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Notebook Dell XPS 13 : Das große Display macht ihn klein

Robust und schnell: XPS 13 von Dell für die Oberklasse Bild: Hersteller

13 Zoll in der Bauform von 11: Mit einem Trick wird aus dem kompakten Notebook von Dell ein professionelles Arbeitsgerät. Das neue XPS 13 im Praxistest.

          Großes Notebook-Vergnügen auf kleinster Fläche. Die Besonderheit des neuen Dell-Notebooks XPS 13 sind seine kompakten Maße, die einem typischen 11,6-Zoll-Gerät entsprechen: 30,4 × 20 Zentimeter Grundfläche und eine Dicke zwischen 9 und 15 Millimeter. Das Gewicht liegt bei 1,25 Kilogramm. So passt der Dell kommod ins Reisegepäck zu den Unterlagen im DIN-A4-Format, und selbst im engen Economy-Abteil lässt sich mit ihm gut arbeiten.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Überraschung zeigt sich mit dem Öffnen des Displays: Es bietet atemraubende 3200 × 1800 Pixel auf einer Diagonale, die weit über das hinausgeht, was man bei dieser Grundfläche erwarten dürfte: Sie beträgt fast 34 Zentimeter, also 13,3 Zoll. Wie funktioniert der Trick? Der schmale 5-Millimeter-Rahmen um die Anzeige macht den Unterschied, der Dell speckt an der richtigen Stelle ab. So erhält man ein richtiges Arbeitsgerät für üppige Excel-Tabellen oder umfangreiche Listen.

          Wir konnten mit der Twitter-Software Hootsuite, die im Browser-Fenster läuft, auf dem XPS 13 genau jene fünf Spalten darstellen, die wir auch auf unserem 17-Zoll-Arbeitsnotebook eingestellt haben. Nur ist natürlich die Schrift entsprechend kleiner. Ob man das dauerhaft seinen Augen zumuten will, ist eine andere Frage. Nichtsdestotrotz: Das Display des Dell ist eine Wucht. Die maximale Helligkeit liegt bei 400 Candela pro Quadratmeter und das Kontrastverhältnis bei 1000:1. Beide Werte zeigen, dass man mit dem XPS 13 auch draußen bei hellem Sonnenschein gut arbeiten kann.

          Ordentliche Akkuleistung und robustes Äußeres

          In Deutschland ist der neue XPS 13 nur mit diesem hochauflösenden und berührungsempfindlichen Display erhältlich. Die Full-HD-Variante mit 1920 × 1080 Pixel zu einem kleineren Preis bleibt zunächst dem amerikanischen Publikum vorbehalten. Der XPS 13 kommt in vier Ausbaustufen mit jeweils 8 Gigabyte Arbeitsspeicher, einem SSD-Laufwerk mit 256 oder 512 Gigabyte, der Intel HD-Grafik 5500 sowie Bluetooth 4.0 und natürlich W-Lan. Unser Testgerät war die zweitgünstigste Modellvariante mit dem Core-i7-5500-Prozessor, der dank Turbo-Boost auf eine Taktfrequenz von 2,5 bis 3 Gigahertz kommt. Es ist das kleinste i7-Modell der 15-Watt-Broadwell-Familie mit zwei statt vier Kernen. Der Preis dieses Geräts liegt bei 1400 Euro. Für einen Abschlag von 50 Euro erhält man den Core-i5-Prozessor. Soll es hingegen mehr Rechenleistung sein, steht der Core-i7-5600 bereit (1500 Euro), und für einen weiteren Aufpreis von 100 Euro gibt es den Dell mit 512-Gigabyte-SSD-Laufwerk, allerdings nur mit dem „langsameren“ Core i7-5500.

          Mit schmalstem Rand: Dell XPS 13

          Übrigens: Das 256-Gigabyte-Laufwerk brachte es unter Windows nur auf 227 Gigabyte, und 40 Gigabyte waren bereits belegt. Bei Bloatware, also den ungeliebten Werbebeigaben, hält sich Dell zum Glück zurück, wir hatten lediglich die Droh-Software von McAfee zu löschen, die einen mit Warnungen wie „Ihr PC ist gefährdet“ verunsichern will.

          Der Akku des XPS 13 ist fest verbaut und speichert 52 Wattstunden. Im Testbetrieb mit moderater Nutzung hielt er zwischen 8 und 10 Stunden durch, ein ordentlicher Wert, der Ladestand wird mit einer seitlich angebrachten Indikatorleiste angezeigt. Der Hersteller gibt 12 Stunden an, und in der amerikanischen Full-HD-Variante soll er wegen der kleineren Auflösung sogar bis zu 15 Stunden erreichen. Die Anzeige des Dell spiegelt stark und ist nur bis zu einem Winkel von rund 130 Grad nach hinten zu bewegen. Das Gehäuse ist aus einem Aluminiumblock gefertigt, sagt der Hersteller, es wirkt robust und verwindungssteif, und das berührungsempfindliche Display ist zudem mit Corning Gorillaglas gegen Kratzer geschützt.

          Wie bei anderen Ultrabooks sind Schnittstellen Mangelware

          Die Lüftungsschlitze befinden sich an der Unterseite. Geht es um Standardaufgaben, ist der Lüfter meist nicht zu hören, aber mit etwas anspruchsvolleren Tätigkeiten werden kleine Orkane entfacht. Die sehr flache und beleuchtete Tastatur erlaubt ein gutes Schreibtempo, erreicht aber nicht das Niveau eines Lenovo- oder Apple-Keyboards. Das große Touchpad hinterlässt einen mittelmäßigen Eindruck, es reagiert nicht immer präzise. Die Webcam ist aufgrund der hauchdünnen Displayeinfassung nicht oberhalb der Anzeige eingebaut, sondern unten links, sie enttäuscht mit bestenfalls mittelmäßigen Aufnahmen.

          Wie bei allen topmodernen Ultrabooks bleiben Schnittstellen Mangelware. Zwei USB-3.0-Schnittstellen und ein SD-Medienkarteneinschub sowie Mini-Displayport sind schon alles. Für den Anschluss eines Ethernet-Kabels benötigt man einen entsprechenden USB-Adapter.

          Insgesamt ist der neue XPS 13 ein schicker Kandidat für den Büroeinsatz. Er ist kompakter als seine beiden wichtigsten Rivalen, der Thinkpad X1 Carbon von Lenovo und der Macbook Pro 13 mit Retina-Display von Apple. Blickt man allein auf den Preis, sind die Unterschiede zwischen den drei Kandidaten nicht groß. Es spricht also nichts dagegen, sich bei der Wahl eines neuen Notebooks auch von subjektiven Faktoren leiten zu lassen.

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