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Virtual Reality auf dem MWC : Trainieren wie Manchester United

Die Vive Pro von HTC wird in Autokonzernen und von Fußballvereinen eingesetzt. Bild: Marco Dettweiler

Was haben Volkswagen und Manchester United gemeinsam? Beide setzen Virtual Reality ein, um ihre Mitarbeiter und Spieler effizienter zu machen. Neben diesem professionellen Einsatz gibt es auf dem Mobile World Congress auch Neues aus der VR-Welt für zu Hause.

          Auch wenn momentan die wirkliche Realität häufiger auffordert, sie zu verlassen, weil in der politischen Welt gerade seltsame Dinge passieren, bleibt der Run auf die Virtual Reality (VR) immer noch aus. Dabei geben sich die Hersteller redlich Mühe, ihre Produkte weiterzuentwickeln und zu verbessern. Auf dem Mobile World Congress (MWC) fasziniert HTC – wie bereits im letzten Jahr – mit seiner Vive. Um zu verstehen, wie sich die Flucht in die andere Welt anfühlt, zeigt der Hersteller an einem halben Dutzend Demoständen verschiedene Anwendungsszenarien.

          So können Besucher virtuell in einen Heißluftballon steigen. Um das Erlebnis möglichst authentisch zu gestalten, hat HTC einen echten Korb mit nach Barcelona gebracht, der von einer Hydraulik gesteuert wird. Es geht also wirklich ein bisschen hoch, runter und zur Seite. Der Effekt ist klar: Hat man die Brille auf, nimmt man die Perspektive des Ballonfahrers ein. Der Blick in die Tiefe wirkt echt. Es stellt sich ein leichtes Gefühl der Angst ein.

          So perfekt diese Illusion auch ist: Solche Anwendungen bringen der Vive zwar Aufmerksamkeit, werden beim Endkunden aber nie ankommen, weil der Aufwand zu groß ist, so etwas zu Hause zu installieren. Daher hat auch HTC verstanden, dass der zukünftige Weg der Virtuellen Realität etwas korrigiert werden muss. Die Branche sollte unterscheiden zwischen privaten und professionellen Anwendungen. Letzere sind schon ziemlich weit voran geschritten, nur werden sie kaum sichtbar, weil sie in Unternehmen eingesetzt werden, ohne dass es die Öffentlichkeit erfährt.

          Volkswagen arbeitet und Manchester United trainiert damit

          So sei der Einsatz der Vive bei Volkswagen in Wolfsburg schon Standard, wie Ulrich Plüdemann von VW am Stand berichtet. Mitarbeiter könnten eine Vive für ihre Zwecke auf Knopfdruck bestellen. Es gebe 31 Anwendungen zu Trainingszwecken, die mittlerweile 10.000 Mitarbeiter erreichen. Ein wichtiger Einsatz sei die Optimierung von Prozessen an den Fertigungsstraßen. Als Messebesucher kann man sich vorstellen, wie die Virtuelle Realität Einzug erhält in das Werk. Es fehlt allerdings der übliche Wow-Effekt wie an den anderen Demoständen.

          Die Vive Pro von HTC wird in Autokonzernen und von Fußballvereinen eingesetzt.

          Und der stellt sich bei Mi Hiepa Sports umso mehr ein. Das Unternehmen kommt aus Manchester und arbeitet dort mit dem Fußballclub United zusammen. Das Besondere an dieser Anwendung ist ihr Pendant in der Realität. So haben die deutschen Fußballvereine Borussia Dortmund und TSG 1899 Hoffenheim einen Footbonauten. Das ist ein kleiner runder Trainingsplatz. Wie in einer Arena steht der Fußballer in der Mitte. Eine Maschine schießt ihm Bälle zu, die der Spieler auf einen beleuchteten Rahmen zurückspielt. Je schneller die Bälle geschossen werden, desto schwieriger wird es für den Fußballer zu treffen.

          Mit VR Rehabilitationsmaßnahmen unterstützen

          Und einen solchen Footbonauten hat Mi Hiepa Sports für die Vive entwickelt. Wir haben ihn auf dem MWC ausprobiert. Auf den Schienbeinschützern und Schuhen, die man für die Demo anziehen muss, sitzen Sensoren. Ebenso in der Vive, die man auf dem Kopf hat. Dadurch weiß der Computer, wo sich der Spieler befindet und wie er sich bewegt. Nun kommen einem Bälle entgegen, die man in kleinen Toren versenken soll. Was im Vergleich zum echten Footbonauten fehlt, ist der echte Kontakt mit dem Ball. Der lässt sich in der Virtuellen Realität natürlich nicht simulieren.

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