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Virtual Reality auf dem MWC : Trainieren wie Manchester United

Adam Dickinson, Development Director von Mi Hiepa Sports, muss sich natürlich der Frage stellen, warum sich der Spieler in der Virtuellen Realität bewegen soll, wenn es einen Footbonauten gibt. Seine Antwort leuchtet ein: Mit seiner Lösung sei ein Verein flexibler, der Aufwand sei geringer und es würde weniger kosten. Und ein wichtiger Punkt sei die Analyse der Daten. So könne man die Bewegung des Spielers genau auswerten. Zudem würde die Vive für Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt.

Für den Privatgebrauch kommt die VR-Brille Focus

Der Aufwand für einen solchen Vive-Einsatz ist weiterhin enorm groß. Es braucht einen schnellen Rechner mit exzellenter Grafikkarte. Es müssen meist Infrarotsensoren im Raum installiert werden. Wenigstens auf das Kabel, das die Vive mit dem Computer verbindet, können Kunden verzichten, wenn sie Vive Pro einsetzen.

Für den Privatgebrauch hat HTC die VR-Brille Vive Focus im Angebot. Derzeit allerdings nur für den chinesischen Markt.
Für den Privatgebrauch hat HTC die VR-Brille Vive Focus im Angebot. Derzeit allerdings nur für den chinesischen Markt. : Bild: Marco Dettweiler

Für den Privatgebrauch hat HTC auch etwas im Angebot, allerdings momentan nur den chinesischen Markt: die Vive Focus. Es ist davon auszugehen, dass sie bald auch nach Europa kommt. Die Brille hat alles integriert, was ein VR-Fan braucht: Kamera und Sensoren für das Raumtracking, der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 835, eine W-Lan-Schnittstelle und einen kleinen Kontroller. Man verbindet sich zu Hause mit dem heimischen Netzwerk, lädt sich direkt ein Spiel auf die Brille und kann beginnen.

Im Vergleich zur Vive Pro ist die Focus weniger genau, der Raum ist nicht kartiert, der Snapdragon-Prozessor ist nicht ganz so schnell wie einer, der im Computer steckt und der Store zum Herunterladen der Anwendungen ist weniger reich bestückt. Dennoch ist die Focus sehr charmant, ihr Einsatz viel komfortabler.

Neues VR-Set von Lenovo

Vier Hallen weiter und etwas versteckter zeigt Lenovo ein neues VR-Set: Mirage Solo. Die Brille ist eine Weiterentwicklung der Daydream von Google. Was der Nutzer nun nicht mehr braucht, ist ein Smartphone als Displayersatz, das er in das Gehäuse streckt. Lenovo hat alles integriert, sodass die Brille komplett ausgestattet ist. Als Prozessor dient der Snapdragon 835 von Qualcomm. Beim Ausprobieren auf der Messe zeigte sie die gleichen Qualitäten wie die Daydream von Google. Sie sitzt gut, hat kaum Latenzzeit, hat allerdings auch eine erkennbare Rasterung des Bildes, wie alle VR-Brillen.

Das neue VR-Set von Lenovo heißt Mirage Solo. Bei der Weiterentwicklung der Daydream von Google brauchen Nutzer aber kein Smartphone mehr als Display.
Das neue VR-Set von Lenovo heißt Mirage Solo. Bei der Weiterentwicklung der Daydream von Google brauchen Nutzer aber kein Smartphone mehr als Display. : Bild: Marco Dettweiler

Passend zu der Brille bietet Lenovo die Mirage VR180 an. Das ist eine Kamera mit zwei Linsen, die Bilder und Videos mit einer Perspektive von 180 Grad und einer Auflösung von 13 Megapixel aufnehmen kann. Koppelt man die Kamera mit einem Smartphone können die Bilder und Videos über die üblichen Kanäle Google Photos und Youtube hochgeladen und geteilt werden.

Im Vergleich zu den Lösungen von Google und Samsung ist das integrierte Display ein klarer Vorteil. Die Brille ist sofort einsatzbereit. Eine Kamera gleich mit anzubieten, ist ebenfalls praktisch. Allerdings gibt es solche 180-Grad-Kameras schon länger von Samsung, LG und anderen. Was die Mirage-Kamera dennoch von anderen unterscheidet, ist das integrierte LTE-Modul der Snapdragon-Prozessoreinheit 626 SoC. Es ist also möglich jenseits eine W-Lan-Netzwerkes Bilder aufzunehmen und direkt zur Brille zu streamen. Laut Hersteller soll die Kamera das mit ihrem Akku zwei Stunden durchhalten.

Praktisch: Die Mirage VR180 nimmt Bilder und Videos in 180 Grad-Perspektive auf und passt in Lenovos VR-Brille.
Praktisch: Die Mirage VR180 nimmt Bilder und Videos in 180 Grad-Perspektive auf und passt in Lenovos VR-Brille. : Bild: Marco Dettweiler

Die Hersteller von Virtual-Reality-Angeboten werden es weiterhin schwer haben, die Technologie als Massenprodukt einzusetzen, wenn sie nicht über das Stadium hinaus kommen, das schon länger erreicht ist. Die Faszination geht bei einfachen Lösungen schnell verloren. Einzig HTC zeigt mit der Vive, welches Potenzial in dieser Technologie steckt.

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