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Notebook Dell XPS 13 im Test : Mehr Display auf kleinerer Fläche

Das neue XPS 13 für 2018 ist schlanker geworden. Bild: Hersteller

Die Anmutung des neuen Dell XPS 13 war sehr gut. Aber die Anzeige spiegelt stark. Und es herrscht Minimalismus bei den Anschlüssen.

          Der Dell XPS 13 war im vergangenen Jahr in der Modellvariante 9360 eines der besten von uns getesteten Notebooks. Das hochauflösende Display auf kleiner Grundfläche gefiel, das Preis-Leistungs-Verhältnis war in Ordnung, nur wenige Details störten. Nun ist die Neuauflage im Handel, wir sprechen vom XPS 13 mit der Versionsnummer 9370. Was der Hersteller verbessert hat, ist sofort zu sehen: Das neue XPS 13 für 2018 ist schlanker geworden. Wirkte das alte etwas moppelig, hat das neue ein überarbeitetes, dünneres Gehäuse und ist vor allem flacher. Es misst nun 30 × 20 Zentimeter und ist zwischen 8 und 12 Millimeter hoch. Die Ränder rund um das Display schrumpfen von 5,2 auf 4 Millimeter.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zu den wichtigsten Neuerungen gehört sodann die Verwendung der jüngsten, achten Prozessorengeneration, Kaby Lake Refresh. Die Preise beginnen bei 1300 Euro für das Core i5 8250 U mit 8 Gigabyte RAM, einer 256 Gigabyte SSD und dem 13,3-Zoll-Display in Full HD (1920 × 1080 Pixel), das in diesem Fall nicht berührungsempfindlich ist. Der günstigste Einstieg für ein Modell mit höher auflösender Anzeige kostet 1500 Euro. Im Unterschied zum Vorjahr ist nicht mehr QHD Plus geboten, sondern es kommt 4K mit 3840 × 2160 Pixel zum Einsatz, stets berührungsempfindlich und leider spiegelnd, nicht nur ein bisschen, sondern stark.

          Schon bei normaler Bürobeleuchtung ärgert man sich fortwährend über die Spiegelei. Das ist nicht hinnehmbar, wenn es um den geschäftlichen Einsatz geht, auch die Farben wirken zu kräftig. Beides zusammen führt zu einem kurzlebigen Wow-Effekt, wie ihn vor allem Kunden in arabischen und osteuropäischen Ländern schätzen. Die 4K-Anzeige unseres Testgeräts war hinreichend hell, aber im Akkubetrieb reduziert die dynamische Helligkeitssteuerung deutlich. Die Ausleuchtung war etwas ungleichmäßig, das untere Drittel dunkler. Die Reaktionszeit des 4K-Displays liegt nach Messungen deutlich über der eines LC-Displays. Jedoch nun genug gemeckert: 4K auf 13,3 Zoll, das ist schon etwas Feines, wenn man mit größeren Tabellen arbeitet, mehr sehen und viele Fenster gleichzeitig im Blick haben will.

          Neu ist neben der Standardfarbgestaltung in Schwarz-Silber eine zweite in Alpinweiß und Roségold. Bilderstrecke

          Mit Core i7, 16 Gigabyte RAM, einer 512-Gigabyte-SSD und der 4K-Auflösung kostet das Dell schließlich 1850 Euro, und man sieht gleich: Auch in dieser gehobenen Variante ist es deutlich günstiger als ein Lenovo Thinkpad X1 Carbon. Dass Ubuntu statt Windows lieferbar ist, mag mancher schätzen. Windows 10 wiederum kommt selbst bei den teuren Modellen stets nur als Home-Version zum Einsatz; für Geschäftskunden stehe die Pro-Version zur Verfügung, sagt Dell. Ein TPM-Chip sei eingebaut.

          Die Anmutung unseres Testgeräts war sehr gut. Dell spricht von einem aus Aluminium gefrästen Gehäuse, die Handablage bestehe aus Glasfasergewebe. Neu ist neben der Standardfarbgestaltung in Schwarz-Silber eine zweite in Alpinweiß und Roségold. Ferner neu: der gut funktionierende biometrische Fingerabdruckscanner im Ein- und Ausschalter. Tastatur und Touchpad sind nahezu unverändert vom Vorgänger übernommen und wie gehabt gut. Die Webcam bleibt unten am Bildschirmrand, sie löst nur mit 720p auf. Die biometrische Gesichtserkennung mit Windows Hello ist vorgesehen, scheiterte aber mit unserem Testgerät.

          Ein Blick auf die Gehäuseseiten zeigt, dass das flachere Gehäuse mit neuen Anschlüssen einhergeht: Statt zweimal USB 3 in herkömmlicher Bauform plus einmal USB Typ C sind hier nun drei USB Typ C eingebaut, und der SD-Karten-Schacht ist durch einen für Micro-SD ersetzt worden. Das mag nicht jedem gefallen, folgt aber dem Zeitgeist. Zwei Typ-C-Anschlüsse unterstützen Thunderbolt 3 inklusive Bildschirmausgabe in 4K und ein Datentempo bis 40 Gigabit in der Sekunde. Ein Adapter auf den herkömmlichen USB-Anschluss gehört zum Lieferumfang.

          Gespart wurde sodann am Akku: Statt mit 60 Wattstunden muss das neue XPS 13 nun mit 52 auskommen. Dennoch spricht der Hersteller von einer Laufzeit bis zu 20 Stunden. Das gilt allerdings nur für die Version mit Full-HD-Display, und selbst dann dürfte die Angabe übertrieben sein. Das von uns erprobte Gerät mit 4K-Anzeige soll auf bis zu 12 Stunden Laufzeit kommen, realistisch sind nach unserer Einschätzung rund acht bis zehn. Das alte XPS 13 erwärmte sich fühlbar rund um die Tastatur, das neue Modell reduziert die Oberflächentemperatur merklich. Der Lüfter springt selten an, ist dann aber deutlich zu hören.

          Windows 10 ist weitgehend frei von Bloatware aufgespielt. Man sollte als Erstes Webadvisor und Livesafe von McAfee deinstallieren, auch wenn dabei eine Drohkulisse auf dem Bildschirm eingeblendet wird. Insgesamt ist das diesjährige XPS 13 kein großer Schritt nach vorn, aber es bleibt ungeachtet des Spiegeldisplays einer der besten Notebooks auf dem Markt.

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