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Nokia N95 : Multimedia-PC für die Hosentasche

„Das kann alles”, behauptet zumindest Nokia vom N95 Bild: AFP

Telefonieren ist bei Handys Nebensache geworden. Der Apparat von heute ist Digitalkamera, MP3-Spieler und GPS-Navigation in einem. Bei einer Radtour zeigt Nokias Handy-Flaggschiff N95 was es kann und was eher nicht.

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          „Das kann alles“, sagt Nokia über sein neues Handy-Flaggschiff N95. Und bei uns darf es an diesem Sonntag zeigen, was es wirklich auf dem Kasten hat. Mit dem Fahrrad wollen wir den Silbersee südlich von Worms bei Bobenheim-Roxheim umrunden. Das N95 passt prima in die Hosentasche. Es ist nicht größer als ein herkömmliches Gerät (99 x 53 x 21 Millimeter) und wiegt nur 120 Gramm. Aber auf die inneren Werte kommt es an. Das N95 bietet alles, was derzeit denkbar und möglich ist. Zunächst probieren wir am Silbersee die Kamera-Abteilung aus und machen uns mit dem eigenwilligen Schiebemechanismus vertraut.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Abdeckung mitsamt Display lässt sich nach unten schieben, so dass an der Oberseite vier berührungsempfindliche Tasten für die Musikabteilung auftauchen. Bewegt man das Ganze aber nach oben, ist die Zifferntastatur zu sehen, und so lässt sich der Apparat für Fotos am besten halten. Nun den Objektivschutz an der Rückseite entfernen, damit sich das Carl-Zeiss-Objektiv zeigt. Anschließend wird aus dem brillanten 6,5-Zentimeter-Display der Sucher, das dauert einige Sekunden, und der Autofokus lässt sich ebenfalls Zeit. Unser erster Eindruck: keine Schnappschusskamera für schnelle Aufnahmen. Auch sieht man auf dem Display bei hellem Sonnenschein so gut wie nichts. Indes überzeugen die Fotos.

          Im Netz browsen wie mit einem Desktop-PC

          Der stecknadelkopfgroße Sensor löst mit 5 Megapixel auf, mehr braucht eigentlich kein Mensch. Die meisten Aufnahmen draußen in der freien Natur sind gut geworden, die typische Kompaktkamera für 200 Euro könnte es nicht besser. Es gibt Motivprogramme, beispielsweise für Nahaufnahmen, Portraits, Sport und Landschaft. Und das N95 hat jede Menge Software an Bord, um Fotos nachträglich zu bearbeiten. So entstehen dank „Movie Director“ aus zwei, drei Aufnahmen lustige Filmchen mit witzigen Effekten. Alle Schnappschüsse lassen sich gleich online zu Flickr oder einem anderen Bilderdienst hochladen. Zu Hause nimmt man aus Kostengründen Wireless-Lan, für unterwegs hat das Nokia UMTS mitsamt dem Datenturbo HSDPA eingebaut.

          Navigation mit unangenehmer Wartezeit und Aussetzern

          Das N95 nutzt als Betriebssystem Symbian S60 3rd Edition und folgt hier anderen Oberklasse-Geräten der Finnen. Wenn man es mit älteren Nokias vergleicht, fallen jedoch viele Verbesserungen im Detail auf. Da kann man etwa auch bei den RSS-Feeds jeden beliebigen Zugangspunkt zum Internet einsetzen, es gibt einen neuen Browser und ein ebenfalls neues Quickoffice zum Betrachten von Office-Dateien. Ansonsten gilt: Es ist wirklich alles an Bord. Bemerkenswert ist auch das hohe Arbeitstempo. Wir haben noch nie ein Handy in der Hand gehabt, das herkömmliche Internetseiten so schnell anzeigt wie dieses. Von der beschränkten Display-Größe (Auflösung: 240 x 320 Pixel) einmal abgesehen, kann man mit dem N95 so geschwind im Netz browsen wie mit einem Desktop-PC. Kein Vergleich jedenfalls mit älteren Handys.

          Unpraktisches Aufladen

          Doch zurück zu den Fotos: Bei genauer Betrachtung haben etliche einen leichten Rotstich oder leiden unter der sehr starken Bildkomprimierung, die hier vorgenommen wird. Kaum ein Foto ist größer als ein Megabyte, die typische Datei erreicht 500 Kilobyte. Bei Innenaufnahmen arbeitet der Blitz im Nahbereich zu stark, in der Entfernung zu schwach. Ein optischer Zoom fehlt. Als Speichermedium dient das Micro-SD-Format, mitgeliefert wird ein 512-Megabyte-Medium, maximal sind 2-Gigabyte-Karten einsetzbar. Auch der Kamkorder liefert gute Ergebnisse, ist aber weit von der versprochenen DVD-Qualität entfernt.

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