihre Mission. Für tönende Unterhaltung auf Genuss-Level taugen sie allemal, und das ist deutlich mehr, als sehr viele andere Fernsehgeräte zum Abendprogramm beisteuern können.

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