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Nokia E90 : Neues Flaggschiff für Manager

Nokias E90 für den Manager mit höchsten Ansprüchen Bild: Hersteller

Der Communicator E90 ist Nokias lang erwartetes neues Flaggschiff. Es kann alles, sogar navigieren. Aufgrund etlicher Mängel im Detail, bleiben aber viele Wünsche offen. Wir hatten mehr erwartet.

          4 Min.

          Nokia hat ein neues Flaggschiff bei den Communicatoren, also den Mobiltelefonen für den Manager mit höchsten Ansprüchen. Wir haben das E90 seit einigen Wochen im täglichen Einsatz, überall wurde es überschwänglich gelobt. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Schon mit dem Namen deutet sich die wichtigste Änderung an: Das Gerät fügt sich in die E-Reihe von Nokia ein, verzichtet auf ein eigenes Communicator-Betriebssystem und nutzt Symbian 9.2 S60 3.1. Menüs und Bedienung gleichen also allen anderen Oberklassemodellen von Nokia. Zugespitzt: Das E90 ist in Sachen Ausstattung, Arbeitstempo und Speicher ein N95 mit zweitem Display und Zusatztastatur.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Natürlich hat man die bewährte Communicator-Bauform beibehalten. Der Neuling misst 13,2×5,7×2 Zentimeter und ist damit etwas kleiner als der Vorgänger 9500 und etwas größer als der 9300. Das hohe Gewicht von 210 Gramm ist nicht zuletzt der massiven Metalleinfassung geschuldet, die äußerst robust wirkt. Auch die Befestigung der oberen Gehäusehälfte ist deutlich stabiler als bei den Vorgängern. Zwei Scharniere halten das Display in nahezu jedem Winkel, Einrastpunkte sind bei 90 und bei 180 Grad. Man kann also das E90 ganz flach aufklappen wie den 9300. Steht die Anzeige zwischen 90 und 180 Grad, liegt der Apparat leider nicht plan auf dem Tisch. Bei einigen Geräten drückt die Tastatur aufs Display und hinterlässt dort Spuren.

          Komfortables Surfen

          Den Communicator öffnen und als Mini-Notebook mit dem großen Innendisplay einsetzen: Das ist einer der wichtigsten Gründe, gerade dieses Modell zu kaufen. Sonst könnte man auch ein E61 oder den Blackberry nehmen. So haben wir uns länger mit der Tastatur beschäftigt. Die Tastenkappen gehen nahtlos ineinander über, die einzelnen Tasten sind etwas größer als beim E61, und an den sehr kurzen Hub muss man sich gewöhnen. Die Idee, mit zehn Fingern zügig zu schreiben, kann man getrost vergessen. Wir waren mit zwei Fingern auf dem E90 geringfügig flinker als auf dem E61, längere Eingaben sind auf beiden eine Qual. Zudem ärgert man sich über die unpräzise 4-Wege-Wippe, mit deren Hilfe man den Cursor steuert. Und dabei berührt man oft ungewollt die darüber liegende Menütaste. Kurzum: Als Mini-Notebook zur Texterfassung ist das E90 nur eine Notlösung.

          Aber man will ja unterwegs häufig nur Daten abrufen. Und dann zeigt das E90 endlich seine Vorzüge. Das Innendisplay setzt mit einer Auflösung von 800×352 Pixel neue Maßstäbe bei einem mobilen Kleingerät. Da kann man ganze Internetseiten ohne Hin- und Herrollen betrachten, der Seitenaufbau geht sehr schnell, und es lässt sich so arbeiten wie am PC zu Hause. Bei Ebay beobachten oder bieten ist kein Problem, Online-Banking klappt ebenfalls. Wenn etwas nicht funktioniert, liegt es meist daran, dass der Seitenbetreiber das Nokia als Handy identifiziert und die Inhalte reduziert. Die Tastenkürzel für den Zoom sind allerdings unglücklich gewählt und nur mit Hilfe der Shift-Taste aufrufbar.

          Voip aber kein Fax

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