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Öffentliches W-Lan : Wer stört?

  • -Aktualisiert am

Die Nutzungsdauer ist beschränkt, viele Apps funktionieren nicht. Es gibt in Deutschland immer mehr öffentliche W-Lan-Netze. Noch unterliegen die aber einer „Störerhaftung“. Ein Plädoyer für den Schritt nach vorn.

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          Ein öffentliches und gratis nutzbares W-Lan-Netz bieten immer mehr deutsche Städte an. Heidelberg hat in der vergangenen Woche darüber beraten, in Berlin gibt es einen Internetzugang mit Hotspots schon länger. So einfach wie in anderen Metropolen der Welt kommt man in Deutschland allerdings nicht ins Netz. Man muss sich registrieren; mit SMS, E-Mail oder einem personalisierten Code. Meist ist auch die Nutzungsdauer beschränkt, und viele Apps funktionieren nicht. Warum ist Deutschland beim offenen W-Lan ein Nachzügler, fragen viele Touristen. In Deutschland gibt es eine „Störerhaftung“ für den Hotspot-Anbieter. Er ist verantwortlich für Inhalte, die „unbekannte Dritte“ durch das Netz leiten. Restaurantbesitzer, die ihren Gästen unentgeltlich einen besonderen Service mit einem freien Netz bieten wollen, sind also verantwortlich für das, was diese im Internet anstellen. Kein Wunder, dass sich freie Hotspots so selten finden, es droht stets die Abmahnfalle. Nun fragt man sich natürlich, wie alle anderen Nationen dieser Welt ohne Störerhaftung überhaupt existieren können. Die Störerhaftung abzuschaffen wäre für Gastronomie und Tourismus ein Schritt nach vorn. Der Bundesgerichtshof hat in der vergangenen Woche einen großen Schritt getan und die Haftungsrisiken für Anschlussinhaber erheblich reduziert. Nun müsste der Gesetzgeber dem Fossil „Störerhaftung“ den Rest geben.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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