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Notebook Dell Adamo : Chic und Charme für die Windows-Welt

Nun entdeckt auch Dell für seinen Adamo das Unibody-Gehäuse Bild: Hersteller

Es muss nicht immer Apple sein. Der elegante Adamo von Dell steckt in einem feinen Leichtmetall-Gehäuse. Das Besondere: Das Notebook wird nach dem Unibody-Verfahren hergestellt - wie übrigens Apples MacBook Pro und Air auch.

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          Der Computermarkt stagniert, nur Apple wächst in der Krise: Allein im Mai seien die Absatzzahlen gegenüber dem Vormonat um 25 Prozent gestiegen, sagt die Analystin Kathryn Huberty von Morgan Stanley, und da macht sich natürlich mancher Mitbewerber seine Gedanken. Wie wäre es mit einer schicken Kopie der ungemein erfolgreichen MacBooks? Bei Dell soll man „sich verlieben“ in ein neues Objekt der Begierde, und folglich heißt es Adamo. Die Ähnlichkeiten zum großen Vorbild sind sofort ersichtlich: Das edle Gerät ist nur 1,65 Zentimeter hoch und damit vier Millimeter dünner als ein MacBook Air an seiner dicksten Stelle, er ist wie die aktuellen Apple-Notebooks aus einem Aluminiumblock gefertigt und strahlt eine wohltuende puristische Formensprache in Verbindung mit technischer Kühle aus: klare Linien, kein Schnickschnack, keine Designbrüche.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das Gehäuse wirkt wie aus einem Guss, es ist sehr verwindungssteif, präzise und ohne Nachlässigkeiten verarbeitet. Nichts klappert, knarzt oder quietscht. Nur ist ein Teil der Display-Rückseite aus Kunststoff gehalten, wo leider Fingerabdrücke schnell zu sehen sind. Alle Schnittstellen befinden sich hinten, das unterstreicht den aufgeräumten Eindruck. Es gibt zweimal USB, eine Kombischnittstelle für USB und den flinken Festplattenanschluss E-Sata, einen Displayport und Ethernet. Webcam und Mikrofon sind eingebaut. Die Tastatur erlaubt flinke Texteingaben, ungewöhnlich ist indes die Beschriftung der Sondertasten, etwa mit einem übergroßen Klammeraffen oder Euro-Symbol. Wie bei Mac-Notebooks ist die Tastatur hintergrundbeleuchtet (ausschaltbar und in zwei Stufen zu regeln), das darunter liegende Touchpad dient als Mausersatz. Es verzichtet auf die Gestensteuerung mit Multitouch, und seine beiden Tasten verlangen etwas mehr Druck als sonst üblich. Über der Tastatur befindet sich unter Plexiglas eine weitere Tastenreihe, die auf hauchzartes Streicheln reagiert und bei der Medienwiedergabe zum Einsatz kommt.

          In der Topausstattung kostet er 2600 Euro

          Der Adamo ist in zwei Varianten erhältlich: In der Topausstattung kostet er mit Intels Prozessor Core 2 Duo 9400, der Intel-Grafikeinheit GMA 4500, vier Gigabyte Speicher und einem 128-Gigabyte-SSD-Laufwerk sowie UMTS-Mobilfunkeinheit 2600 Euro. Für 1900 Euro bekommt man eine leistungsschwächere Version ohne UMTS-Modem, mit dem langsameren Intel Core 2 Duo 9300 und zwei Gigabyte Speicher. Ein optisches Laufwerk fehlt beiden, ebenso ein Speicherkartenleser. Für seine Größe von 1,65 × 33 × 24,2 Zentimeter ist der Adamo ziemlich schwer, er wiegt 1,85 Kilogramm, rund 500 Gramm mehr als der MacBook Air. Der fest eingebaute Akku, der wie bei Apple nur von der Kundenbetreuung gewechselt werden kann, hält ungefähr drei Stunden durch.

          In Sachen Leistung ist der Dell etwas schneller als die aktuellen Netbooks und ungefähr gleichauf mit dem kleinen Mac- Book Air, der bei 1400 Euro beginnt. Für Office-Aufgaben ist er gut gerüstet, als Spielemaschine taugt er nicht. Derzeit kommt Windows Vista als Betriebssystem zum Einsatz, darunter ächzt der kleine Prozessor, aber demnächst wird ja mit Windows 7 alles besser. Der SSD-Massenspeicher (ohne bewegliche Teile) ist zwar knapp bemessen, erreicht aber ein ordentliches Tempo mit Übertragungsraten zwischen 70 und 90 Megabyte je Sekunde. Trotzdem: Für deutlich weniger als 2600 Euro erhält man bei Apple einen ausgewachsenen 15- oder 17-Zoll-MacBook Pro mit deutlich höherem Tempo, mehr Speicherplatz, längerer Akkulaufzeit, mit einem optischen Laufwerk und einer besseren Displayauflösung. Dass diese Modelle etwas schwerer und größer sind, sei allerdings nicht verschwiegen. Dennoch ist die Preisgestaltung von Dell als mutig und selbstbewusst zu bezeichnen.

          Minderwertiges Spiegeldisplay

          Das Display des kleinen Dell erreicht eine Auflösung von 1366 × 768 Pixel, es ist überaus hell, weist aber einen geringen Kontrast von 129:1 auf. Der größte Nachteil der Anzeige ist indes der Einsatz eines minderwertigen Spiegeldisplays, die Reflexionen sind hier unerträglich. Selbst in Innenräumen muss man die Helligkeit auf den Höchstwert einstellen, um vernünftig arbeiten zu können, und der Einsatz unter freiem Himmel ist nahezu unmöglich. Um es noch einmal klar und deutlich zu sagen: Ein sogenanntes Glare-Display hat keinerlei Pluspunkte. Von den vermeintlichen Vorzügen dieser Technik bleibt in der Praxis unter realen Umgebungsbedingungen nichts, und die Reflexionen mindern die Kontraste, entsättigen die Farben durch Überlagerung von Umgebungslicht und führen zu Irritationen und Kopfschmerzen beim Betrachter durch Fehlfokussierungen des Auges.

          Ein weiterer Nachteil trat bei unserem Gerät mehr als deutlich hervor, bei den Kollegen der Fachzeitschriften allerdings gar nicht. Unisono heißt es in allen Tests, der Adamo arbeite bei geringer Last nahezu lautlos, nur gelegentlich springe der Lüfter an. Bei unserem Modell drückte der Lüfter mit einem turbinenartigen Geräusch die Luft aus den vermutlich zu kleinen Öffnungen an der Rückseite heraus, und wir empfanden den dabei entstehenden Lärm als unangenehm. Aber vielleicht war unser Testgerät defekt. Insgesamt ist Dell für den Adamo zu loben. Der Chic und Charme des kleinen Begleiters sprechen für sich, die hochwertige Anmutung und Verarbeitung sind ein Schritt in die richtige Richtung.

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