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Notebook : Klarer Blick, klare Sache

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Klein, aber oho: Subnotebook MP-XV841 von JVC Bild:

Das kleine Subnotebook MP-XV841 von JVC zeigt Kino auf Reisen.

          3 Min.

          Es ist eine Frage von Testers Ehre, jedes Gerät ohne Bedienungsanleitung in Betrieb zu nehmen. Und fast immer bleibt sie bis zum Ende ungelesen. Doch die Ein-Taste des kaum mehr als tuschkastengroßen Subnotebooks JVC MP-XV841 konnten wir so lange drücken, bis die Zeigefingerkuppe weiß wurde. Er sprang nicht an, das Display verharrte im smokingähnlichsten - was dort als seidener Kragen glänzt, spiegelt hier ein unsinnig gekehlter Rahmen - Schwarz der Saison. Die Anleitung soufflierte uns, daß ohne angesetzten Akku es mit der Mobilität nichts werde. Im Karton fand sich der anklickbare Bürzel; ein mopsiger Designunfall, den das aufgeklappte Display einem zu feinsinnigen Betrachterblick entzieht. Immerhin stimmt die Funktion des klobigen Kraftwerkes, das nach drei Ladestunden beinahe vier Stunden PC- oder zwei Stunden DVD-Betrieb sichert und der Benutzerschnittstelle eine berufsgenossenschaftlich kompatible, angenehme Schrägstellung verleiht. Das Notebook beherbergt ein Laufwerk, in dem DVDs laufen und sich CDs brennen lassen; beim teureren, aber gleich großen Bruder MP-XV941 gilt letzteres sogar für DVDs. Das macht unser Notebook dick wie jenes Hackepeterbrot, das sich Horst Krause in "Schultze gets the Blues" schmiert: ein Viertelpfund Thüringer Mett auf einer Scheibe.

          Stammhirn ist der mit einem Gigahertz schwirrende Stromspar-Pentium von Intel, dessen Synapsen Windows XP professional verschaltet, wie wir das schätzen. Auf die Festplatte lassen sich bis zu 40 Gigabyte kopieren. Der Betrieb ist fast lautlos. Just bevor man ernsthaft um den Hitzschlag der Elektronik zu fürchten beginnt, rettet ein dezent anspringender Lüfter die Investition. Die 16 Millimeter schmalen Tasten mit 1,5 Millimeter arbeitserleichterndem Hub und sehnenschonender Dämpfung lassen sich so lange zielsicher befingern, wie der MP-XV841 festen Boden unter seinen stämmigen Gumminoppen spürt. Zugreisende seien gewarnt: Auf einer zweistündigen ICE-Fahrt von Würzburg nach Hannover blieb das Ergebnis des Tippens weitgehend Zufall. Schnell landet daher unterwegs in der DVD-Lade ein zeitvertreibender Film. Der wiederum wird dank des klaren, hellen und farbkräftigen Displays von 8,9 Zoll Diagonale zum Ereignis. Dieses bietet in QXGA-Videoqualität von 2048x1536 Pixel Filme und Fotos in einer geradezu atemberaubenden Direktheit, die selbst bei etwas seitlicher Betrachtung nicht viel von ihrem Reiz verliert. Die Pixel strahlen derart hell, daß die beiden Direktzugriffstasten zur Einstellung der Leuchtkraft zur Anpassung an möglicherweise wechselnde Umgebungshelligkeiten (vom Tunnel in den Sonnenschein) durchaus benötigt werden. Sehr angenehm sind dabei weitere DVD-Direkttasten: Start/Stop, Vorlauf, Rücklauf, zum Abschalten und zur Sperrung der Tastatur. Die Lautstärke des wuchtig klingenden Minikinos ist mit einem seitlichen Regler einzustellen. Und wer auf die Taste "Surround" drückt, weiß bald nicht mehr, ob er vor dem Display sitzt oder auf dem Set mittut. Besonderen Genuß bietet der Kopfhörerausgang.

          Mit zwei USB- sowie je einem LAN-, Telefonmodem- und Firewire-Anschluß zeigt sich das JVC-Notebook jedem Bürobetrieb gewachsen, während das mit einem Schalter aktivierbare WLAN drahtlosen Kontakt zum nächsten Hotspot sucht. Im Vergleich mit einigen anderen centrinobestückten Notebooks scheint der MP-XV841 besonders hellhörige Funkohren zu haben, die auf beiden Außenseiten des Displays eingelassen sind. Auf der linken Seite findet sich ein Schacht für SD/Multi-Media-Karten, wie sie in Digitalkameras Verwendung finden, so daß Bilder schnell auf die Festplatte kopierbar sind. Für die etwas größeren Compact-Flash-Karten reichte wohl der Platz nicht mehr, der auf der rechten Seite einer PCMCIA-Karte Raum bietet.

          Den Trackpoint-Nippel als Mausersatz muß man mögen. Zu lange in eine Richtung gedrückt, bleibt er einige Zeit über recht eigensinnig. Die drei Maustasten sind gut plaziert und ergonomisch angelegt, wie überhaupt die gesamte Handhabung rundherum erfreulich und eben nicht fitzelig ist, wie bei einem Subnotebook zu fürchten steht. Um allerdings wie intuitiv den Display-Deckel mit seiner nicht gerade kratzfesten Außenseite zu lüften und den Schacht für die Silberscheiben zu öffnen, reichen zwei Wochen als ständiger Begleiter nicht ganz aus. In dieser Zeit aber erwies sich der MP-XV841 als gerne unter die Hand genommenes Werkzeug - für das der denkbar knapp bemessene Arbeitsspeicher gleich beim Kauf bis zum Anschlag aufzurüsten ist - und ebenso gerne vor die Augen geführte Filmleinwand.

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