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Notebook Envy von HP : Schönheit ist nicht alles

Man werfe einen Blick auf die modernisierte Envy-Reihe von HP. Bild: Hersteller

Das attraktiv eingepreiste Notebook Envy von HP patzt in manchen Details. Insgesamt hinterlässt das Gerät einen ausgewogenen Gesamteindruck.

          Wo gibt es für weniger als 1000 Euro ein schickes Notebook mit Oberklasse-Ausstattung und vielen Finessen? Man werfe einen Blick auf die modernisierte Envy-Reihe von HP. Für das Einstiegsmodell mit Core-i5-Prozessor, acht Gigabyte RAM und 256 Gigabyte SSD ruft der Hersteller 950 Euro auf, und eine eigenständige Grafikkarte (Nvidia Geforce MX 150) gehört auch dazu.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Envy wird in zwei Bauformen mit einer Bildschirmdiagonale von 13 oder 17 Zoll angeboten. Für den großen Boliden rechne man mit einem Gewicht von fast drei Kilogramm, und hier ist dann sogar ein optisches Laufwerk eingebaut. Wir haben einen 13-Zöller ausprobiert, der mit einem Gewicht von 1,2 Kilogramm angenehm leicht ist. Individuell konfigurieren lassen sich die Envys nicht, man muss eines der angebotenen Pakete wählen. Stets kommt ein Core-i5 oder Core-i7 der aktuellen, achten Prozessorengeneration zum Einsatz, die SSD wird in einigen Varianten um eine herkömmliche Festplatte ergänzt.

          Das Testgerät kam mit Core-i7, 16 Gigabyte RAM und einer 512 Gigabyte SSD in der M2-Bauform. Der empfohlene Verkaufspreis liegt in dieser Ausstattung bei 1200 Euro. Mit Maßen von 31 × 21 × 1,5 Zentimeter passt der Envy prima in die Aktentasche. Das Gehäuse mit Aluminium-Oberfläche sieht hochwertig aus, irritiert aber mit scharfen Kanten, etwa im Übergang von der Tastatur zur unteren Bodenwanne. Die Tastatur erscheint weich, wir wünschten uns einen präziseren Anschlag. Das darunter liegende Touchpad bietet keinen Anlass zur Kritik, muss aber, ungewöhnlich an neuen Rechnern, noch mit der alten Synaptics-Software konfiguriert werden. Beim Aufklappen des Notebooks schiebt sich der Gehäusedeckel unter die Basiseinheit, so dass diese leicht schräg steht, das mag beim Schreiben angenehm sein und die Lüftung des Geräts erleichtern.

          Der Envy wird in zwei Bauformen mit einer Bildschirmdiagonale von 13 oder 17 Zoll angeboten.

          Die Anzeige des Envy ist in einigen Modellvarianten berühungsempfindlich und erlaubt damit die Bedienung von Windows mit dem Finger. Unser Testgerät hatte eine konventionelle Anzeige in Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel). Es gibt das Envy angeblich auch mit 4K-Auflösung, wir haben entsprechende Modelle auf der HP-Seite, die ohnehin mit Übersichtlichkeit nicht glänzt, nicht gefunden. Zwar misst der seitliche Display-Rand nur wenige Millimeter, aber nach oben hin ist es fast ein Zentimeter, und nach unten wundert man sich über drei Zentimeter überflüssigen Trauerrand.

          Das nicht besonders helle, aber entspiegelte Display hat eine spannende Besonderheit. Auf Tastendruck lässt sich der Blickschutz „Sure View“ aktivieren, dazu wird der Blickwinkel so verengt, dass jeder Neugierige, der von der Seite hereinschaut, nur eine weiße Fläche sieht. Wer Economy fliegen und trotzdem arbeiten muss, wird das schätzen.

          Mit Anschlüssen ist der Envy bestens ausgestattet: Zwei herkömmliche USB-3-Ports, einer links, einer rechts und sodann ein USB-Typ-C, der zwar Displayport für den Anschluss externer Monitore unterstützt, aber leider nicht Thunderbolt 3 für superschnellen Datentransport. Das versteht man so wenig wie die proprietäre Ladebuchse für das Netzteil und die Idiotie, dass in der Funktionstaste F6 ein rotes Lämpchen leuchtet, sobald man die Lautsprecher stummgeschaltet hat. Für Micro-SD-Karten gibt es ein Laufwerk, und ein biometrischer Fingerabdruckscanner ist originellerweise an der rechten Gehäuseseite angebracht. Dass der Lüfter des Envy schon bei wenig anspruchsvollen Tätigkeiten gut hörbar ist, sei nicht verschwiegen.

          Die Akku-Laufzeit gibt HP mit bis zu 14 Stunden an, man rechne eher mit acht bis zehn. Insgesamt hinterlässt das Gerät damit einen ausgewogenen Gesamteindruck, wenngleich die kleinen Schwächen doch ärgerlich sind.

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