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Macbook Air im Test : Dieser Air ist zu schwer

Wir haben uns das neue Macbook Air angesehen, das im Oktober vergangenen Jahres debütierte. Bild: Hersteller

Er bleibt schön. Aber der kleine Mac von Apple hat seine Leichtigkeit verloren. Insgesamt macht man mit dem neuen Macbook Air nichts verkehrt.

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          Wer sich für ein Notebook aus dem Hause Apple entscheidet und den Blick auf eines der eher günstigen Modelle wirft, ist verwirrt. Nicht nur, weil ein günstiger Mac im Vergleich mit Windows-Rechnern ziemlich teuer ist. Unter 1000 Euro gibt es nichts. Sondern zudem angesichts dreier Modellreihen, deren wichtigste Unterschiede nicht auf den ersten Blick erkennbar sind: das Macbook mit diesem schlichten Namen und einem 12-Zoll-Display, das Macbook Pro mit 13-Zoll-Anzeige und in der Mitte das Macbook Air, das aber keineswegs das leichteste der drei Kandidaten ist und, um die Verwirrung auf die Spitze zu treiben, in zwei Untervarianten erhältlich ist. Beide haben ein 13-Zoll-Display, aber das kleinere, günstigere für 1100 Euro ist ein altes Modell ohne Retina-Display.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wir haben uns das neue Macbook Air angesehen, das im Oktober vergangenen Jahres debütierte. Ursprünglich war das Macbook Air 2008 jenes kleine Notebook, das Steve Jobs auf der Macworld in San Francisco aus einem Manila-Umschlag hervorzog und das fortan als „das dünnste Notebook der Welt“ beworben wurde. Das zur Vorderseite sich verjüngende Gehäuse aus Aluminium war zwischen 2,8 und 17 Millimeter hoch, und die leichteste Modellvariante wog nur ein Kilogramm.

          Das neue Macbook Air hat von dieser spielerischen Leichtigkeit nicht viel behalten. Es ist ein normales Notebook in Standardgröße, die Bezeichnung „Air“ passt überhaupt nicht. Vergleichen wir mit dem Macbook 12. Das Macbook Air misst 30,5 × 21,2 × 1,6 Zentimeter und ist damit breiter, tiefer und höher als das kleinste Macbook mit seinen 28 × 19,5 × 1,3 Zentimeter. Die Maße des Air entsprechen nahezu denen des Macbook Pro, nur ist es mit 1,25 Kilogramm etwas leichter als das Pro mit seinen 1,37 Kilogramm. Das 12er Macbook ist noch leichter, es kommt auf 0,92 Kilogramm.

          Der Blick auf die inneren Werte zeigt, dass Apple das Air nur mit einem einzigen Prozessor anbietet, dem Core i5 8210Y aus der achten Generation.

          Das Design des Air hat wie der Urahn die verjüngende Front. Das Gehäuse aus einhundert Prozent recyceltem Aluminium wirkt hochwertig, Verarbeitung und Stabilität überzeugen, die Metalloberfläche unterstreicht die hohe Wertigkeit des Geräts. Die Anzeige spiegelt zwar, gefällt aber mit Helligkeit, gleichmäßiger Ausleuchtung und guten Kontrasten. Die Auflösung beträgt 2560 × 1600 Pixel. Im Vergleich mit dem Vorgängermodell sind die Ränder etwas reduziert, aber der obere schwarze Rand mit einer Breite von fast 1,5 Zentimeter ist absolut unzeitgemäß. Und, diese Bemerkung können wir uns nicht verkneifen: Die Anzeige des Macbook Pro ist deutlich besser. Das Scharnier ist gut justiert, es gibt kein Nachwippen. Wie bei allen Macbooks kann man die Anzeige nicht komplett nach hinten klappen. Der maximale Öffnungswinkel liegt bei rund 135 Grad.

          Der Blick auf die inneren Werte zeigt, dass Apple das Air nur mit einem einzigen Prozessor anbietet, dem Core i5 8210Y aus der achten Generation. Es handelt sich um einen Dual-Core-Prozessor, der etwas leistungsstärker ist als jener im Macbook 12 und aktiv gekühlt werden kann. Der Prozessor kann kurze Lastspitzen gut abfangen, um dann mit Lüftung die Leistung zu senken. Insgesamt liefert das neue Macbook Air kein rekordverdächtiges Arbeitstempo, ist jedoch für fast alle Aufgaben rund um Internet und Büro bestens geeignet. Das Macbook Pro mit Core-i5-Prozessor ist die bessere Wahl, wenn mehr Geschwindigkeit gewünscht wird.

          Zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse im USB-Typ-C-Format auf der linken Seite müssen für Zubehör und zum Laden des Akkus reichen.

          Zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse im USB-Typ-C-Format auf der linken Seite müssen für Zubehör und zum Laden des Akkus reichen. Bei der Datenübertragung wird ein Tempo von maximal 40 Gigabit in der Sekunde erzielt, und für die Bildausgabe kann man einen externen 5k-Monitor mit 5120 × 2880 Pixel oder zwei externe 4k-Bildschirme mit bis zu 4096 × 2304 Pixel anschließen. Ein Speicherkarten-Slot, Ethernet und weitere Annehmlichkeiten zum Anschluss von Peripherie fehlen. Immerhin gibt es noch einen 3,5-Millimeter-Audioausgang auf der rechten Seite.

          Die Butterfly-Tastatur der dritten Generation ist nun mit einem Silikonpuffer versehen, der das Eindringen von Schmutzpartikeln ins Gehäuse verhindern soll. Es ist dieselbe Tastatur wie beim Macbook Pro mit Touch Bar; das kleine Macbook Pro und das Macbook 12 arbeiten noch mit älteren Varianten. Es bleibt jedoch beim extrem geringen Tastenhub, den vor allem schnelle Zehn-Finger-Schreiber nicht unbedingt mögen. Auch ist das Anschlaggeräusch nicht zu überhören. In der Einschalttaste ist ein Fingerabdruckscanner eingelassen, der bestens funktioniert. Das riesige Touchpad ist wie bei jedem Macbook ein großer Pluspunkt, hier können nur wenige Windows-Rechner mithalten. Es erstreckt sich über 8 × 12 Zentimeter und ist mit seiner Präzision überzeugend.

          Das gilt auch für die Akkulaufzeit. Apple spricht von zwölf Stunden und sogar von 13 bei der Wiedergabe von iTunes-Filmen. Nach unseren Erfahrungen ist das eine realistische Angabe. Man kommt so gut wie immer gut über den Tag. Geladen wird mit dem beiliegenden 30-Watt-Netzteil, man rechne mit ungefähr zweieinhalb Stunden für einen vollständigen Ladevorgang.

          Insgesamt macht man mit dem neuen Macbook Air nichts verkehrt. Es ist zwar nicht mehr das besonders kleine und leichte Notebook von Apple, aber ein solider Begleiter mit guter Verarbeitungsqualität und hohem Wiederverkaufswert. Empfehlenswert ist das Modell mit 256 Gigabyte SSD und acht Gigabyte Arbeitsspeicher zum Preis von 1600 Euro. Das kleine Macbook 12 kostet mit acht und 256 Gigabyte sowie Core-i5-Prozessor 1620 Euro und ist, wie gesagt, deutlich kompakter. Das Macbook Pro im nahezu gleich großen Gehäuse, aber mit deutlich mehr Tempo, wird zu einem Preis von 1750 Euro verkauft.

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