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Neuer Messenger ausprobiert : Google sagt Allo zu Apple

Bild: F.A.Z., Andreas Brand

Google kennt seine Nutzer sehr gut. Deshalb funktionieren die Anwendungen des Unternehmens so genau. Mit dem neuen Messenger Allo zündet Google die nächste Stufe. Wir haben ihn ausprobiert.

          Das Aufblasen einer Nachricht liegt im Trend. Nachdem Apple vor wenigen Tagen im Zuge des iOS10-Updates ein kräftig aufgepepptes iMessage vorgestellt hat, zieht Google mit seinem Messenger Allo jetzt nach. Dieser wurde bereits im Frühjahr auf der Entwicklerkonferenz I/O vorgestellt, ab heute ist er für alle Android-Nutzer verfügbar. Leider vorerst nur in englischer Sprache. Diese Information ist nicht unerheblich, denn eigentlich könnte es einem Messenger egal sein, ob man die Worte in Deutsch, Englisch oder Italienisch tippt. Da aber Allo ein Produkt im Geiste Googles ist, braucht es Daten. Viele Daten. Denn der Messenger lernt, denkt mit und weiß auch in diesem Fall, was sein Nutzer will. Doch dazu gleich mehr.

          Zunächst fühlt sich Allo wie ein gewöhnlicher Messenger an, die es schon seit Jahren gibt. Über das Telefonbuch lassen sich die Kontakte all jener finden, die ebenfalls die App installiert haben. Die Basiskommunikation läuft auch hier über Worte: Buchstaben tippen und versenden. Auch nicht ungewöhnlich: Es lassen sich Fotos aufnehmen und auswählen, um sie dann zu verschicken. Ganz nett ist bei Allo die Kritzelfunktion. Das Foto kann nachbearbeitet werden, indem der Nutzer etwas „mit der Hand“ darauf schreibt. (Das geht in der iOS-Version übrigens noch nicht.) An die bunte und junge Generation hat Google auch gedacht. Natürlich lassen sich Illustrationen (Sticker) oder bewegte Bildchen (Gifs) austauschen. Ebenso ist die Standortangabe über die Googe-Maps-Schnittstelle schnell gemacht.

          Bei Apple steht eher der Spaß im Vordergrund: 3 Screenshots aus iMessage

          Bis hierhin unterscheidet sich Allo kaum von anderen Messengern. Sie können punktuell sogar mehr. Whatsapp hat den Vorteil, dass man schnell eine Sprachnachricht als Audioaufnahme verschicken kann. Und im neuen iMessage von Apple findet die nichtsprachliche Kommunikation kaum Grenzen. Fotos und Videos kann man aufnehmen und mit handschriftlichen Notizen garnieren, die dann als Feuerball, Herzschlag oder Kuss dem anderen entgegen fliegen. Ob man dies braucht, ist eine andere Frage. Apples iMessage ist in dieser Hinsicht jedenfalls vielfältiger und abwechslungsreicher.

          Schnell ist in iMessage ein Musiktipp kommuniziert. Titel aus Apple Music erscheinen dann so, dass sie sich – Abo vorausgesetzt – direkt abspielen lassen. Das ist ziemlich praktisch. Die App Giphy versorgt den Nutzer mit vielen Gifs, die IMDB-App (International Movie Database) mit Filminfos und kleine Spiele können ebenso gepostet werden. Es gibt jetzt schon tausende Apps, es werden vermutlich noch viele neue dazu kommen. Die Komplexität und Wertigkeit von iMessage ist direkt abhängig von den Apps.

          Durch Einbinden der Apps wird Apples iMessage komplexer und vielseitiger

          Doch Google geht mit Allo einen anderen Weg. Bildchen, Fotos oder Gifs sind eher Nebensache. Das eigentliche Pfund ist der neue Google-Assistent, der in Allo integriert ist. Er hilft, wann er nur kann. Entweder in einem gesonderten Chat, indem man ihm direkt Fragen stellt und nur mit ihm kommuniziert. Oder er schaltet sich in einem beliebigen Chat dazu. Anfangs verhält er sich noch passiv und meldet sich, wenn er angesprochen wird. „Restaurants nearby“ zeigt eine Reihe von Restaurants in einer vertikalen Reihe mit Bildern, Bewertung und Entfernung. Wählt man eines aus, sieht man auch die Telefonnummer, genaue Adresse und so weiter. „What movies are playing?” listet aktuelle Filme in Frankfurt auf. Beide Gesprächspartner bleiben dabei im selbigen Chat. Die Aktionen vom Assistenten werden mit bunten Kugeln gekennzeichnet. (siehe Video)

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